Frankfurt/Main.

Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag nachgegeben. Die EZB wird nach Einschätzung einer überwiegenden Mehrheit von Volkswirten die Leitzinsen erneut deutlich um 0,75 Prozentpunkte anheben. Die Notenbank dürfte damit auf die Rekord-Inflation in der Eurozone reagieren, die zuletzt eine Jahresrate von fast zehn Prozent erreicht hat.

Der Dax fiel im frühen Handel um 0,36 Prozent auf 13.148,75 Punkte, nachdem er zur Wochenmitte noch den höchsten Stand seit Mitte September erreicht hatte. Der MDax der mittelgroßen Werte verzeichnete ein Minus von 0,76 Prozent auf 24.026,91 Punkte. Für den EuroStoxx 50 als Börsenbarometer der Eurozone ging es um 0,45 Prozent nach unten.

Im Fokus steht zudem weiter die Berichtssaison der Unternehmen. So beflügeln ein brummendes Wartungsgeschäft und der starke US-Dollar die Geschäftserwartungen des Münchner Triebwerksbauers MTU. Dies reichte aber nicht aus, um den im Oktober bereits stark gelaufenen Aktien zusätzlichen Schub zu verleihen. Stattdessen machten die Anleger erst einmal Kasse, und die Papiere fielen unter den schwächsten Werten im Dax um rund zwei Prozent.

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf wird dank einer anhaltend robusten Entwicklung optimistischer und erhöhte seine Umsatzprognose. Dies sei aber bereits erwartet worden, schrieb Analystin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan. Die Aktien verloren am Dax-Ende mehr als zwei Prozent.

Daimler Truck gelang es, die Anleger mit einem neuen Ausblick zu überraschen. Der Lkw- und Bushersteller hatte nach einem unerwartet starken dritten Quartal seine Finanzziele für das Gesamtjahr angehoben. Damit zogen die Anteilsscheine unter den besten Werten im Dax um gut zwei Prozent an.

Noch deutlicher fielen die Kursausschläge im MDax aus. So sackten die Aktien von Nemetschek am Index-Ende um knapp acht Prozent ab. Der Bausoftwarespezialist hält trotz eines ordentlichen Wachstums im dritten Quartal an seiner Jahresprognose fest.

Die Anleger der Software AG mussten ein Minus von fast drei Prozent verkraften. Das Unternehmen hatte in wichtigen Bereichen weniger Umsatz gemacht als von Experten erwartet.

Bei den Anteilsscheinen von Aixtron stand nach zuletzt gutem Lauf ein Abschlag von rund fünf Prozent zu Buche. Eine weiterhin hohe Nachfrage und die Einführung neuer Anlagen zur Halbleiterproduktion stimmen den Maschinenbauer zwar teils optimistischer für 2022. Mit seinen Geschäftszahlen zum dritten Quartal aber enttäuschte das Unternehmen.

Für ein positives Ausrufezeichen wiederum sorgte Hellofresh: Der Kochboxenlieferant schlug sich beim Umsatz dank höheren durchschnittlichen Bestellwerten und dem Vertrieb von Zusatzprodukten etwas besser als von Analysten vorhergesehen. Die Papiere setzten sich mit einem Plus von fast vier Prozent an die Index-Spitze. (dpa)



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Von Veritatis

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