Sie träumen.
Sie träumen, es ist Nacht; die Sterne leuchten über Ihnen in der Dunkelheit.
Sie gehen eine dunkle Straße hinauf, eine Straße, die sie zu kennen meinten, aber vielleicht doch nicht. Sie scheint von verlassenen, halb verfallenen Häusern gesäumt, und Sie sind nicht sicher, warum Sie überhaupt hier sind und wohin die Straße führt. Sie wissen nur, dass Sie steil bergauf führt – und dass Sie dort hinauf gehen müssen.
Sie fühlen keine Neugier; Sie fühlen nur, dass Sie dort hinauf müssen; Sie wissen nicht, warum, aber Sie wissen, dass Sie dort hinauf müssen, dass Sie wissen müssen, was sich dort oben hinter der Kuppe befindet.

By Punch, or The London Charivari” Public Domain, Link

Plötzlich haben Sie das vage Gefühl, dass sie nicht allein sind, dass Ihnen ein Schatten die Straße hinauffolgt. Sie schauen sich um. Sie sehen nichts, aber Sie fühlen eine Präsenz. Sie gehen weiter die Straße hinauf. Sie meinen, etwas hinter sich gehört zu haben, ein Geräusch, verhalten, wie Schritte von jemandem, der plötzlich innehält. Sie schauen sich wieder um. Diesmal haben Sie den Eindruck, dass sich tatsächlich ein Schatten in einem Türeingang eines Hauses mit vernagelten Fenstern zu verbergen versucht.
Ihnen wird unwohl.
Sie gehen weiter, etwas schneller als zuvor, hinauf, hinauf …
Nun hören sie Schritte, ganz deutlich, Sie gehen noch schneller, die Schritte werden ebenfalls schneller. Sie schauen sich um und sehen nun die dunklen Umrisse einer schemenhaften Gestalt, einen Arm und eine Hand, die etwas längliches zu halten scheint, das in der Nacht funkelt. Es sieht aus wie – wie – ein Messer?! Sie fangen nun an zu laufen. Sie hören, dass die Gestalt hinter Ihnen ebenfalls zu laufen begonnen hat. Sie laufen schneller, aber egal, wie schnell sie laufen, die Gestalt bleibt hinter ihnen – und sie scheint näherzukommen.
Sie schauen sich wieder und wieder um, und ja: die Gestalt hat Sie nun fast erreicht; ein Messer funkelt im Sternenlicht. Sie bekommen aus dem Augenwinkel mit, dass die Gestalt das Messer über den Kopf hebt, um zuzustechen.
Nun haben Sie die Kuppe fast erreicht. Sie wissen nicht warum, aber Sie haben das Gefühl, dass hinter der Kuppe die Rettung vor dieser Gestalt wartet, eine hell erleuchtete, viel befahrene Querstraße, gesäumt von schmucken, bewohnten Häusern.
Sie fühlen den heißen Atem der Gestalt nun in Ihrem Genick. Noch fünf Meter, bis sie die Kuppe erreicht haben, noch drei, noch einer. Und dann – Sie stehen von einer hohen Betonmauer. Keine Querstraße. Keine Häuser. Keine Lichter. Die Gestalt steht mit erhobenem Messer direkt vor Ihnen, und Sie können nicht entkommen; Sie können nirgendwo hingehen.
Das ist das Ende des Weges.
Also breiten Sie die Arme aus und fliegen davon und entkommen so dem Verfolger.
Oder Sie denken: “Nein, auf diesen Traum habe ich keine Lust mehr”, und Sie wachen auf und sagen sich: “Was für ein Traum; ich muss gestern abend zu spät gegessen haben! Jetzt lege ich mich wieder gemütlich hin und träume etwas schöne(re)s”.

Sicher haben Sie schon einmal einen vegleichbaren Angst-Traum gehabt, in dem Sie verfolgt und “gestellt” wurden, ohne die Möglichkeit zu entkommen. Aber ist Ihnen während eines solchen – oder eines anderen Traumes – auch schon einmal klar geworden, dass Sie träumen? Und haben Sie daraufhin auf den Trauminhalt einwirken oder einfach aufwachen können?

