Vor der morgigen öffentlichen Trauerfeier lobt Papst Franziskus den gestorbenen Papst Benedikt XVI. in höchsten Tönen. Der Deutsche sei ein Lehrherr bei der Vermittlung und Erklärung des christlichen Glaubens.

Rom.

Papst Franziskus hat seinen gestorbenen Vorgänger Benedikt XVI. als großen Vermittler des Glaubens bezeichnet. Der emeritierte Pontifex sei ein “großer Meister der Katechese” gewesen, sagte Franziskus zum Beginn der Generalaudienz im Vatikan. Als Katechese wird in der katholischen Kirche die Vermittlung und Erklärung des christlichen Glaubens bezeichnet.

“Sein scharfes und höfliches Denken war nicht selbstbezogen, sondern kirchlich, denn er wollte uns immer zur Begegnung mit Jesus begleiten”, sagte Franziskus über den gebürtigen Bayern, der am Silvestertag im Alter von 95 Jahren gestorben war.

“Jesus, der auferstandene Gekreuzigte, der Lebendige und der Herr, war das Ziel, zu dem uns Papst Benedikt führte, indem er uns an die Hand nahm. Möge er uns helfen, in Christus die Freude des Glaubens und die Hoffnung des Lebens wiederzuentdecken”, ergänzte Franziskus. Zuvor hatte er sich verbunden gezeigt mit jenen Gläubigen, die dem gestorbenen Benedikt im Petersdom die letzte Ehre erweisen.

An die deutschen Pilger gerichtet sagte Franziskus: “Mit den Worten unseres lieben Verstorbenen Benedikt XVI. möchte ich euch zurufen: “Wer glaubt, ist nie allein!” Wer Gott zum Vater hat, hat viele Brüder und Schwestern. In diesen Tagen erleben wir in besonderer Weise, wie umfassend diese Weggemeinschaft des Glaubens ist und dass sie auch mit dem Tod nicht endet.”

Steinmeier und Scholz bei Trauerfeier

Der Trauergottesdienst für den früheren Papst aus Deutschland findet morgen (9.30 Uhr) im Vatikan statt. Angeführt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz wird Deutschland mit den Spitzen der obersten Verfassungsorgane zur Trauerfeier reisen.

Aus Benedikts Heimat Bayern kommt eine von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angeführte Delegation mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kirche; ein Teil davon wird in einem Charterflugzeug nach Rom reisen. Die Bayern hätte sich Benedikt nach Einschätzung seines Biografen Peter Seewald am meisten als Trauergäste gewünscht.

Während es zwischen Benedikt und den deutschen Bischöfen immer wieder knirschte und es “aus dieser Ecke während des Pontifikats und danach Querschüsse gab, die völlig unverständlich waren”, sei die Beziehung Benedikts zu Bayern “bis zum Schluss unglaublich stark und ungebrochen” gewesen, sagte Seewald der Deutschen Presse-Agentur.

Petersdom am dritten Tag für Gläubige geöffnet

Der Petersdom ist heute den dritten Tag infolge geöffnet worden, damit sich Gläubige von dem dort aufgebahrten Benedikt XVI. verabschieden können. Noch bis 19.00 Uhr liegt der emeritierte Papst vor dem Hauptaltar der Basilika im Vatikan, ehe man ihn noch am Abend in einen Holzsarg.

An Montag und Dienstag waren nach Angaben der vatikanischen Gendarmerie insgesamt rund 90.000 Menschen in den Petersdom gekommen und an dem Leichnam des Deutschen vorbeigegangen. (dpa)



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Von Veritatis

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