Weil sie die One-Love-Bindenicht – wie deutsche Fußballfans immer wieder erklärten – als Werbung für Vielfalt und Toleranz verstanden, sondernfür sexuelle Diversität,schrittenkatarische Ordner gegen Träger der Binde ein.Die FIFAhatte sie sogar verboten.Ihr Präsident Gianni Infantino drückte allerdings ein Auge zu, als er zur Kenntnis nehmen musste, dass Innenministerin Nancy Faeser, diebeim Vorrundenspiel Deutschland gegen Japan neben ihm saß,ihre Jacke auszog und dieBinde zum Vorschein brachte.

Vor Spielbeginnprotestierte die deutsche Mannschaftauf dem Platzmitvordem Mund gehaltenen Händengegen das Verbot.Als Symbol deutscher Menschenrechtspolitik sollen Faesers One-Love-Binde nun historische Weihen verliehen werden.Die Stiftung „Haus der Geschichte“ batdie Ministerin um das Stück Stoff, damit es in einem ihrer Museen gezeigt werden kann.

Begeisterung in der Westbank

Mut bewies die iranische Nationalmannschaft, die vor dem Spiel gegen England beim Abspielen der Nationalhymne größtenteils schwieg.Das wurde allgemein verstanden als Unterstützung der seit Monaten andauernden Demonstrationen in der Islamischen Republik, die ausgelöst wurden durch brutales Vorgehen der Sittenpolizei gegen eine angeblich nicht vorschriftsmäßig verschleierte Frau. Bislang ist nicht bekannt, ob es nach der Heimkehr der iranischen Spieler Repressionen gegen sie gab.

Nicht nur angereiste Palästinenser, sondern auch Fans und Aktive ausmuslimischenLändernnutzten dieSpiele, umaufdie seit über sieben Jahrzehnten verletzten Menschenrechte in den von Israel besetzten Gebieten aufmerksam zu machen.Die Flagge Palästinas – schwarz-weiß-grün mit links hineinragendem rotem Keil – wurde unter anderem von Katarern,Marokkanern,Tunesiern und Spaniern neben ihrer eigenen Nationalflagge getragen.

Die größte Sichtbarkeit wurde der palästinensischen Fahne durch diemarokkanische Nationalelf zuteil.Der Spieler Jawad El Yamiq trug sie neben der marokkanischen Flagge auf das Fußballfeld.Nach den Siegen gegen Kanada und Spaniengruppierte sich diegesamteMannschaft um die palästinensische Fahne.Entsprechend groß war die Begeisterung im Westjordanland und im Gazastreifen über die Erfolge der marokkanischen Mannschaft.

Kritik am König

Auf dieangezweifelteRechtmäßigkeit einer solchen,durchauspolitischzu verstehendenManifestation angesprochen,teilte dieFIFA mit, dass der palästinensische Fußballverband ihr ordentliches Mitglied und auch Mitglied ihrer asiatischen Föderation sei. Daher gehöre die palästinensische Fahne zu den von der FIFA anerkannten nationalen Symbolen. Sie erscheine auch auf ihren Kongressen.

Diemarokkanische Mannschaft manifestierte mit dem Zeigen der palästinensischen Fahne auch eine indirekte Kritik an der Politikihres Königs, dermit der Besetzung, Besiedlung und wirtschaftlichen Erschließung der Westsahara auf ähnliche Weise wie Israel gegen das Völkerrecht und etliche UNO-Resolutionen verstößt. Die Flagge der Westsahara zu zeigen, wäre allerdings eine Übertretung der FIFA-Regeln gewesen, denn sie ist kein Mitglied.

Diestarke Sichtbarkeit des palästinensischen Problems in Katarist kein Zufall. Das Emirat gehört zu den Finanziers des Gazastreifens und trägt damit zum Überleben seiner Bewohner bei.Während die Vereinigten Arabischen Emirate vor kurzemdiplomatische Beziehungen zu Israel aufgenommen haben, hatteKatar diese2009 abgebrochen. Die Regierung des Emirats garantierte aber, dass die israelische Mannschaft im Falle einer Qualifizierung für die Weltmeisterschaft willkommen sei.



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Von Veritatis

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