Vielleicht wird es dieses Jahr nicht mehr aufregender, vielleicht ist das Highlight ausgerechnet am Freitag, dem 13. Januar erreicht worden. Denn kein Geringerer als Bushido hat jetzt auch die Podcast-Bühne betreten.

Wobei man vermutlich besser sagen sollte: Anis Ferchichi (Bushidos bürgerlicher Name) und seine Frau Anna-Maria. Denn zwar ist das neue Format als Bushido-Podcast gelabelt, eigentlich heißt er aber: Im Bett mit Anna-Maria und Anis Ferchichi. Das ist zwar nur unwesentlich kreativer, aber immerhin rührt es an die menschlichsten Instinkte in uns. Denn wer bitte will nicht wissen, was da so abgeht.

Das Schlafzimmer ist, so sagen die Ferchichis in der ersten Folge, eine Art Heiligtum, hier müssen sogar die acht Kinder vorher klopfen, bevor sie reindürfen. Macht ja auch irgendwie Sinn, denn das Bett, Sie wissen schon, da passieren diese Dinge, wie auch Anis und Anna-Maria in der ersten Folge fröhlich herumdrucksend andeuten. Passend dazu raschelt immer wieder die Bettdecke, was bei den Zuhörer:innen wirklich den Eindruck erweckt, dass die beiden wacker aus ihrem Dubaier Bett funken.

Nach Dubai sind die beiden inklusive Kindern ausgewandert – nicht zuletzt, weil in Deutschland immer noch der (gerichtliche) Streit mit seinem ehemaligen Manager Arafat Abou-Chaker schwelt. Der hatte dazu geführt, dass Bushido und Familie in Deutschland unter Polizeischutz leben mussten.

All das ist 2021 in einer Amazon-Serie dokumentiert worden. Im Bettgeflüster-Podcast ist dieses düstere Kapitel weniger präsent, stattdessen gibt es rund 50 Minuten mitunter schwer erträglichen Geplauders. Weil schließlich wissen wir alle, dass es für einen guten Podcast reicht, als A–C-Prominente einfach mal draufloszulabern. Machen schließlich alle. Anis beantwortet ein paar Fan-Fragen, die darauf abzielen, wann es mal wieder was von Bushido gibt. Außerdem klopft er ein paar bemerkenswert befremdliche Penetrations- und Untenrum-Sprüche (unter anderem bezeichnet er sein Gemächt als Torpedo), bevor es um den Rest des Beziehungslebens und natürlich die Familie geht. Und Anna-Maria lässt uns alle an ihrer Reality-TV-Erfahrung teilhaben, die sie dank ihrer Schwester Sarah Connor gesammelt hat.

Womit wir bei der interessanten Facette des Podcasts wären. Denn der ist ein Paradebeispiel für die perfekte öffentliche Inszenierung im Jahr 2023. Die Wandlung vom Skandalrapper zum sorgenden Familienvater hat Bushido nicht nur damals in der Amazon-Doku nachgezeichnet. Bei RTL+ folgt seit gestern die Doku-Serie Bushido & Anna-Maria – Alles auf Familie, in der es um den Neustart von „Deutschlands spannendster Familie“ in Dubai geht. Flankiert wird die Doku vom Insta-Game der beiden, das die Fangemeinde über Umzugsstress oder Kinderkrankheiten auf dem Laufenden hält. Immer unmittelbar, immer superreal, immer total intim. Da passt ein Bett-Podcast ideal rein. Einerseits, weil das private Zwiegespräch direkt ins Ohr eine andere Qualität von Intimität bietet. Mäuschen spielen im Schlafzimmer, das gibt es nicht mal bei Instagram. Diesen Effekt haben schon viele Promi-Paare genutzt – allerdings nicht so intensiv mit anderen Formaten verschränkt.

Und die Presse freut sich. Die Bunte hat im Januar schon sechs Mal über das Traumpaar berichtet, zum Beispiel darüber, dass sich zwei der Kinder streiten, wer zuerst zum Zahnarzt darf. Quelle: Instagram. Na dann. Durch diese radikale Selbstentblößung mausert sich das Paar aber auch zu einer Art Kult-Duo, um das sich ein popkultureller Hype entwickelt, wie es ihn oft um Reality-Formate gibt. Genau das wird auch durch den Podcast bespielt, den man eben auch „ironisch“ hören kann. So wie ich. Denn natürlich werde ich dranbleiben. Bei brisanten Enthüllungen melde ich mich sofort. Quelle: Podcast.



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Von Veritatis

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