„Made in Germany“ war für über hundert Jahre ein Beleg dafür, dass man solide Qualität bekam, die ihren Preis auch wert war. Heute ist Deutschland nur noch ein wirtschaftlicher Schatten seiner selbst. Selbst die deutschen Konzerne produzieren mittlerweile lieber im Ausland. Dieser wirtschaftliche Absturz kommt nicht einfach so aus dem Nichts, sondern ist das Resultat eines wirtschaftspolitischen Totalversagens von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP.

Ein Kommentar von Heinz Steiner

Deutschland hat fertig. So könnte man das salopp ausdrücken. Ein Land, das trotz zweier verheerender Weltkriege und riesiger Schuldenberge in der Lage war, aus der Asche wieder aufzuerstehen und vergleichsweise wohlhabend zu werden, scheitert dank einer zweit- und drittklassigen Politikergeneration in den verantwortlichen Positionen an sich selbst. Nach Politikergenerationen, die zumindest versuchten, aktiv zu gestalten (wie z.B. die Erhardtsche „soziale Marktwirtschaft“), folgten nur noch Masseverwalter.

Die Wiedervereinigung war ein Kraftakt, der auch der deutschen Wirtschaft einiges abverlangte. Probleme akkumulierten sich, bis dann (unter Nutzung einer Blaupause der Bertelsmann-Stiftung) Rot-Grün unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer der sozialen Marktwirtschaft den Garaus machten. Das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG) aus dem Jahr 2000 unter dieser Regierung sorgte bereits für eine Neuausrichtung der Energiepolitik. Doch es war schlussendlich mit Angela Merkel ausgerechnet eine zentristische Politikerin, die (weil es wegen Fukushima politisch opportun erschien) mit dem Atomausstieg Ernst machte. Doch der Ersatz von (verlässlichen Grundstrom liefernden) Atomkraftwerken durch (unzuverlässig schwankenden Strom liefernde) Wind- und Solarkraftwerke rächt sich nun.

Die deutsche Industrie überwand die Delle der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 und konnte bis Ende 2017 ihre Produktion ausweiten. Seitdem ging es (mit einer weiteren Delle durch die unseligen Corona-Lockdowns) nur mehr bergab. Auch bei den ausländischen Direktinvestitionen wurde 2017 ein Höhepunkt erreicht – und seitdem nur mehr ein stetiger Rückgang verzeichnet (die entsprechenden Grafiken dazu finden Sie unter anderem hier). Die schwierigen wirtschaftlichen Umstände haben – so ein Politico-Bericht – sogar dazu geführt, dass der Chemieriese BASF (ein deutsches Traditionsunternehmen mit mehr als 150 Jahre Geschichte) lieber zehn Milliarden Dollar in China als in Deutschland investiert, um eine hochmoderne Produktionsstätte zu errichten.

Merkel setzte auf billiges russisches Erdgas als Ersatz für die stillgelegten Atomkraftwerke, die für die notwendige Grundlast sorgen sollten. Doch seit der Eskalation in der Ukraine und der Sprengung der Nord Stream-Pipelines ist das Geschichte. Heute kostet Erdgas in Europa etwa das Dreifache dessen, was man früher bezahlte, weil es teuer verflüssigt, über das Meer hergeschifft und wieder in die Versorgungskette eingeschleust werden muss. BASF, welches in etwa so viel Erdgas verbraucht wie die gesamte Schweiz als Land, kann sich das nicht leisten. Genauso wie viele andere energieintensive Unternehmen, die das sinkende Schiff ebenfalls verlassen, oder mangels Alternativen einfach die Werktore schließen.

Wir sehen einen Abwärtstrend, der seit mehr als fünf Jahren anhält – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Der Zerfall der deutschen Industrie wird sich – infolge der Verschiebung von Lieferketten – über kurz oder lang noch beschleunigen. Wenn Schlüsselunternehmen dicht machen oder abwandern, suchen auch die Zulieferer nach neuen Optionen. Ein Dominoeffekt. Denn günstige und verlässlich verfügbare Energie ist nach wie vor der Treibstoff einer jeden funktionierenden Volkswirtschaft, weil die gewerbliche und industrielle Produktion darauf angewiesen sind. Gerade in einem Land, mit vergleichsweise hohen Lohn- und Lohnnebenkosten, sowie einem hohen Grad an Bürokratie.

Was die zweit- und drittklassigen Politiker in Berlin nicht verstehen, ist die Tatsache, dass die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit eines Landes von mehreren Faktoren abhängig ist. Hohe Lohnkosten sind beispielsweise für energieintensive Betriebe weniger ein Problem wenn die Energie dafür günstig ist. Auch kann man etwas mehr Bürokratie ertragen, wenn die sonstigen Faktoren dafür vorteilhafter sind als in anderen potentiellen Standorten. Doch was in den letzten Jahren seitens der Politik geleistet wurde, ist entweder einfach nur purem Dilettantismus, vorsätzlicher Sabotage und/oder (klima-)ideologischer Verblendung geschuldet. Denn wir sehen hier eine konsequente Aushöhlung des wirtschaftlichen Fundaments Deutschlands.

Mehr noch: Es fehlt an einem grundlegenden Interesse der Politik, das Land zukunftsfähig zu machen. Das Internet ist vielerorts nach wie vor eine Katastrophe (51. Platz in Sachen Breitbandinternet, 45. Platz für mobiles Internet). Kupfer statt Glasfaser eben. Neue Technologien (von Mikrochips über Smartphones bis hin zur Künstlichen Intelligenz) spielen wirtschaftlich kaum eine Rolle. Die Politik setzt lieber auf das tote Pferd Elektroautos, obwohl wahrscheinlich jeder Siebtklässler der die Grundrechenarten halbwegs beherrscht erkennen dürfte, dass die individuelle Mobilität der Jetztzeit nicht komplett auf Stromer umgestellt werden könnte, ohne dabei für einen Kollaps der Stromversorgung zu sorgen. Insbesondere dann, wenn man schlussendlich wohl mehr als 75 Prozent der Stromproduktion auf die sogenannten „Erneuerbaren“ (vor allem Wind und Sonne) umstellen will.

In den Schulen wird nach uralten Lehrplänen unterrichtet, so dass die Kinder nicht einmal ansatzweise auf die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte vorbereitet sein werden. Wir sprechen hier von einer weiteren Automatisierung (auch durch die sogenannte KI, welche die „Dampfmaschine der heutigen Zeit“ sein wird) und völlig neuen Arbeitswelten. Aus dem ehemaligen Exportweltmeister wird so ein verarmtes, von Importen abhängiges Land ohne ausreichende eigene natürliche Ressourcen. Das Prinzip „Rohstoffe und Halbfertigwaren günstig importieren, qualitativ hochwertige Fertigwaren teuer exportieren“ spielt sich so nicht mehr. Dafür hat eine in Luftschlössern wohnende schwarz-rot-gelb-grüne Politikerkaste gesorgt, der harte Fakten komplett am Allerwertesten vorbeigehen. Der momentan erfolgende wirtschaftliche Absturz kommt mit Ansage – doch wie lange wird es wohl noch dauern, bis es auch der Letzte kapiert?



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Von Veritatis

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