Wenn ja, dann haben Sie einen sogenannte luziden Traum – auch Klartraum genannt – gehabt: Luzide Träume sind Träume, während derer man sich darüber bewußt wird, dass man träumt. Häufig kommt dem Träumenden solche Träume besonders realistisch vor, wobei er seine Traum-Umgebung im Detail wahrnehmen kann; es sind gemeinhin sehr lebhafte Träume, die zu luziden Träumen werden oder luzide Träume sind. Dazu trägt bei, dass während des luziden Träumens oft Elemente des zuvor im Wachzustand Erlebten aus dem episodische Gedächtnis “abgerufen” und in den Traum eingebaut werden (Baird et al. 2018: S. 1 von 15).

Was ist ein luzider Traum bzw. luzides Träumen?

Die Bezeichnung “luzider Traum” geht zurück auf den holländischen Autor und Mediziner  Frederik van Eeden, der von 1860 bis 1932 gelebt hat. (Wenige wissen, dass van Eeden im Jahr 1898 basierend auf den Ideen des amerikanischen Schriftstellers Henry David Thoreau, die dieser in seinem Buch “Walden, or, Life in the Woods” aus dem Jahr 1854 formuliert hatte, eine landwirtschaftliche Siedlung gegründet hat, die er im Anschluss an den Buchtitel von Thoreau “Walden” nannte.) Van Eeden (1912-1913) hat basierend auf einer systematischen Sammlung seiner eigenen Träume sieben Typen von Träumen unterschieden und als siebten Typus den luziden Traum beschrieben:

“The seventh type of dreams, which I call lucid dreams, seems to me the most interesting and worthy of the most careful observation and study. Of this type I experienced and wrote down 352 cases in the period between January 20, 1898, and December 26, 1912. In these lucid dreams the reintegration of the psychic functions is so complete that the sleeper remembers day-life and his own condition, reaches a state of perfect awareness, and is able to direct his attention, and to attempt different acts of free volition”

D.h.

Die siebte Art von Träumen, die ich luzide Träume nenne, scheint mir die interessanteste zu sein und verdient die sorgfältigste Beobachtung und Untersuchung. Von dieser Art habe ich 352 Fälle in der Zeit zwischen dem 20. Januar 1898 und dem 26. Dezember 1912 erlebt und aufgeschrieben. In diesen luziden Träumen ist die Reintegration der psychischen Funktionen so vollständig, dass der Schläfer sich an das Tagesleben und seinen eigenen Zustand erinnert, einen Zustand vollkommenen Bewusstseins erreicht und in der Lage ist, seine Aufmerksamkeit zu lenken und verschiedene Handlungen des freien Willens zu versuchen”.

Um als luzider Traum nach van Eeden zu gelten, muss ein Traum also zwei Kriterien erfüllen: Der Träumer muss sich darüber bewusst sein, dass er träumt, und er muss fähig sein, bestimmte Aspekte des Traumes willentlich zu beeinflussen. Während eine Gruppe von Autoren (darunter z.B. Tart 1988) dieser Auffassung davon, was luzide Träume als solche kennzeichnet, folgt, meint eine andere Gruppe (darunter z.B. Green & McCreery 1994), dass es genüge, wenn sich ein Träumer im Traum darüber bewusst würde/sei, dass er träumt, um den entsprechenden Traum als einen luziden Traum zu bezeichnen. Voss et al. (2012) haben darauf hingewiesen, dass die engere Definition nach van Eeden insofern vielleicht eine zu enge Definition sei als in ihrem Sample nur 37 Prozent der Träumer, die sich im Traum bewusst wurden/waren, dass sie träumen, berichteten, dass sie den Traum auch manipulieren konnten (Voss et al. 2012).

