Von reitschuster.de

Man will sich instinktiv weigern es zu glauben, aber es ist offenbar schon wieder passiert. Im Landkreis Soest (NRW) ist ein elfjähriges Kind vom Fahrer eines Schulbusses auf halber Strecke ausgesetzt worden. Grund: Der Sechstklässler soll keine Maske getragen haben. Bereits im Sommer mussten wir über einen ähnlichen Vorfall berichten, bei dem die Heimfahrt von der Schule für zwei nur unzureichend maskierte Kinder ein jähes Ende gefunden hatte. Damals wie heute wurden Minderjährige aus vergleichsweise nichtigen Anlässen in völlig verantwortungsloser Weise einfach sich selbst überlassen. Im aktuellen Fall hat Tamara L., die Mutter des ausgesetzten Schülers, dem „Soester Anzeiger“ die unglaublichen Details geschildert.

Anders als mancher vielleicht vermuten möchte, handelt es sich bei der Familie nicht um militante Maskenverweigerer, die jetzt nur das bekommen haben, was sie vermeintlich verdient haben. Tamara L. lässt im Gespräch mit der Zeitung sogar durchblicken, dass sie Verständnis für die Maskenpflicht habe und diese durchaus „okay“ finde. Der Schüler sei auch an diesem Montag mit Maske aus dem Haus gegangen. In der Schule seien dann die Ohrschlaufen abgerissen und einen Ersatz habe ihr Sohn nicht dabei gehabt, wie Tamara L. zur Vorgeschichte ausführt.

Nach Schulschluss hat der Elfjährige den Fahrer beim Betreten des Busses in Werl sogar noch auf das Fehlen der Maske hingewiesen, wohlwissend um die für das gemeine Volk geltenden diesbezüglichen Vorschriften. Allem Anschein nach hatte der Chauffeur nichts dagegen einzuwenden gehabt, denn der Junge durfte die Fahrt in Richtung Illingen, seinem Wohnort, zunächst noch antreten. Weshalb es auf etwa halber Strecke dann trotzdem zum Rauswurf kam, wird in dem Bericht wie folgt beschrieben: „Aber später erst habe sich ein älterer Fahrgast über das Fehlen der Schutzmaske beschwert; daraufhin habe der Fahrer den Elfjährigen an der Kirche in Scheidingen vor die Tür gesetzt.“

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Schüler muss Heimweg zu Fuß fortsetzen

Tamara L. führt weiter aus, dass ihr Sohn mit rund 25-minütiger Verspätung nach Hause gekommen sei – mit Tränen in den Augen und ob der Vorkommnisse völlig schockiert. Sie habe sich schon Sorgen gemacht und sich umgehend an das verantwortliche Busunternehmen Karrie Tours GmbH gewandt, sagt die Mutter. Dort sei man sich jedoch keinerlei Schuld bewusst gewesen und konnte offenbar nichts Problematisches darin erkennen, ein Kind einfach sich selbst zu überlassen. In diesem Zusammenhang nennt Tamara L. auch einige Alternativen, wie man die Sache besser hätte lösen können bzw. müssen. Der Fahrer hätte ihren Sohn dann lieber gar nicht erst mitnehmen sollen oder ihn in Scheidingen wenigstens bei der Polizei absetzen können, die dann die Eltern hätte informieren können. Aber so sei das Handeln des Busfahrers schlicht „verantwortungslos“ und „empörend“ gewesen.

Es steht natürlich außer Frage, dass der Busfahrer mit dem Aussetzen eines minderjährigen Schülers eine nicht ganz glückliche Entscheidung getroffen hat, um es vorsichtig auszudrücken. Andererseits wäre es aber auch zu einfach, jetzt den Stab über den Mann zu brechen. Vielmehr lohnt es sich, auch die weiteren Begleitumstände zu beleuchten. Denn offensichtlich zeigte sich der Fahrer anfangs noch bereit, Fünfe auch einmal gerade sein zu lassen und das Kind trotz fehlender Maske mitzunehmen. Eskaliert ist die Situation erst, nachdem sich ein „älterer Fahrgast“ von der Nacktheit im Gesicht des Jungen gestört gefühlt und sich beim Busfahrer beschwert hatte. Wenn man sich jetzt noch vorstellt, dass diesem vielleicht sogar noch mit Konsequenzen gedroht wurde – zum Beispiel mit einer Anzeige bei der Polizei oder Beschwerde beim Arbeitgeber – dann wirft das schon ein etwas anderes Licht auf die Sache. Nochmal: Das Handeln des Busfahrers ist nicht gutzuheißen und wohl auch nicht zu rechtfertigen, aber gleichzeitig sollte es auch im Gesamtzusammenhang beurteilt werden.

Busunternehmen verweigert Kommentar

Gerne hätten wir bei dem Busunternehmen um eine Stellungnahme angefragt. Doch die KarrieTours GmbH ließ bereits die Kollegen aus Soest wissen, dass man sich zu diesem Vorfall „nicht äußern wolle und werde“, wie es in dem Bericht heißt. Und so beließ man es bei der knappen Mitteilung, dass die Vorwürfe der Mutter der Geschäftsleitung bekannt seien. Das Unternehmen betreibt die Linie 522 im Landkreis Soest im Auftrag der Westfalenbus GmbH und setzt auf dieser Strecke reguläre Busse des öffentlichen Personennahverkehrs ein. Eine spezielle Beauftragung für Schulbusfahrten durch den Schulträger gebe es nicht, wie die Zeitung weiter berichtet.

Die Maske – für die einen ein Symbol der Unterwürfigkeit, für die anderen eine Erinnerung daran, dass Corona gekommen ist, um zu bleiben. Aber nur noch ganz, ganz wenige Menschen sehen in der Maske einen wirklich effektiven Schutz vor der Infektion mit einer Atemwegserkrankung. Zu diesen Menschen gehört offenbar aber ausgerechnet, der „ältere Fahrgast“, der den Jungen beim Busfahrer angeschwärzt hat. Man kommt nicht umhin, solchen Zeitgenossen nahezulegen, doch bitte zu Hause zu bleiben und möglichst auch das Bett nicht mehr zu verlassen. Denn: Es wird der Tag kommen, an dem auch die Masken (und wirklich alle weiteren Maßnahmen) fallen. Höchste Zeit, dass wieder so etwas wie Vernunft und Normalität in die hiesigen Denk- und Verhaltensweisen einkehrt. Der aktuelle Fall aus Soest sollte Warnung genug sein.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Bild: Alice-D/Shuttserstock

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Von Veritatis

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