Frank Blenz vertritt in diesem Zwischenruf die These, nach der überall und jederzeit Menschen aller Völker friedlich zusammentreffen können sollten – egal ob bei einem internationalen Musikwettbewerb, einem Sportturnier, einer Kunstausstellung oder einem Festival von Jugendgruppen. Demokratische Praxis ohne Machtkalkül sei es, wenn sie ohne Sanktionen, Boykotte, Verbote, Behinderungen, Beschränkungen, Bewertungen und politischen Missbrauch stattfinden könnten. Der Eurovision Song Contest (ESC) 2026 sei jedoch politisch instrumentalisiert worden. Es sei getrickst worden und der Verdacht der Manipulation sei ins Spiel gekommen. Deshalb aber den ESC einzustellen, wäre dennoch „eine schlechte Idee“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Zuschriften, in denen oft andere Meinungen enthalten sind. Die nun folgende Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Blenz,

naja, zwiespältig. Einerseits, was waren das noch für Zeiten, als Udo Jürgens mit “Merci Cherie” gewonnen hat. Da waren das noch Künstler. In den letzten Jahren eher Gestalten, die in quietschbunten Federn Werbung für LGTB und woken gemacht haben. Das brauch ich nicht.

Immerhin hat dieses Jahr wieder eine Frau gewonnen, die aus der traditionellen Folklore kommt und wirklich was kann. Sollen sie weiter machen. Wenn mal wieder ein “Udo Jürgens” kommt, männlich oder weiblich, dann schau ich mir das auch an. Ansonsten: “Sollen sie sich einen Knopf an die Backe nähen, ‘nen Klavier vorn Bauch binden und La Paloma pfeifen”. Von mir aus. Aber ohne mich.

Aber das ist dann ja eine Sache des Geschmacks. Ihnen ging es um Veranstaltungen, die die Menschen zusammenführen. Und das würde ich immer unterstützen!

Herzlichen Gruß,
Rolf Henze


2. Leserbrief

Liebes NDS-Team,

Also da kann ich als ESC-Umkundiger so richtig was lernen. Israel liegt also in Europa. Da drängt sich mir auch noch die Frage nach der Platzierung von Jordanien oder Ägypten beim ESC auf.…

Mit den besten Grüßen von Ihrem Leser l. D.


3. Leserbrief

Wertes Nachdenkseitenteam,

für mich eindeutig die falsche Schlussfolgerung des Autors.

Diese seit Jahren politisierte, zwangsgebührenfinanzierte Party der LGBTQ-Gemeinde, untermalt von musikalischem Dünnpfiff, Ausnahmen bestätigen hier wirklich die Regel, kann eindeutig weg!

MfG
D.Richter


4. Leserbrief

Guten Tag,

das sehe ich nun völlig anders. Lag an dem Tag krank im Bett und habe fern gesehen und wohl das erste mal seit 70 Jahren dieses “Musikereignisses” gesehen und gehört – aber nur kurz; denn lange ist so etwas nicht zu ertragen. So ein stundenlanges mit ständig blitzenden Lichtern untermaltes Gehopse, Gegröle und disharmonisches Gejaule, begleitet vom Gejohle eines offensichtlich dämlichen Publikums, belegt doch eigentlich nur, wie verblödet die Menschheit im Grunde ist. Und wenn man zu der berechtigten Überzeugung gelangt ist, daß Israel Völkermord begeht, wäre es doch wohl ebenso berechtigt Israel auszuschließen und nicht allein bloß Rußland, oder? Warum bleibt dann eigentlicher keiner fern, weil Rußland nicht dabei ist, wenn die sog. Völkerverständigung bei dergl. so wichtig ist. Dies führt jetzt noch zwangsläufig zu der Frage, warum die Fußball WM beim Kriegsverbrecher USA nicht boykottiert wird. Bei Rußland war man diesbezüglich nie zimperlich. Die Russen werden übrigens bei der Eishockey WM mal wieder schmerzlich vermißt. Keine Spur von “Völkerverständigung” ist da wahrzunehmen!