via Giphy.com

Auch, wenn man in diesem Zusammenhang kein Mengenargument machen möchte, könnte man insofern für die weitere Definition von “luziden Träumen” argumentieren als bereits die Bezeichnung der Träume als “luzide”, die van Eeden gewählt hat, auf die entscheidende Relevanz des Sich-Bewußtsein-Dass-Man-Träumt verweist. “Luzide” kann man im Deutschen als “klar”, “hell”, “hellsichtig” oder “bei (klarem) Verstand” auffassen, und wenn man das Bewusstsein darüber, dass man träumt, als die Voraussetzung dafür ansieht, dass man einen Traum manipulieren kann, dann ist das entscheidende Merkmal luzider Träume eben dieses Bewusstsein, während die Möglichkeit, die Träume zu manipulieren, sich als Folge dieses Bewusstseins einstellen kann – oder eben (bis auf Weiteres) nicht. In diesem Sinn versteht auch David Foulkes “luzides Träumen”:

“In lucid dreaming, you are aware that you are dreaming while you are dreaming, and you may even be able to make the dream go where you want it to” (Foulkes 1985: 44),

d.h.

“… beim luziden Träumen sind Sie sich bewusst, dass Sie träumen, während Sie träumen, und vielleicht können Sie den [Verlauf des] Traum[es] sogar dorthin bringen, wohin Sie ihn haben wollen” (Foulkes 1985: 44).

Ähnlich wird luzides Träumen im Mannheimer Traum-Fragebogen (MADRE) von Michael Schredl beschrieben. Dort heißt es unter Frage Nummer 10:

“Wie oft erleben Sie luzide Träume (siehe Definition)? Definition: Beim luziden Träumen ist man sich während des Traumes bewusst, dass man träumt. So kann es sein, dass man bewusst aufwachen oder die Handlungen aktiv beeinflussen kann, oder das Geschehen mit diesem Bewusstsein passiv beobachtet”.

Wie häufig sind luzide Träume/r?

Wie häufig luzide Träume sind bzw. wie viele Menschen wie oft luzide träumen, ist schwierig anzugeben, weil sehr schwierig, zuverlässig zu messen. Die meisten Angaben zur Häufigkeit luzider Träume/r beruhen auf Befragungen, bei denen Personen angeben sollen, ob sie schon einmal einen luziden Traum gehabt haben oder wie oft sie luzide träumen, und die Ergebnisse solcher Befragungen sind (wie alle Fragen nach in der Vergangenheit liegenden Ereignissen bzw. ihrer Wahrnehmung) von Erinnerungsfehlern beeinflusst (Robert & Zadra 2008).

Stepansky et al. (1998) haben festgestellt, dass in einem Sampel von 1.000 Österreichern 26 Prozent angaben, dass sie mindestens einmal im Leben einen luziden Traum gehabt hätten. In einem Sample von 919 Deutschen haben 51 Prozent der Befragten angegeben, dass sie mindestens einmal im Leben einen luziden Traum gehabt hätten (Schredl & Erlacher 2011: 104). Unter Studenten ist der Anteil derer, die Entsprechendes angeben, deutlich höher (so z.B. 71% bei Bazzari & Bazzari 2022; 79% in Studie 1 und 73% in Studie 2 bei Blackmore 1982; 66% bei Erlacher et al. 2008).

Wenn man den Selbstauskünften der Befragten vertrauen darf, sind luzide Träume/r im weiten Sinn also anscheinend nicht selten, jedenfalls nicht so selten wie man vielleicht vermuten würde. Wenn man luzide Träume/r im engeren Sinn betrachtet, sieht die Sache anders aus: Wie oben bereits erwähnt haben Voss et al. (2012) festgestellt, dass nur 37% derjenigen, die luzide Träumer im weiten Sinn waren – die also berichteten, sich im Traum bewusst (geworden) zu sein, dass sie träumen –, auch luzide Träumer im engen Sinn waren, also berichteten, dass sie diese Träume auch manipulieren konnten. Mota-Rolim et al. (2013) geben einen Anteil von 25,2 Prozent luzider Träumer im engen Sinn an.

