Krebs ist nach den Krankheiten des Herz- und Kreislaufsystems immer noch die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Die Anzahl der an Krebs verstorbenen Menschen ist innerhalb von 20 Jahren (2002 bis 2022) sogar um zehn Prozent gestiegen. Allein im Jahr 2022 wurden gut 1,40 Millionen Patientinnen und Patienten wegen einer Krebserkrankung im Krankenhaus behandelt.

Laut einem aktuellen Bericht der Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird erwartet, dass die Anzahl der Krebsneuerkrankungen in den nächsten dreißig Jahren weltweit um 77 Prozent ansteigen wird. Der Bericht führt diesen erheblichen Anstieg auf verschiedene Faktoren zurück, unter anderem auf zunehmende Gewichtsprobleme und den fortgesetzten Tabakkonsum.

Viren können Krebs auslösen

Ein weiterer Risikofaktor sind Viren. Sie haben mehr Einfluss auf die Gesundheit, als viele vielleicht denken, besonders beim Thema Krebs. Sie können in den Körperzellen ein Chaos anrichten, indem sie ihr Erbgut in die menschliche DNA einschleusen. Das stört den normalen Zellablauf und kann zu ungewöhnlichen Veränderungen führen – zum Beispiel dazu, dass Zellen unkontrolliert wachsen, ein typisches Merkmal von Krebs.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Humane Papillomavirus, kurz HPV. Es ist ein weitverbreiteter Erreger, der meist durch sexuellen Kontakt übertragen wird. Dieses Virus steht in direktem Zusammenhang mit verschiedenen Krebserkrankungen. Besonders auffällig ist die Verbindung von HPV mit dem Großteil der Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Zudem gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass HPV auch bei einigen Kopf- und Halskrebsarten, insbesondere beim Rachenkrebs, eine Rolle spielt. Vermutet wird ein Zusammenhang mit HPV auch bei anogenitalen Krebserkrankungen wie Krebs der Vagina, der Vulva, des Penis und des Anus.

Neueste Forschungsansätze untersuchen die mögliche Beteiligung von HPV bei weiteren Krebsarten wie Prostatakrebs, welcher bei Männern am häufigsten vorkommt und Schilddrüsenkrebs.

Hilft der HPV-Impfstoff gegen Krebs?

Es gibt Überlegungen, den Einsatz von HPV-Impfstoffen zum Schutz gegen Krebs auf verschiedene Arten von Krebs zu erweitern. Das klingt auf den ersten Blick einleuchtend, aber die Sache ist komplizierter. Viren, zu denen auch HPV gehört, sind trickreich und können sogar der fortgeschrittensten Impftechnologie entkommen.

Nehmen wir das Beispiel Gebärmutterhalskrebs: Von den über 200 bekannten HPV-Arten erhöhen 22 das Gebärmutterhalskrebsrisiko. Der HPV-Impfstoff schützt aber nicht vor allen 22 gefährlichen HPV-Typen. Der Impfstoff Gardasil 9 deckt nur weniger als die Hälfte davon ab. Das heißt, andere gefährliche HPV-Typen bleiben weiterhin ein Problem. Studien haben gezeigt, dass nach der Impfung manche HPV-Typen, die der Impfstoff nicht abdeckt, sogar häufiger auftreten können.

Zudem beeinflusst der Impfstoff die Schleimhautimmunität auf eine Weise, die das Immunsystem im Kampf gegen Krebs schwächt.

Natürliche Immunität und Krebsprävention

Das Immunsystem hat die Aufgabe, Viren abzuwehren, und spielt daher eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung von Krebs. Die natürliche Schutzfunktion des Körpers ist darauf spezialisiert, Krebszellen zu identifizieren und zu vernichten. Indem wir die natürliche Immunität stärken, erhöhen wir unsere Fähigkeit, frühzeitig auf Krebszellen zu reagieren und somit deren Entwicklung vorzubeugen.

Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige körperliche Aktivität sowie Stressabbau-Methoden wie Achtsamkeitsübungen und Meditation tragen allesamt dazu bei, die natürliche Immunität zu verbessern und das Risiko einer Krebserkrankung zu reduzieren.

Kontrolliertes Sexualverhalten kann Krebsrisiko senken

Ein bewusstes und kontrolliertes Sexualverhalten trägt zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bei. Hierzu zählen ein höheres Alter bei der ersten sexuellen Aktivität und eine geringe Anzahl an Sexualpartnern.

In Zusammenhang mit Prostatakrebs weisen Studien auf eine mögliche Verbindung zwischen sexueller Aktivität und einem erhöhten Krebsrisiko hin. In einer umfassenden Analyse, die insgesamt 55.490 Männer umfasste, wurde untersucht, wie sich die Anzahl weiblicher Sexualpartner, das Alter beim ersten Geschlechtsverkehr und die Häufigkeit der Ejakulation auf das Prostatakrebsrisiko auswirken. Es zeigte sich, dass eine höhere Anzahl an weiblichen Sexualpartnern das Risiko leicht erhöht. Ein späteres Alter bei der ersten sexuellen Erfahrung senkt das Risiko um vier Prozent für jede Verzögerung um fünf Jahre. Eine mäßige Ejakulationsfrequenz, definiert als zwei bis vier Mal pro Woche, war deutlich mit einem geringeren Prostatakrebsrisiko verbunden.

Bezüglich Schilddrüsenkrebs gibt es keine direkten wissenschaftlichen Belege, die Sexualverhalten und Krebsrisiko miteinander verknüpfen. Allerdings könnte eine Reduzierung der Anzahl an Sexualpartnern und ein späteres Alter bei der ersten sexuellen Aktivität das Risiko einer HPV-Infektion verringern. Da das Humane Papillomvirus (HPV) als krebserregend gilt, könnte eine geringere HPV-Belastung im Körper das Risiko für HPV-assoziierte Krebserkrankungen senken.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „Prostate and Thyroid Cancers May Be Linked to HPV: Insights for Prevention“. (deutsche Bearbeitung kr)




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Von Veritatis

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