Aus der Selbstbeschreibung des Robert-Koch-Instituts:

“Das Robert Koch-Institut ist das Public-Health-Institut für Deutschland. Unser Ziel ist es, die Bevöl­ke­rung vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern.”

Ein wichtiges Mittel um das Ziel, die “Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen”, zu erreichen, ist das Monitoring von Krankheiten, die eine besondere Bedrohung der “Bevölkerung” darstellen. Krankheiten, die in Deutschland im Ensemble der “meldepflichtigen Erkrankungen” erfasst sind. Dazu heißt es im Pragraphen 9 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen [Infektionsschutzgesetz]:

“(3) Die namentliche Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem zuständigen Gesundheitsamt nach Absatz 4 spätestens 24 Stunden, nachdem der Meldende Kenntnis erlangt hat, vorliegen. Eine Meldung darf wegen einzelner fehlender Angaben nicht verzögert werden. Die Nachmeldung oder Korrektur von Angaben hat unverzüglich nach deren Vorliegen an das Gesundheitsamt zu erfolgen, das die ursprüngliche Meldung erhalten hat. Das Gesundheitsamt ist befugt, von dem Meldenden Auskunft über Angaben zu verlangen, die die Meldung zu enthalten hat. Der Meldende hat dem Gesundheitsamt unverzüglich anzugeben, wenn sich eine Verdachtsmeldung nicht bestätigt hat.”

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Dringlichkeitsstufe 1, denn, wie es beim Robert-Koch-Institut heißt:

“Im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes hat das Robert Koch-Institut die Verantwortung, die ihm übermittelten Daten meldepflichtiger Erkrankungen zu sammeln und unter infektionsepidemiologischen Gesichtspunkten auszuwerten. Die zeitnahe Veröffentlichung dieser Auswertungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung und Beurteilung gesundheitspolitischer Präventionskonzepte und für effektive Bekämpfungsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.”

Sie sehen, der Schutz der “Bevölkerung vor Krankheiten” wird beim Robert-Koch-Institut sehr ernst genommen, verbal sehr ernst genommen und die unverzüglich eingehenden Meldungen zu meldepflichtigen Krankheiten werden natürlich unverzüglich, immerhin ist das Robert-Koch-Institut im Bundeshaushalt mit einem Etat von 171,4 Millionen Euro eine feste, teure Größe, an der 207 Stellen für Beamte und 441 Stellen für Angestellte hängen, unverzüglich, also zeitnah erfasst und veröffentlicht.

207 Beamte und 441 Angestellte sind von beiden Varianten des mausschubsenden Gewerbes genug, so sollte man meinen, um “zeitnah” den Schutz der Bevölkerung vor Krankheiten zu gewährleisten. Indes:

Quelle: RKI

Die letzte Ausgabe des “Infektionsepidemiologischen Jahrbuchs meldepflichtiger Krankheiten” dessen zeitnahe Veröffentlichung so wichtig ist, um die “Bevölkerung vor Krankheiten” zu schützen, stammt aus dem März 2021 und umfasst Daten für 2020. Seither sind zwei Märze ins Land gegangen, März 2022, März 2023, einer steht unmittelbar bevor, ohne dass eine “zeitnahe Veröffentlichung” der für den Schutz der “Bevölkerung vor Krankheiten” so wichtigen, so zentralen, so unverzichtbaren Veröffentlichung des Infektionsepidemiologischen Jahrbuchs meldepflichtiger Krankheiten erfolgt wäre.

Sollten 207 Beamte und 441 Angestellte beim Robert-Koch-Institut tatsächlich nicht ausreichen, um den zeitnahen Schutz der “Bevölkerung vor Krankheiten” zu gewährleisten oder sind drei Jahre das, was beim Robert-Koch-Institut mit “zeitnah” gemeint ist oder ist es, wie so oft, die hehren Worte werden durch keinerlei Taten beeinträchtigt?

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Ärzte und andere Meldepflichtige melden unverzüglich oder spätestens innerhalb von 24 Stunden, alles, was es über einen von einer meldepflichtigen Krankheit Heimgesuchten an Informationen auszuspäen gibt, ohne dass der Eindruck, man wolle ihn zur öffentlichen Person machen, entsteht:

(1) Die namentliche Meldung durch eine der in § 8 Absatz 1 Nummer 1 und 4 bis 8 genannten Personen muss, soweit vorliegend, folgende Angaben enthalten:

1. zur betroffenen Person:
a) Name und Vorname,
b) Geschlecht,
c) Geburtsdatum,
d) Anschrift der Hauptwohnung oder des gewöhnlichen Aufenthaltsortes und, falls abweichend: Anschrift des derzeitigen Aufenthaltsortes,
e) weitere Kontaktdaten,
f) Tätigkeit in Einrichtungen und Unternehmen nach § 23 Absatz 3 Satz 1 oder nach § 35 Absatz 1 Satz 1 oder § 36 Absatz 1 oder Absatz 2 mit Namen, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Einrichtung oder des Unternehmens,
g) Tätigkeit nach § 42 Absatz 1 bei akuter Gastroenteritis, bei akuter Virushepatitis, bei Typhus abdominalis oder Paratyphus und bei Cholera mit Namen, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Einrichtung oder des Unternehmens,
h) Betreuung oder Unterbringung in oder durch Einrichtungen oder Unternehmen nach § 23 Absatz 5 Satz 1 oder § 35 Absatz 1 Satz 1 oder § 36 Absatz 1 oder Absatz 2 mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Einrichtungen oder Unternehmen sowie der Art der Einrichtung oder des Unternehmens,
i) Diagnose oder Verdachtsdiagnose,
j) Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion,
k) wahrscheinlicher Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat, mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und wahrscheinliches Infektionsrisiko,
l) in Deutschland: Landkreis oder kreisfreie Stadt, in dem oder in der die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist, ansonsten Staat, in dem die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist,
m) bei Tuberkulose, Hepatitis B und Hepatitis C: Geburtsstaat, Staatsangehörigkeit und gegebenenfalls Jahr der Einreise nach Deutschland,
n) bei Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19): Angaben zum Behandlungsergebnis und zum Serostatus in Bezug auf diese Krankheit,
o) Überweisung, Aufnahme und Entlassung aus einer Einrichtung nach § 23 Absatz 5 Satz 1, gegebenenfalls intensivmedizinische Behandlung und deren Dauer,
p) Spender für eine Blut-, Organ-, Gewebe- oder Zellspende in den letzten sechs Monaten,
q) bei impfpräventablen Krankheiten Angaben zum diesbezüglichen Impfstatus,
r) Zugehörigkeit zu den in § 54a Absatz 1 Nummer 1 bis 5 genannten Personengruppen,
2. Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten der Untersuchungsstelle, die mit der Erregerdiagnostik beauftragt ist,
3. Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten sowie die lebenslange Arztnummer (LANR) und die Betriebsstättennummer (BSNR) des Meldenden und
4. bei einer Meldung nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 die Angaben zur Schutzimpfung nach § 22 Absatz 2.

Sie melden an das mit der wichtigen Sammlung dieser überaus wichtigen Daten betraute Robert-Koch-Institut, das die zeitnahe Veröffentlichung der so gewonnenen super-wichtigen Daten versprochen hat, und dort wird Däumchen gedreht, ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre … und wenn sie nicht zwischenzeitlich von einer meldepflichtigen Krankheit dahingerafft wurden, dann drehen sie noch heute …


Quelle Featured Image. Business Advice co.uk

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Von Veritatis

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