In einer Studie von Schredl et al. (2018) haben von 716 Personen in Deutschland, die Angaben dazu gemacht haben, ob sie luzide träumen, 41 angegeben, dass sie niemals einen luziden Traum gehabt hätten. Von den verbleibenden 675 Personen hat eine Mehrheit von gut 58 Prozent angegeben, dass sie zwei bis viermal oder seltener luzide träumen würden, aber immerhin 37 (oder 5,5 Prozent), dass sie mehrmals in der Woche luzide träumen würden und 57 (oder 8,4 Prozent), dass sie etwa einmal pro Woche luzide träumen würden. Von den 675 Personen, die angegeben haben, dass sie (wie häufig auch immer) luzide geträumt haben, haben 50,5 Prozent angegeben, dass sie nicht im Stande waren, ihre Umgebung im Traum zu beeinflussen, während 5,3 Prozent angaben, das jedes Mal getan haben zu können, 5,3 Prozent in drei Viertel ihrer luziden Träume und immerhin 17,3 Prozent in der Hälfte ihrer luziden Träume. Willentlich aus allen ihren luziden Träumen aufgewacht zu sein, berichten 6,2 Prozent der 675 Personen, und knapp 20 Prozent berichteten, in etwa der Hälfte ihrer luziden Träume willentlich aufwachen zu können (Schredl et al. 2018: 56, Tabelle 3, Item 13). Luzides Träumen, auch im engeren Sinn, scheint aufgrund der vorliegenden Befragungsdaten also nicht so selten zu sein, wie man vielleicht vermuten würde.

In der Sciencefiles-Befragung, die wir auf Telegram durchgeführt haben, hat eine Mehrheit von 64 Prozent von insgesamt 1.335 Befragten (mit Stand vom 02. April 2024) angegeben, “selten” (58 Prozent) oder “gar nicht” (6 Prozent) bewusst zu träumen, so dass die Träume erinnert wurden (Frage 1). Von 1.081 Personen, die auf die Frage “Wie oft kommt es vor, dass Sie sich im Traum bewußt werden, zu träumen?” (Frage 2) geantwortet haben, haben 66 (6 Prozent) angegeben, sie könnten sich nicht an ihre Träume erinnern (und haben deshalb keine inhaltliche Antwort auf die gestellte Frage geben können). Dieses Ergebnis entspricht also dem, was man aufgrund der Antworten auf die erste Frage erwarten würde. Von denjenigen, die eine inhaltlich Antwort auf die zweite Frage gegeben haben, haben 47 Prozent angegeben, dass es “gar nicht”, “sehr selten” oder “selten” vorkomme, dass sie sich im Traum bewusst wurden, zu träumen, während 24 Prozent berichteten, es komme “gelegentlich” vor, 12 Prozent, es komme “häufig” vor und 7 Prozent, es kommen “sehr häufig” vor. 43 Prozent derjenigen, die inhaltlich auf Frage 2 geantwortet haben, sind also mindestens “gelegentlich” luzide Träumer im weiteren Sinn. Dieser Anteil liegt noch unter demjenigen, den das Sample von Schredl und Erlacher (2011; s.o.) von 919 Deutschen ergeben hat (in dem 51 Prozent der Befragten angegeben haben, dass sie mindestens einmal im Leben einen luziden Traum gehabt hätten (Schredl & Erlacher 2011: 104). Aber in unserem Sample gibt es einen vergleichsweise hohen Anteil luzider Träumer im engeren Sinn: 60 Prozent der 855 Personen, die auf die Frage “Wenn Sie sich während eines Traumes schon einmal bewusst wurden, zu träumen, konnten Sie diesen Traum willentlich beeinflussen?” (Frage 3) haben mit “ja” geantwortet, sei es mit “ja, jedes Mal” (4 Prozent), mit “ja, meistens” (21 Prozent) oder mit “ja, selten” (35 Prozent).

Quelle: xkcd.com

Es sei darauf hingewiesen, dass wir nicht wissen, inwieweit dieselben oder jeweils andere Personen auf die drei von uns gestellten Fragen geantwortet haben, aber es scheint angesichts der Tatsache, dass wir einen großen Stamm regelmäßiger Leser und Kommentatoren haben, plausibel, dass ein großer Teil der Antwortenden auf alle drei oder zumindest zwei der Fragen geantwortet hat. Davon abgesehen kann man gegen retrospektive Befragungen prinzipiell einwenden, dass sie mit Erinnerungsfehlern behaftet sind, und wenn man restrospektiv nach Erfahrungen während des Schlafens oder Träumens fragt, dann muss man mit hohen Erinnerungsfehlern rechnen. Ein diesbezüglich quasi-objektives Messverfahren einzusetzen, ist jedoch praktisch schwierig. Es gibt Studien aus der Schlafforschung, in denen Probanden den Forschern ein visuelles Zeichen – meist ein Augenzwinkern – zu geben gelernt hatten, wenn sie (d.h. die Probanden!) luzide träumten – eine der, wenn nicht die früheste Studie dieser Art stammt von LaBerge et al. 1981 –, aber diese Studien arbeiten mit wenigen Probanden, so dass sie nicht geeignet sind, Aufschluss über die Häufigkeit luziden Träumens bzw. luzider Träumer zu geben.

