In einer Bar im Stadtviertel Lapa, Rio de Janeiro, schauen Menschen die letzte TV-Debatte zwischen den beiden brasilianischen Präsidentschaftskandidaten da Silva und Bolsonaro.

In einer Bar im Stadtviertel Lapa, Rio de Janeiro, schauen Menschen die letzte TV-Debatte zwischen den beiden brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Lula da Silva und Bolsonaro.Foto: Fernando Souza/dpa

Beide Kandidaten haben den Wahlkampf mit harten Bandagen geführt: Die verfeindeten Lager überzogen sich mit Anschuldigungen und Falschinformationen. Der Ausgang ist auch für den Rest der Welt bedeutend.

Bei der Präsidentenwahl in Brasilien haben sich der der linke Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und der rechte Amtsinhaber Jair Bolsonaro nach Teilergebnissen ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Nach Auszählung von fast 80 Prozent der Wahllokale kam Lula auf 50,25 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt mitteilte. Bolsonaro lag demnach bei 49,75 Prozent. Lula hatte die erste Runde am 2. Oktober gewonnen – allerdings deutlich knapper, als nach den Umfragen erwartet. Danach galt das Rennen wieder als völlig offen.

Die Wahl hat über Brasiliens Grenzen hinaus erhebliche Bedeutung. Angesichts der angespannten Lage auf dem Energie- und Lebensmittelmarkt wegen des Ukraine-Kriegs ist Brasilien mit seinen enormen natürlichen Ressourcen auch ein wichtiger Handelspartner.

Bolsonaro gibt sich siegessicher

„Die Erwartung ist ein Sieg, zum Wohle Brasiliens“, sagte Bolsonaro, nachdem er in Rio de Janeiro seine Stimme abgegeben hatte. Der Ex-Militär trug ein gelbes T-Shirt mit der Aufschrift „Brasil“ und zeigte das Victory-Zeichen. „So Gott will, werden wir heute siegreich sein. Oder besser gesagt: Brasilien wird heute siegreich sein.“

Lula küsste bei der Stimmabgabe seinen Wahlzettel. Er sagte: „Bei dieser Wahl geht es um die Entscheidung zwischen Demokratie und Barbarei, Demokratie oder Faschismus.“

Neben dem Präsidenten wurden am Sonntag auch Gouverneure in einem Dutzend Bundesstaaten gewählt – etwa im bevölkerungsreichsten und wirtschaftsstärksten Bundesstaat São Paulo. In der ersten Runde hatten Gefolgsleute Bolsonaros bereits eine Reihe wichtiger Gouverneursposten erobert. Seine Liberale Partei (PL) stellt künftig auch die stärkste Fraktion im Kongress, vor Lulas Arbeiterpartei (PT).

Brasilien ist politisch gespalten

Das Land ist politisch zerstritten, was sich bei der Befragung von Wählern auch am Sonntag zeigte. „Ich hoffe, dass Lula gewinnt, ich ertrage Bolsonaro nicht mehr“, sagte Christiane Machado, nachdem sie im Viertel Copacabana in Rio de Janeiro ihre Stimme abgegeben hatte. „Das Erbe der PT ist zweischneidig. Es gab soziale Fortschritte, aber auch Korruptionsskandale. Man kann jedoch nicht fast 700 000 Corona-Tote ignorieren – darunter meine Eltern.“

Dagegen stimmte Renata Proença für den amtierenden Präsidenten, um eine Rückkehr Lulas an die Macht zu verhindern. „Ich habe nie in meinem Leben der Linken, der Arbeiterpartei PT oder Lula meine Stimme gegeben“, sagte sie. „An Bolsonaro gefällt mir, dass ich weiß, was von ihm zu erwarten ist.“ (dpa)



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Von Veritatis

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