Rund 120 Millionen Amerikaner werden voraussichtlich bei den Zwischenwahlen 2022 ihre Stimme abgeben. Eine neu gestaltete politische Landschaft könnte daraus resultieren. Bei einem Gewinn des Repräsentantenhauses durch die Republikaner könnte Kevin McCarthy Nancy Pelosi als Sprecher des Hauses ablösen.

Wenn der Rauch des Wahlkampfes sich lichtet, könnten rund 120 Millionen Wähler in den Vereinigten Staaten mit ihrem Votum für ein neues legislatives Spielfeld gesorgt haben.

Regulär sollte die Stimmenauszählung am 9. November beendet sein. In einigen Orten mit knappen Wahlergebnissen auch erst in den Tagen danach. Laut dem Weißen Haus könnte jetzt aber das Wahlergebnis insgesamt erst Tage später kommen.

Auf dem Wahlzettel für die Zwischenwahlen stehen 34 Sitze im US-Senat, der jetzt bei 50:50 unentschieden steht, drei Dutzend Sitze im US-Repräsentantenhaus, wo die Republikaner mindestens fünf mehr Sitze benötigen, um die Mehrheit in der Kammer zu erlangen, und 36 Gouverneurswahlen.

Bis zum 7. November hatten bereits mehr als 42 Millionen Wähler ihre Briefwahlunterlagen abgegeben oder vorzeitig persönlich gewählt, berichtet das U.S. Elections Project an der University of Florida.

Das sind zwei Millionen mehr als bei der vorzeitigen Stimmabgabe 2018, aber bei weitem nicht so viele wie bei der vorzeitigen Stimmabgabe 2020 (101 Millionen), die zwei Drittel der gesamten Wahlbeteiligung von 154 Millionen ausmachte.

Bei den Zwischenwahlen 2018 haben mehr als 122 Millionen Menschen gewählt. Die Prognostiker sind sich nicht sicher, ob die Zwischenwahlen 2022 die Beteiligung von 2018 erreichen oder übertreffen werden.

Sicher ist, dass die Wahlbeteiligung über Gewinner und Verlierer entscheiden wird und damit auch über die künftige US-Außenpolitik. Die Kandidaten, Ausschüsse und Parteien, die bei Themen, die die Wähler am meisten bewegen, die überzeugendsten Aufrufe zum Handeln formulieren, werden die Gewinner sein.

Diese Erkenntnis lässt die Republikaner von einer „roten Welle“ träumen, mit der sie die Kontrolle über den Senat übernehmen und eine deutliche Mehrheit im Repräsentantenhaus erreichen würden.

Republikaner beherrschen Themenauswahl

Die Republikaner haben die Demokraten einheitlich auf ihre Verbindung zu Präsident Joe Biden und auf ihre Schuld an einem 40-Jahres-Hoch bei der Inflation festgenagelt.

Die Themen Gas und Lebensmittel kommen bei den Wählern gut an. In Umfragen und Erhebungen gaben die Wähler im ganzen Land wiederholt und mit überwältigender Mehrheit an, dass Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit ihre Hauptsorgen seien.

Auch Kriminalität und Einwanderung standen ganz oben auf der Sorgenliste. Die Republikaner haben den Demokraten vorgeworfen, zu wenig gegen die Kriminalität zu tun und für das Grenzchaos verantwortlich zu sein.

Die republikanischen Wähler waren begeistert von der Förderung der Elternrechtsbewegung, der Ausweitung der Schulwahl und der Durchsetzung von Initiativen zur Wahlintegrität – ein Enthusiasmus, der sich in Umfragen widerspiegelt, die laut Prognosen eine motivierte Wahlbeteiligung erwarten lassen.

Die Kandidaten der Demokraten erhielten Auftrieb durch die Aufhebung des Urteils Roe v. Wade durch den Obersten Gerichtshof. Dieser hatte am 25. Juni des Jahres nach knapp 50 Jahren das Urteil „Roe v. Wade“ (das v steht für versus, gegen) gekippt und damit das seit 1973 bestehende Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch in den USA aufgehoben. Doch angesichts steigender Benzin- und Lebensmittelpreise verblasste dieser Schwung als Motivationsfaktor.

Ein weiteres Wahlkampfthema der Demokraten, das zumindest in den Umfragen unterging, war die „Bedrohung der Demokratie“, die viele Parteikandidaten ihren republikanischen Gegnern vorwarfen, insbesondere den Anhängern von Präsident Donald Trumps Wahlbetrugsvorwürfen. Nur wenige Wählerinnen und Wähler gaben an, dass dies bei ihrer Wahlentscheidung eine Rolle gespielt hat.