Wer träumt luzide?

In der Literatur stößt man immer wieder auf den Befund, dass Kinder und Jugendliche häufiger luzide träumen/luzide Träumer sind als Erwachsene, weshalb luzides Träumen mit der Gehirnentwicklung in Verbindung gebracht wurde. Beispielsweise haben Voss et al. (2012) festgestellt, dass die Häufigkeit luzider Träume bei über 16-jährigen deutlich geringer ist als bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren und dass der Bildungsstand positiv mit dem luziden Träumen zusammenhängt. In vielen Studien wurde beobachtet, dass in studentischen Stichproben eine deutlich höhere Häufigkeit luziden Träumens/luzider Träume berichtet wird als in Erwachsenen-Stichproben (s. die entsprechenden Literaturhinweise bei Ertl 2017: 431). Wie oben bereits bemerkt beruhen diese Befunde jedoch in aller Regel auf Selbstauskünften und sind deshalb mit Vorsicht zu betrachten. Wenn die Befunde zuverlässig sein sollten und man sie mit der Gehirnentwicklung in Zusammenhang bringen will, dann muss man erklären, warum erwachsene Menschen überhaupt (noch) luzide träumen oder warum manche erwachsene Menschen (noch) luzide träumen.

Man könnte annehmen, dass sich die Menschen – erwachsen oder nicht –, die luzide träumen, von denjenigen, die nicht luzide träumen, durch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale oder hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten unterscheiden. Die hierzu vorliegenden Studien haben jedoch zum großen Teil negative oder widersprüchliche Ergebnisse erbracht. Beispielsweise wurde vermutet, dass Menschen, die luzide träumen, vergleichsweise introveriert seien, aber diesbezügliche Studien haben diesen Zusammenhang nur teilweise feststellen können. D.h. in einigen wurde er gefunden, in anderen nicht. Dasselbe gilt für die Vermutung, dass luzide Träumer sich gegenüber Menschen, die nicht luzide träumen, durch eine größere internale Kontrollüberzeugung auszeichnen würden, also häufiger (oder stärker) davon überzeugt seien, dass man sein Geschick durch die eigenen Handlungen selbst steuern und kontrollieren könne, statt zu meinen, dass es (überwiegend oder hauptsächlich) von den äußeren Umständen oder anderen Menschen gelenkt sei. (Eine Übersicht über die entsprechenden Befunde und Befunde mit Bezug auf andere Persönlichkeitsmerkmale bieten Schredl & Erlacher 2004).

Es scheint aber ein positiver Zusammenhand zwischen der Fähigkeit, luzide zu träumen, und Kreativität, inklusive Problemlösefähigkeit, zu bestehen (vgl. die entsprechende Übersicht über den diesbezüglichen Forschungsstand bei Stumbrys & Daunytė 2018 sowie die eigenen Ergebnisse von Stumbrys und Daunytė 2018). Auch für Offenheit, d.h. Aufgeschlossenheit gegenüber und Interesse an neuen Erfahrungen, konnte ein positiver Zusammenhang mit luzidem Träumen festgestellt werden (Blagrove & Hartnell 2000; Hess et al. 2017; Schredl et al. 2022).

Ungeklärt ist in jedem Fall, wie der Zusammenhang zwischen der Fähigkeit zum luziden Träumen und Persönlichkeitsmerkmalen beschaffen ist; weder die Richtung des Zusammenhangs ist klar noch die Frage, ob der Zusammenhang ein direkter ist oder ob er dadurch zustande kommt, dass eine dritte Variable beide – die Fähigkeit zum luziden Träumen und das damit im Zusammenhang stehende Persönlichkeitsmerkmal – beeinflusst.

