[ Das Original erschien am 10.01.2023 auf meiner substack-Seite: https://alexkrainer.substack.com/p/is-war-on-china-in-the-offing ]

Ich weiß nicht, ob wir in diesem Jahr einen Krieg mit China haben werden, aber es sieht so aus, als ob sich das westliche Imperium, angeführt von den Vereinigten Staaten, ernsthaft darauf vorbereitet. Am Sonntag gab Generalleutnant James Bierman, der Kommandeur der Third Marine Expeditionary Force und der Marine Forces in Japan, der Financial Times ein Interview. Darin sagte er, dass sein Kommando hart daran arbeitet, den militärischen Erfolg des Imperiums in der Ukraine zu wiederholen. (Anm.d.Ü.: Kein Übersetzungsfehler oder Scherz!)

Wir bereiten einen neuen Schauplatz vor…

Bierman sagte, dass die USA und ihre Alliierten in Asien jene Vorarbeiten wiederholen, die den westlichen Ländern ermöglicht haben, den Widerstand der Ukraine gegen Russland zu unterstützen und sich nun auf Szenarien vorbereiten wie eine Invasion Chinas gegen Taiwan.

„Warum haben wir jenes Ausmaß an Erfolg erreicht, das wir in der Ukraine erreicht haben?… Weil wir uns nach der russischen Aggression 2014 und 2015 ernsthaft auf zukünftige Konflikte vorbereitet haben: Training für die Ukrainer, rechtzeitige Bereitstellung von Nachschub, die Identifizierung von Orten, von denen aus wir Unterstützung und nachhaltige Operationen ausführen können. Wir nennen das ‚Vorbereiten des Schauplatzes‘. Und wir bereiten den Schauplatz in Japan, auf den Philippinen und an anderen Orten vor.“

Natürlich ist das alles mehr als gerechtfertigt, denn Freiheit und Demokratie hängen überall davon ab, dass Taiwan nicht von China überfallen wird. Ganz zu schweigen davon, dass es sich um eine Frage des Prinzips handelt, und wir gehen keine Kompromisse ein, selbst wenn wir ein nukleares Armageddon riskieren.

Aber mal im Ernst: Was macht die westlichen Mächte so zuverlässig kriegsgeil? Gut darin zu sein, Kriege zu gewinnen, wäre nicht die Antwort. Es sind dieselben Mächte, die auch nach 20 Jahren nicht in der Lage waren, die Taliban zu besiegen. Selbst ihr „Erfolg“ in der Ukraine existiert nur in der Berichterstattung der Mainstream-Medien. Die Antwort ist, dass das Imperium Erfolg nicht am Gewinnen misst. Kriege sind nicht dazu da, gewonnen zu werden; sie sollen ewig weitergehen, weil sie für die wenigen Interessengruppen, die von ihnen profitieren, ein ausgezeichnetes Geschäft sind. In diesem Sinne war der Ukraine-Konflikt ein durchschlagender Erfolg: Der US-Kongress, der sich stets für Freiheit und Demokratie einsetzt, hat inzwischen über 112 Milliarden Dollar für die Verteidigung unserer Werte in der Ukraine bewilligt. Der größte Teil dieses Geldes – immerhin 85% – wird die Ukraine nie erreichen, sondern unter den Guten und Großen aufgeteilt werden, die unsere Grundsätze und Werte verteidigen.

Der Preis für Freiheit und Demokratie: 100.000 Dollar pro Kopf

Wenn 112 Milliarden Dollar nach viel Geld klingen, wie wäre es mit 35 Billionen Dollar? Das ist der Gesamtbetrag der Militärausgaben bis 2019, den das US-Verteidigungsministerium aufgrund von „kombinierten Fehlern, Kurzschrift und schlampiger Buchführung durch die Buchhalter des Verteidigungsministeriums“ nicht verbuchen konnte. Das sind weit über 100.000 Dollar pro Mann, Frau und Kind in den USA und fast eine Viertelmillion pro Haushalt. Es ist vielleicht das wertvollste Förderband für den Wohlstandstransfer in der gesamten Menschheitsgeschichte, und es hat im Laufe der Jahrzehnte eine Menge guter Arbeit geleistet…

Da sich der Erfolg in der Ukraine dem Erfolg in Afghanistan annähert, haben die Großen und die Guten jeden Anreiz, das Förderband in Gang zu halten. Es ist eindeutig an der Zeit, den Schauplatz an einen anderen Ort zu verlegen; die Medien werden ihren Teil dazu beitragen, damit wir alle verstehen, wie großartig Kriege sind. Falls Sie es noch nicht wussten: Sie machen „uns“ sicherer und reicher, was also soll man daran nicht mögen?

Der Kongress wird weiterhin für immer mehr „Hilfe für Taiwan“ stimmen und den Menschen erklären, was für eine großartige Investition das sein wird: für nur einen Bruchteil unseres Militärbudgets werden die japanischen und philippinischen Soldaten China für uns zerstören, bla, bla, bla. Die alte Leier…

Warum sind wir ständig im Krieg?

Kriege werden immer ordnungsgemäß geplant, vorbereitet und gerechtfertigt. In den kommenden Monaten können wir damit rechnen, alles darüber zu hören, wie schlecht die Chinesen sind, über ihren kommunistischen Kommunismus, ihr schreckliches Sozialkreditsystem, darüber, dass sie uns mit Covid angreifen, und was sonst noch Angst und Abscheu vor unserem neuen Kriegsziel schüren könnte. Für die ahnungslosen Konsumenten der Medienberichterstattung wird alles klar sein, und sie werden wieder einmal froh sein, die aktuelle Sache zu unterstützen. Wir sollten jedoch die Tatsache hinterfragen, dass wir uns ständig im Krieg befinden. Wenn der gemeinsame Nenner aller Kriege das westliche Imperium (also die USA, das Vereinigte Königreich und die NATO) ist, könnte es dann sein, dass wir die Bösen sind?

Nach Angaben des US Congressional Research Service haben die USA seit 1991 251 ausländische Militärinterventionen durchgeführt. Einer anderen Studie zufolge haben sie seit 1946 mehr als 80% aller militärischen Konflikte in der Welt ausgelöst. Wenn eine Nation die meisten weltweiten militärischen Konflikte ausgelöst hat, muss diese Neigung systemische Ursachen haben. Ich habe versucht, die Ursachen der westlichen Kriegssucht in diesem Artikel zu erklären: „Deflationslücke und die Kriegssucht des Westens“ https://thenakedhedgie.com/2017/10/18/deflationary-gap-and-the-wests-war-addiction/

Der erste Schritt zur Lösung eines Problems sollte darin bestehen, es richtig zu diagnostizieren und seine Ursachen zu verstehen, denn nur so können wir das Problem lösen. Wie Sie feststellen werden, wenn Sie den von mir verlinkten Artikel lesen, sind die Ursachen mit dem betrügerischen Geldsystem verbunden, das die westliche Zivilisation seit Jahrhunderten heimsucht. Wir müssen dieses System beenden und ehrliches Geld einführen, sonst wird das System uns vernichten.



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Von Veritatis

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