Wandelt Elon Musk Twitter zu einer revolutionären Bank um?

Eine Frau kauft mit Mobiltelefon und Kreditkarte ein. Twitter plant, seine App um eine Zahlungsfunktion zu erweitern.Foto: AmnajKhetsamtip/iStock

In einer spontanen Mitarbeitersitzung stand der neue Firmen-Chef Elon Musk Rede und Antwort. Dabei offenbarte er seine großen Pläne mit der Plattform. Die App soll eine Zahlungsfunktion erhalten, die vielen bestehenden Banksystemen Konkurrenz machen soll.

Der Kurzbotschaftendienst Twitter steckt nach der Übernahme durch den Tech-Milliardär Elon Musk in der Krise. Sogar eine mögliche Insolvenz schloss der neue Eigentümer nicht aus. Der Unternehmenskrise begegnet Musk allerdings mit vielen Ideen, was aus dem Unternehmen zu machen sei.

Am Donnerstag (10.11.) versammelte der neue Twitter-Chef Elon Musk kurzfristig die Mitarbeiter zu einer fast einstündigen Frage-und-Antwort-Sitzung. So konnten sie erstmals direkt mit dem neuen Firmeninhaber sprechen. Von dem Zusammentreffen erhielt das US-Mediennetzwerk „The Verge“ eine Aufzeichnung.

Musk äußerte sich offen zur prekären Finanzlage von Twitter sowie seinen Plan, die Twitter-App mit einer Zahlungsfunktion auszustatten. Zudem sollen auf der Plattform Videos hochgeladen werden können – ähnlich wie bei YouTube oder TikTok. Von den Mitarbeitern erwartet Musk, dass sie mit einem „wahnsinnigen Gefühl der Dringlichkeit“ arbeiten.

Musks Vision vom „Finanzinstitut der Menschen“

Der 51-jährige Unternehmer sieht bei Twitter auf lange Sicht „immenses“ Potenzial. Der App eine Zahlungsfunktion hinzuzufügen, sieht er als „transformative Chance“. Zahlungen seien demnach ein weiterer Austausch von Informationen. So sieht Musk „keinen großen Unterschied zwischen beispielsweise dem Senden einer direkten Nachricht und dem Senden einer Zahlung.“ Dabei sollen die Benutzer der App überall auf der Welt sofort und in Echtzeit Geld senden können. Hierbei können Musks Erfahrungen von der damaligen Mitbegründung an dem Online-Bezahldienst PayPal dienlich sein.

Auch für Twitter ist ein eigenes Guthaben vorgesehen, „das einfach positiv oder negativ werden kann.“ Der Firmen-Chef erläuterte dazu:

Wenn es (das Guthaben) positiv wird, ist der Zinssatz besser als das, was Sie anderswo erhalten könnten. Wenn es negativ wird, ist der Zinssatz niedriger als woanders. Damit haben sie jetzt ein viel einfacheres System.“

Zudem dachte Musk bereits darüber nach, wie sein Dienst kompatibel zur bestehenden Finanzinfrastruktur sein kann, wie etwa Debitkarte oder Schecks. Sein Gedanke ist, dass Twitter möglichst alle Dinge abdecken kann, die die Menschen aus finanzieller Sicht wollen. „Dann werden wir das Finanzinstitut der Menschen sein“, so die Vision von Musk.

Twitter will also „ein hochverzinsliches Geldmarktkonto einrichten“. Dieses Geldmarktkonto soll für die Menschen viel einfacher sein, als ein bisheriges Girokonto, ein Sparkonto oder ein Tagesgeldkonto und eine Kreditkartensituation, erklärte Musk. Damit könnte der Milliardär für viele bestehenden Banken eine ernsthafte Konkurrenz sein.

Videoupload und Monetarisierung

Im Weiteren will der Tesla-Chef Twitter auch zu einer Art Multimedia-Plattform ausbauen.

Wir sind die Stärksten, wenn es ums Schreiben und Echtzeit geht. Aber das wollen wir auch für Bilder und Videos haben“, verkündete Musk.

Derzeit können die Twitter-Benutzer keine längeren Videos veröffentlichen, eine Monetarisierung wie etwa bei YouTube gibt es nicht. Das plant das Unternehmen zu ändern und den Menschen mehr Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Das Geld für die Monetarisierung soll den Benutzern dann direkt ihrem Twitter-Guthaben gutgeschrieben werden.

Musk wolle YouTube mit seinem Plan nicht aus dem Geschäft drängen, jedoch könne Twitter sich auch etwas von dem Kuchen nehmen. „Geben Sie den Erstellern also zumindest die Möglichkeit, ihr Video auf Twitter zu veröffentlichen und den gleichen Betrag zu verdienen, oder vielleicht etwas mehr, wie auf YouTube oder TikTok“, sagte der Konzernchef.

Länder miteinander verbinden

Musk sieht in Twitter die Chance, eine Art öffentlicher Marktplatz zu sein, „auf dem Menschen Ideen austauschen und ab und zu ihre Meinung ändern.“ Er will einen interkulturellen Dialog, also „mehr Dialog zwischen den Ländern“ fördern.

„Wir haben einen erstaunlichen Marktanteil in Japan. Es gibt wahrscheinlich jeden Tag einige sehr interessante Tweets aus Japan, aber wir sehen sie nie in den USA oder fast nie.“ Musk fände es sehr aufregend, den Benutzern Tweets aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Sprachgruppen zu präsentieren, die interessant, unterhaltsam und lustig seien.

Kernprodukt von Twitter

Im Folgenden erörterte der Firmen-Chef bei der Sitzung, woraus das Kernprodukt besteht, um dieses weiterentwickeln zu können. „Es besteht aus Software. Wenn wir also keine großartige Software schreiben, ist es schwierig, das Produkt besser zu machen.“ Tesla und SpaceX hingegen würden Raketen, Autos, Supercharger und Satelliten bauen. Das sei primär Hardware, wobei es dort auch Software-Teams gebe. Musk betrachte Tesla mindestens genauso als Software- wie als Hardwareunternehmen. Jedoch biete Twitter keine Hardware an, lediglich Software. Hier müssten die Mitarbeiter ansetzen und sehr gute Programme entwickeln.

Die ersten zwei Wochen von Twitter unter Musks Besitz waren sehr turbulent. Musk entließ einen Großteil der Chefriege und etwa die Hälfte der weltweiten Belegschaft. Twitter Blue wurde überarbeitet, um bezahlten Abonnenten automatisch ein blaues Verifizierungshäkchen zu geben. Allerdings führte dies schnell zu vielen falschen Identitäten im sozialen Netzwerk.

Zudem traten mehrere wichtige Führungskräfte zurück. Ein Anwalt des Unternehmens hat den Mitarbeitern geraten, Whistleblower-Schutz zu suchen, „wenn Sie sich bei irgendetwas, worum Sie gebeten werden, unwohl fühlen“. In der Zwischenzeit hat Musk vergeblich versucht, die Werbetreibenden von Twitter davon zu überzeugen, inmitten des Chaos zurückzukehren, obwohl das Benutzerwachstum des Unternehmens laut ihm ein „Allzeithoch“ erreicht hatte.



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Von Veritatis

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