SciFi-Support

Liebe Leser,




Was, wenn Sie eines Tages ScienceFiles aufrufen, und eine leere Seite vorfinden?

Wie wichtig ist Ihnen ScienceFiles?

Letztes Jahr sind wir in eine prekäre Finanzierungssituation geraten.

Helfen Sie uns dabei, diese Situation im laufenden Jahr zu vermeiden.


Damit Sie nicht eines Tages eine leere Seite vorfinden.


Herzlichen Dank!

Ihre ScienceFiles-Redaktion

Es gibt drei Möglichkeiten, uns zu unterstützen:

Weitere Informationen finden Sie hier:

ScienceFiles-Unterstützung

Nochmals unseren herzlichen Dank!

 

Gehirnaktivität während des luziden Träumens

Die Neurowissenschaft hat sich schon früh der Frage gewidmet, welche Aktivitäten im Gehirn von Personen, die luzide träumen oder häufiger luzide träumen als andere, zu beobachten sind. Zunächst hat man sich zur Beantwortung dieser Frage der Elektroenzephalographie (EEG) zur Messung von elektrischen Strömen im Gehirn bedient. EEG-Studien haben insgesamt gesehen widersprüchliche Ergebnisse erbracht, so dass Baird et al. (2019) in ihrer Übersicht über die entsprechenden Studien zu der Einschätzung kommt:

“Overall, studies with higher statistical power, better assessment of phenomenological content, higher spatial resolution EEG montages, and more sophisticated analysis of the EEG signal will be needed to address these issues and shed light on the conflicting findings of EEG studies of lucid dreams conducted to date” (Baird et al. 2019: S. 9 von 48),

d.h.

“Insgesamt werden Studien mit höherer statistischer Aussagekraft, besserer Feststellung des phänomenologischen Inhalts, räumlich höher aufgelösten EEG-Montagen und differenzierterer Analyse des EEG-Signals benötigt, um diese Fragen zu klären und Licht in die widersprüchlichen Ergebnisse der bisher durchgeführten EEG-Studien zu luziden Träumen zu bringen” (Baird et al. 2019: S. 9 von 48).

Bildgebende Verfahren zur Beobachtung der Gehirnaktivität während des luziden Träumens sind immer noch selten. Gustafsson hat in seiner gündlich recherchierten Qualifikationsarbeit zum Erwerb eines BA-Titels in Kognitiver Neurowissenschaft aus dem Jahr 2022 nur drei Studien finden können, die bildgebende Verfahren verwendet haben, nämlich die Studie von Dresler et al. (2012), die Studie von Baird et al. (2018) und die Studie von Filevich et al. (2015) (s. Gustafsson 2022: 8). Gustafsson halt mit Bezug auf die Ergebnisse dieser drei Studien fest:

“If you compare the results from the three studies, some of the areas reported having higher BOLD activity are similar. The three studies agree that the prefrontal cortex (PFC) is involved in lucid dreaming and ability to frequently lucid dream. This would make sense since, as mentioned by Filevich et al. (2015), it is an area important for metacognition and it is involved in the ability to reflect and report on one’s current mental state” (Gustafsson 2022: 13),

d.h.

“Wenn man die Ergebnisse der drei Studien vergleicht, sind einige der Bereiche, die eine höhere BOLD-Aktivität [Blood-Oxgen-Level-Dependent Signal; Messung des Blutflusses und des Sauerstoffgehaltes des Blutes in der Umgebung der Gehirnzellen dient als Indikator für die neuronaler Aktivität im Gehirn] aufweisen, ähnlich. Die drei Studien stimmen darin überein, dass der präfrontale Kortex (PFC) am luziden Träumen und der Fähigkeit, häufig luzide zu träumen, beteiligt ist. Dies würde Sinn machen, da er, wie von Filevich et al. (2015) erwähnt, ein wichtiger Bereich für die Metakognition ist und an der Fähigkeit beteiligt ist, über den aktuellen mentalen Zustand zu reflektieren und zu berichten” (Gustafsson 2022: 13).

