Von Daniel Weinmann

Hat Karl Lauterbach möglicherweise wieder einmal die ganze Nacht hindurch wissenschaftliche Studien gelesen und war unausgeschlafen? Auszuschließen ist dies angesichts seines gestrigen Tweets nicht. „Long Covid wird ein Schwerpunkt für das Bundesgesundheitsministerium werden. Wir dürfen diese Menschen nicht zurücklassen. Das gleiche gilt auch für diejenigen, die mit Post Vac langfristige Schäden der Impfung erlitten haben.“

Der Panikprophet, der sich als Dauer-Warner in den Talkshows des Landes festgesetzt hat, räumt demnach tatsächlich Impfschäden ein. Schon Mitte August 2021 behauptete Lauterbach – frei von jeglicher Evidenz – das Gegenteil: „Stimmt. Und zusätzlich geht es darum, weshalb eine Minderheit der Gesellschaft eine nebenwirkungsfreie Impfung nicht will, obwohl sie gratis ist und ihr Leben und das vieler anderer retten kann.“

„Ein Arzt, der so etwas sagt, sollte keine Approbation haben. Punkt“, kritisierte der Epidemiologe und frühere Leiter des Influenza-Programms der WHO, Klaus Stöhr. Grotesker noch: Um zugleich den Bogen zur Klimakrise zu schlagen, die nicht einmal in seinen Bereich fällt, deutete Lauterbach damals en passant an, was künftig auf uns zukommen wird: „Daher bin ich pessimistisch was freiwillige Opfer für den Klimaschutz betrifft.“

»Die Regierung enttäuscht mit Intransparenz«

Nun also doch – obwohl der „MDR“ noch am Freitag ganz Lauterbach-like tönte: „Zusammenhang zwischen Impfung und Gesundheitsstörung meist nicht herstellbar“. Selbst der „Spiegel“ fragte Ende Dezember: „An wen können sich Post-Vac-Betroffene wenden? Die Regierung hat darauf keine Antworten – und enttäuscht mit Intransparenz.“

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Gut möglich, dass Lauterbach mit seiner Einräumung von Impfschäden nur eine neue Volte schlägt, deren Sinn bzw. Unsinn sich derzeit noch nicht erschließen lässt. Oder handelt es sich schlicht um einen weiteren „Übertragungsfehler“? Mit dieser Finte versuchte der SPD-Politiker erst am Wochenende einen desaströsen Kommunikationsfehler zu kaschieren. Am Samstag zitierte die „Rheinische Post“ den Gesundheitsminister mit Blick auf Long Covid so: „Studien zeigen mittlerweile sehr deutlich, dass die Betroffenen es häufig mit einer nicht mehr zu heilenden Immunschwäche zu tun haben.“

Die Schwarzmalerei in Form einer nicht mehr zu heilenden Immunschwäche auf die Spitze zu treiben, war ein neuer Winkelzug, um unbescholtene Bundesbürger einmal mehr in Angst und Panik zu versetzen. Wie gewohnt lieferte Lauterbach auch keine wissenschaftlichen Begründung für seine Behauptung.

Ungeeignet und untragbar für das Amt des Bundesgesundheitsministers

Tags darauf wollte offenbar der Minister selbst seine Phantasterei nicht mehr wahrhaben. Da er sich in seiner geckenhaften Eitelkeit aber stets frei von Fehlern wähnt, schob er die Schuld auf die Pressestelle, der er einen „Übertragungsfehler“ unterjubelte.

Ein Ministeriumssprecher erklärte der „Welt“ den Lapsus so: Lauterbach sei das Interview wie üblich zum Gegencheck vorgelegt worden. Er habe die Passage mit der unheilbaren Immunschwäche gestrichen und den finalen Text an seinen Sprecher Hanno Kautz geschickt. Doch der habe die Änderung übersehen – und den Text an die „Rheinische Post“ weitergeleitet.

Statt seinen Fehler einzugestehen – was freilich einer guten Portion Courage bedürfte – müssen andere für Lauterbachs Missgriffe den Kopf hinhalten. Der notorische Schwarzmaler ist gleichermaßen ungeeignet wie untragbar für das Amt des Bundesgesundheitsministers. Er sollte Christine Lambrecht folgen und seinen Posten räumen. Fragt sich nur, wen Kanzler Scholz zum Nachfolger machen würde. Sollte der Grüne Janosch Dahmen Lauterbach beerben, würde die jetzige Malaise vermutlich gegen eine noch größere ausgetauscht.

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Dechiffriert: „Wir haben noch viel vor“ – Lauterbach droht in Davos mit „Zeitalter der Pandemien“.

 

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Screenshot Twitter

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