Solche Beiträge werden als unterhalb des Niveaus der NDS angesehen.

Bester Gruß
Hartmut Wohler


5. Leserbrief

Moin,

ich sehe die Sache etwas anders. Der ESC ist für mich nicht mehr als eine große Kommerz-Veranstaltung, in der nicht die musikalische Leistung, das Wecken von Emotionen oder schlicht gute Musik im Vordergrund steht, sondern Darstellung, sowohl der Künstler als auch allgemein, das “Setzen von Zeichen” (vor allem politisch) und dem Sieger, der die meisten Punkte einheimsen kann. Apropos Punkte: Ist es nicht so, daß vor allem Anrufe & SMS Geld kosten? Hängt man damit nicht die Ärmeren ab? Man liest, daß man auch online abstimmen könnte, doch: nicht Jeder kann sich auch einen Computer leisten. Müßten Anrufe & SMS dann nicht für die Abstimmung kostenlos sein? Und wie beugt man Mißbrauch vor? Für mich ist diese Abstimmung ein fehleranfälliges Konstrukt. Hier sollte nur eine Jury nach festen Kriterien abstimmen dürfen, die am besten von allen Teilnehmerländern paritätisch gestellt wird. Wie wäre es stattdessen, einfach nur die Künstler auftreten zu lassen, ohne hinterher eine Rangliste zu erstellen? Wenn es doch nur um die Musik, um das verbindende Element geht? Dann müßte man aber auch den überbordenen Kommerz zurückfahren. Was da an Gelder frei würden…

Wenn ich Gestalten sehe, die zwar weiblich aussehen, aber männlich singen (und vice versa), dann bringe ich das Bild mit dem Ton nicht in Einklang (kognitive Dissonanz). 2014 hatte Österreich “Conchita Wurst” als Kandidaten eingebracht. Bei sowas muß ich wegschalten — sollen diese Personen ihr Leben leben, gar keine Frage, aber es gab sicher auch andere, mitunter geeignetere Kandidaten. Eine vollbärtige Frau ist weit dessen, was ich mir unter normalen Vorstellungen jemals hätte ausmalen können (und ich kenne Frauen mit Damenbart, was mir weniger etwas ausmacht).

Völkerverständigung geht nicht mit Ausschluß. Wer freiwillig fern bleiben will, der darf das natürlich gerne tun. Der Ausschluß Rußlands ist eindeutig moralisch aufgeladen und politisch instrumentalisiert [1]. Wer Länder aufgrund eigener sogenannter Werte ausschließt, die darauf abzielen, diese zu unterjochen, der muß zu Inklusion und Weltengemeinschaft schweigen.

Letztendlich sind solche Veranstaltungen Abziehbilder aktueller politisch-moralischer Verfassungen. 1982 war noch die Friedensbewegung stark, 1998 sang Guildo Horn mit den Orthopädischen Strumpfhosen, daß er alle lieb hätte [2]. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war alles vergessen und erreichte, aus meiner Sicht betrachtet, mit der Amateurin Lena Meyer-Landrut im Jahr 2010 auch noch einen musikalischen Tiefpunkt. Nicole konnte im Gegensatz zu Lena deutlich besser singen. Ich erinnere mich noch an die Berichte im Fernsehen, die diese Kandidatin protraitierten und in höchsten Tönen lobten. Wenn man ein Lied das erste Mal ohne Bild hört, dann hat man einen ganz anderen Eindruck als mit. Unvoreingenommenheit ist die beste Basis, wenn man miteinander ins Gespräch kommen will. Und genau daran krankt meiner Meinung nach das ganze System “ESC”.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger

Verweise:
[1] de.euronews.com/kultur/2026/05/17/eurovision-song-contest-2026-russland-esc
[2] eurovision.de/teilnehmer/Alle-deutschen-ESC-Acts-und-ihre-Titel,vorentscheid386.html


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Von Veritatis