Und in der schlussfolgernden Zusammenfassung seiner Übersicht schreibt Gustafsson (2022: 16):

“Through all the previous research discussed in this thesis, it is clear that the areas involved in volition and self-awareness have increased activity in lucid dreaming compared to non-lucid dreaming”,

d.h.

“[a]us allen bisherigen Untersuchungen, die in dieser Arbeit erörtert wurden, geht hervor, dass die Bereiche, die mit dem Willen und der Selbstwahrnehmung zu tun haben, beim luziden Träumen aktiver sind als beim nicht luziden Träumen”.

Baird et al. (2019) erläutern diesbezüglich (und mit Bezug auf die Studie von Dresler et al. 2012):

“Evidence linking frontopolar cortex to lucid dreaming is consistent with a role of this region in metacognition and self-reflection. For example, research has found that aPFC shows increased activation during self-reflection on internal states, such as the evaluation of one’s own thoughts and feelings … Individuals can also learn to voluntarily modulate activity in aPFC through a metacognitive awareness strategy … Furthermore, inter-individual variance in metacognitive ability has also been linked to aPFC gray matter volume … and aPFC resting-state functional connectivity … Finally, patients with damage to this region frequently display metacognitive deficits such as inability to monitor disease symptoms or accurately appraise their cognitive functioning …, which might be compared to the lack of metacognitive insight into the state of consciousness characteristic of nonlucid REM sleep dreams … Dresler et al. (2012) additionally observed increased BOLD signal during lucid dreaming in the bilateral precuneus and inferior parietal lobules (angular and supramarginal gyri). As noted above, parietal cortex and the precuneus in particular has been implicated in selfreferential processing, episodic memory, and the experience of agency …, mirroring the increase of these cognitive capabilities during lucid dreaming” (Baird et al. 2019: S. 12 von 48).

“Die Belege, die den frontopolaren Kortex mit dem luziden Träumen in Verbindung bringen, stehen im Einklang mit der Rolle, die diese Region in der Metakognition und Selbstreflexion spielt. So hat die Forschung herausgefunden, dass der aPFC [anterior prefrontal cortex; präfrontaler Kortex] während der Selbstreflexion über innere Zustände, wie der Bewertung der eigenen Gedanken und Gefühle, eine erhöhte Aktivierung aufweist … Individuen können auch lernen, die Aktivität im aPFC durch eine metakognitive Bewusstseinsstrategie willentlich zu beeinflussen … Darüber hinaus wurde die interindividuelle Varianz der metakognitiven Fähigkeiten auch mit dem Volumen der grauen Substanz im aPFC … und der funktionellen Konnektivität des aPFC im Ruhezustand in Verbindung gebracht … Schließlich zeigen Patienten mit einer Schädigung dieser Region häufig metakognitive Defizite, wie z. B. die Unfähigkeit, Krankheitssymptome zu überwachen oder ihre kognitiven Funktionen genau einzuschätzen …, was mit dem Mangel an metakognitiver Einsicht in den eigenen Bewusstseinszustand, der für nicht-luziden REM[rapid eyemovement]-Schlaf [bzw. den sogenannten Traumschlaf] charakteristisch ist, verglichen werden könnte. Dresler et al. (2012) haben haben außerdem ein erhöhtes BOLD-Signal während des luziden Träumens im bilateralen Precuneus und den inferioren parietalen Lobuli (anguläre und supramarginale Gyri) beobachtet. Wie bereits erwähnt, sind der parietale Kortex und insbesondere der Precuneus an der selbstreferenziellen Verarbeitung, dem episodischen Gedächtnis und der Erfahrung von Handlungsfähigkeit beteiligt …, was die Zunahme dieser kognitiven Fähigkeiten während des luziden Träumens widerspiegelt” (Baird et al. 2019: S. 12 von 48).


