Die Eisscheinheiligen

Was gab es während der Pandemie für ein Gezeter. Neben Hygienevorschriften wurden Lüftungskonzepte gebastelt und — Achtung Wortspiel — eiskalt durchgezogen. Schüler saßen bei offenem Fenster mit Mütze, Schal und Jacke im Unterricht. Ungefragt froren sie für die Solidarität. Aber auch für Büros in öffentlichen Gebäuden waren Konzepte entworfen und minutiös beachtet worden. Hausmeister und eigens dafür beförderte Firmenkollegen achteten auf die Einhaltung der Regeln, führten Liste über erfolgte Lüftperioden und mahnten zum sogenannten Stoß- oder auch Querlüften. Nun ist die Pandemie — wie man weiß — fast Geschichte. Die Lüftungskonzepte haben ausgedient. Ersetzt wurden diese nun durch die sogenannte „19-Grad-Regel“. Im feinstem Jura-Jargon wurde diese Verordnung mit dem wohlklingenden Namen „Kurzfristenenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung — EnSikuMaV“ versehen. Dieses Wortmonster lässt nichts Gutes erahnen. Die Verordnung regelt Maßnahmen zur Energieeinsparung in Gebäuden. Mit anderen Worten: Sie regelt, wann wir frieren — oder eben nicht.



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Von Veritatis

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