Theo Koll, der Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios musste am vergangenen Freitag in Berlin als Zeuge und Geschädigter vor Gericht erscheinen. Das Amtsgericht Tiergarten verhandelt dort gerade einen Kunstraub. Der Prozess ist in vielerlei Hinsicht interessant, vor allem aber beantwortet er die Frage, in welchen Kanälen jährlich 8 Milliarden Euro Gebührengelder versickern.

von Jochen Sommer

Ein aktueller Prozess vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten offenbart einen interessanten Einblick in den luxuriösen Lebensstil eines hohen ZDF-Angestellten: Während sich der heutige Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, Theo Koll, im Jahr 2014 beruflich in Paris aufhielt, wurde sein Gemälde-Lager von einem Lkw-Fahrer ausgeräumt. Die Kunstwerke waren, zusammen mit anderen Wertgegenständen, in Berlin-Tegel eingelagert – für, wie „Bild” informiert, mehr als 500 Euro Monatsmiete. „Es war ein furchtbarer Anblick, als ich zurückkam“, trauert Koll. „Die Halle feucht und zugig, alles durchwühlt und durcheinander. Erst nach und nach wurde klar, wie viel fehlte.“ Vor allem fehlt Koll selbst der Überblick über die eigenen Besitztümer:  „Definitiv“ würden 22 Bilder fehlen. Genau wisse er es jedoch nicht, „denn auch ein Ordner mit Kaufunterlagen ist weg“. Besonders schmerze ihn der Verlust eines Ölgemäldes von Martin Borowski aus der Leipziger Schule, so Koll weiter. Das Bild habe lange im Esszimmer der Familie gehangen.

Der Dieb hingegen sagte aus, er habe sämtliche Bilder für nur 450 Euro an einen Berliner Kunsthändler verkauft. Eine schwere Kiste voller Tiffany-Tafelsilber mit Familienstempel habe er zum Materialwert von 2.100 Euro versetzt. „Unvorstellbar, dass man so etwas in die Schmelze gibt!“, kommentierte Koll. Seine eigene Ehefrau Franziska Castell war es schließlich, die den Fall löste: „Ich recherchierte im Internet und fand bei einer Auktion in den USA ein Original, welches mein Mann bei Sotheby‘s gekauft hatte!, erklärte sie.

Interessante Fragen drängen sich auf

So kam man dem Berliner Kunsthändler auf die Spur, in dessen Lager sich weitere Raubkunst fand. Auch der Dieb selbst wollte sich, bei allem Profitstreben, etwas Kunstgenuss im eigenen Heim gönnen und sich zwei der gestohlenen Bilder übers Sofa hängen.

So tragisch der Verlust und die Banausenhaftigkeit des Diebes sind: Hier drängt sich doch zu allererst die Frage auf, wie sich eigentlich gebührenfinanzierter hochrangiger Journalist des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine derartige Gemäldesammlung und Tiffany-Tafelsilber leisten kann?!  Wieviel zahlt das ZDF eigentlich seinen Top-Leuten?Sind dies die Mehraufwendungen, die der ÖRR geltend macht, wenn er alle Jahre wieder „Anpassungen“ und Gebührenerhöhungen fordert?

Erst die Skandale um den RBB und den Bayerischen Rundfunk, dann die unfassbare Summe der Pensionsrückstellung alleine für MDR-Intendantin – und jetzt noch Enthüllungen über Edeljournalisten, die sich eigene Gemäldesammlungen halten: Man darf gespannt sein, ob auch beim ZDF bald ähnlich astromomische Gehaltszahlungen ans Licht kommen, wie sie im Zuge der anhaltenden Ermittlungen gegen die finanziellen Eskapaden bei der ARD scheibchenweise ans Licht kommen.





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Von Veritatis

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