Ex-Kanzler Sebastian Kurz sieht sich aufgrund eines aufgezeichneten Telefonats mit dem früheren Finanzgeneralsekretär Thomas Schmid entlastet. Darüber kann sich jetzt jeder selbst ein Bild machen.

Dass der Mitschnitt ausgerechnet auf dem „Twitter“-Account des früheren BZÖ-Politikers Stefan Petzner auftauchte, macht die ganze Sache rund um die ÖVP-Korruptionsvorwürfe bezüglich mutmaßlicher getürkter und aus dem Steuerzahler-Topf finanzierten Umfragen der Meinungsforscherin Sabine Beinschab noch merkwürdiger. Die Veröffentlichung sei rechtlich zulässig, versicherte Petzner bei „Twitter“, er habe sich zuvor mit seinen Anwälten beraten.

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„Durch falsche Aussage Kronzeugenstatus erlangen“

Im Fokus der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) steht in diesem Fall auch Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, der von Thomas Schmid durch seine Einvernahme bei der WKStA schwer belastet wird. Kurz wehrte sich dagegen und legte der WKStA einen Mitschnitt eines Telefonats mit Thomas Schmid vor, der seine Unschuld beweisen sollte. Bei „Twitter“ meinte er:

Thomas #Schmid versucht bei der #WKStA durch die falsche Aussage, er hätte in meinem Auftrag gehandelt, den Kronzeugenstatus zu erlangen und straffrei zu kommen. Die Realität sagt das genaue Gegenteil, wie dieses Tonband jetzt beweist. Jeder kann sich selbst ein Bild machen.

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Kurz: „Mitterlehner ist eine Sau“

Wer sich nun das 13 Minuten lange Telefongespräch der beiden anhört, bekommt vor allem zu hören, wie sich Sebastian Kurz und Thomas Schmid gegenseitig bedauern. Kurz empört sich dann über eine Passage im Akt der Staatsanwaltschaft und sagt:

Dass ich gesagt habe, Mitterlehner ist eine Sau, da tun’s so, als hätt’ das noch nie jemand anderer g’sagt…das wird g’rad so dargestellt, als wär’ ich der erste Mensch, der in Österreich schon über jemand’ g’schimpft hat.

Schmid weicht Kurz bei Beinschab aus

Danach – zumindest hat man als Zuhörer den Eindruck – versucht Kurz seinem Gesprächspartner Schmid in den Mund zu legen, dass er mit der Beinschab-Sache nichts zu tun hätte. Wörtlich meinte er:

…aber ich hab’ dir doch nie irgendwie, oder einen Auftrag gegeben, wir haben doch nie über Inserate oder sowas g’red, oder doch nicht, oder? Ich hab’ doch nie g’sagt, du sollst der Beinschab jetzt irgendwelche Aufträge geben. Ich les’ diesen Akt und denke mir, das gibt’s doch nicht. Wie kann man das behaupten? Oder, aber ich weiß nicht, ob ich das alles vergessen hab’?

Thomas Schmid will und will Kurz aber offenbar keine weise Weste geben und sagte ausweichend:

Na, aber das ist ja das Schlimme, dass die (Staatsanwaltschaft, Anm. d. R.) ihre eigene Geschichte zusammenbauen. Ja, es ist ja zum Beispiel a so lustig, diese eine Geschichte mit dem Kern als Pizzabote…

Überwachung angenommen

Schmid sagte der WKStA, angesprochen auf die Aufzeichnung dieses Telefonats mit Kurz, er habe vermutlich angenommen, „dass es eine Verteidigungsrede für die überwachende Staatsanwaltschaft oder für seine eigene Aufnahme sei“. Er habe daraufhin „herumgeschwurbelt und kleingeredet“ und die damals noch gemeinsame Verteidigungsstrategie bestätigt, dass es keine Straftaten gegeben habe, sagte Schmid.

Eines steht fest: Als Kurz und Schmid dieses Telefongespräch führten, war das gegenseitige Vertrauen schon beim Teufel. Auf die Frage von Schmid, ob er eine zweite Telefonnummer hätte, bejahte dies Kurz, allerdings verweigerte er die Bekanntgabe dieser an Schmid. Er sei ja unter dieser Nummer am besten erreichbar, meinte Kurz entschuldigend.





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Von Veritatis

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