Die Zwischenwahlen 2022 werden vielleicht keinen Rekord bei der Wahlbeteiligung bringen, aber sie werden wahrscheinlich einen neuen Maßstab bei den Wahlkampfausgaben setzen.

Laut einer am 3. November veröffentlichten Analyse von „OpenSecrets“ werden die Gesamtkosten für die Zwischenwahlen auf Bundes- und Landesebene voraussichtlich 16,7 Milliarden Dollar betragen, was den Rekordwert von 14,4 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2020 übertreffen würde.

7 von 34 Senatssitzen umkämpft

Der Senat ist 50:50 zwischen den beiden Parteien aufgeteilt, wobei die Stimme von Vizepräsidentin Kamala Harris den Ausschlag gibt. Auf dem Wahlzettel stehen 34 der 100 sechsjährigen Sitze in der Kammer.

7 der 34 Wahlgänge gelten als umkämpft. In den vier Bundesstaaten Arizona, Nevada, Georgia und New Hampshire steht die Wiederwahl der demokratischen Amtsinhaber auf der Kippe.

Bei den Republikanern ist Senator Ron Johnson, Wisconsin, der einzige Amtsinhaber, der sich einer harten Herausforderung stellen muss, während in Pennsylvania und Ohio Kandidaten Nachfolgesitze von Senatoren anstreben, die in den Ruhestand gehen.

Am 7. November zeigte das Prognosemodell des Meinungsforschungsinstituts „FiveThirtyEight“, dass die Republikaner eine 54-prozentige Chance haben, die Senatsmehrheit zu erringen, verglichen mit 46 Prozent für die Demokraten.

„RealClearPolitics“ geht davon aus, dass die Republikaner den Senat mit 53 Sitzen gegenüber 47 Sitzen für die Demokraten kontrollieren werden. Bis Anfang November gingen die Modelle davon aus, dass die Demokraten die Kontrolle über die Kammer behalten würden.

Chancen für Republikaner durch neue Bezirksaufteilung

Alle 435 zweijährigen Sitze im US-Repräsentantenhaus stehen zur Wahl. Vor den Zwischenwahlen verfügten die Demokraten über eine Mehrheit von 220:212 Sitzen, wobei drei Sitze unbesetzt sind. Die Republikaner müssen fünf Bezirke hinzugewinnen, um die Mehrheit in der Kammer zu erlangen.

Sollte es den Republikanern gelingen, das US-Repräsentantenhaus zu gewinnen, könnte der jetzige Minderheitsführer Kevin McCarthy Nancy Pelosi als Sprecher des Hauses ablösen.

Die Neuaufteilung der Bezirke nach der Volkszählung 2020 begünstigt die Republikaner bei ihrem Rennen um das Repräsentantenhaus: 6 überwiegend rote Bundesstaaten gewinnen Sitze hinzu – 2 in Texas, je 1 in Colorado, Florida, Montana, North Carolina und Oregon. 7 überwiegend blaue Staaten – Kalifornien, Illinois, Michigan, New York, Ohio, Pennsylvania und West Virginia – verloren Sitze.

Laut „Ballotpedia“ sind 37 Bezirke, also weniger als 9 Prozent, „umkämpft“. Hier könnte ein Amtsinhaber oder eine Partei 1 Sitz verlieren. Davon werden 28 Sitze von Demokraten gehalten, 7 von Republikanern, und 2 sind neu geschaffene Sitze nach der Volkszählung 2020.

„RealClearPolitics“ schätzt 228 Sitze als tendenziell, wahrscheinlich oder eindeutig republikanisch ein, 174 als demokratisch, und 33 als ungewiss. Die meisten dieser Sitze sind derzeit im Besitz der Demokraten.

Bei 36 Gouverneurswahlen stellen sich 28 Amtsinhaber zur Wiederwahl. 16 der 36 Gouverneurssitze werden von den Demokraten gehalten. Bei 4 ist die Wiederwahl ungewiss. 20 Sitze werden von Republikanern gehalten, wobei 3 Sitze umkämpft sind.

Zum Autor

John Haughey ist seit 1978 als Journalist tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Kommunalverwaltung, staatliche Gesetzgebung sowie Wachstum und Entwicklung. Er ist Absolvent der University of Wyoming und ein Navy-Veteran, der während dreier Einsätze an Bord der USS Constellation Brände auf See kämpfte. Er war als Reporter für Tageszeitungen in Kalifornien, Washington, Wyoming, New York und Florida tätig und schrieb für Wirtschaftspublikationen in Manhattan.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „120 Million Midterm Voters Set to Unleash Red Wave or Build Blue Wall“ (redaktionelle Bearbeitung jw)



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Von Veritatis

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