Mediale Oberfläche der linken Großhirnhälfte; By Dr. Johannes Sobotta –(Sobotta’s Textbook and Atlas of Human Anatomy 1908), Public Domain, Link

Damit erweist sich die Interpretation von Schlaf (mit oder ohne Traum) als einem defizitären Bewusstseinszustand oder als einem Zustand, in dem das Bewusstsein mehr oder weniger ausgesetzt ist – so hat z.B. Rechtschaffen (1978: 97) den Bewusstseinszustand während des Träumens explizit als einen nicht-reflektiven Zustand bezeichnet, Träume als “unaccompanied by other, simultaneous streams of thought and imagery”, d.h. “unbegleitet von anderen, gleichzeitigen Gedankenströmen und Bildern”, bezeichnet – als falsch.

Der Schlafzustand ist nicht einfach als Gegenteil des Wachzustandes anzusehen. Die Tatsache, dass luzide Träumer eine mehrfache Repräsentation ihres Selbst – als Teilnehmer im/am Traumgeschen, als Beobachter ihrer selbst im Traum und als über den Traum bzw. sich selbst im Traum oder während des Träumens Nachdenkendem – aktivieren und aufrechterhalten können, spricht nicht nur für eine im Prinzip deutlich größere Nähe zwischen dem wachen Bewußtsein und dem Bewußtsein im Schlaf als bislang angenommen wurde. Sie spricht auch gegen eine allzu mechanistische Sicht auf (zumindest: bestimmte) kognitive Prozesse im Rahmen bestimmter Kognitionstheorien oder –modelle wie z.B. solche, die stark auf Prozesse der Informationsverarbeitung abstellen, ohne dem Selbst als “Exekutivdirektor”, wenn man so sagen möchte, dabei irgendeine Rolle zuzuschreiben (s. z.B. Farrell & Lewandowsky 2018).

Die Vorteile und Gefahren luziden Träumens

Heute ist in der Forschung und Literatur über luzides Träumen allgemein anerkannt, dass luzides Träumen eine metakognitive Fähigkeit ist, die man erlernen kann, wenn man sie erlernen will (da ist er wieder, der “Exekutivdirektor”, das Selbst!), vor allem durch bewusstes Beabsichtigen und mnemonische Techniken wie z.B. die sogenannte MILD-Technik:

“The MILD technique makes use of prospective memory, which is the ability to remember to perform planned actions in the future. While lying in bed and immediately prior to going to sleep, the practitioner repeats the phrase ‘next time I’m dreaming, I will remember that I’m dreaming’ (or some variation) while imagining themselves becoming lucid in a dream. If successful, this intention will be remembered during subsequent REM sleep, and the dreamer will become lucid” (Aspy et al. 2017: 208),

d.h.

“[d]ie MILD-Technik nutzt das prospektive Gedächtnis, d.h. die Fähigkeit, sich daran zu erinnern, geplante Handlungen in der Zukunft durchzuführen. Während er im Bett liegt und unmittelbar vor dem Schlafengehen wiederholt der Praktizierende den Satz ‘nächstes Mal, wenn ich träume, werde ich mich daran erinnern, dass ich träume’ (oder irgendeine Variation hiervon), während er sich vorstellt, in einem Traum luzid zu werden. Bei Erfolg wird diese Absicht während des nachfolgenden REM-Schlafes in Erinnerung bleiben, und der Träumer wird luzid [träumen]” (Aspy et al. 2017: 208).

(Zur Übersicht über verschiedene Techniken, luzides Träumen zu induzieren, und/oder ihre Effektivität: Adventure-Heart 2020; LaBerge 1980; Stumbrys et al. 2012; Tan & Fan 2023.)

via Giphy.com

Aber warum sollte man luzides Träumen erlernen wollen? Wenn Sie häufiger von Albträumen geplagt werden, erscheint das Erlernen luziden Träumens vorteilhaft: Luzides Träumen im engen Sinn würde Ihnen ermöglichen, den Albtraum an einem bestimmten Punkt, den Sie als besonders bedrohlich oder belastend empfinden, abzubrechen oder seinen Verlauf so zu beeinflussen, dass er einem “happy end” zugeführt wird. Aber selbst dann, wenn Sie “nur” im weiteren Sinn luzide Träumen oder es Ihnen nicht (gleich) gelingt, luzide zu träumen, können Sie durch den Versuch, luizide Träume zu haben, einen Abstand von den (Alb-/)Traum-Inhalten gewinnen, wie auch de Macêdo et al. (2019) festhalten, die ihre Aufarbeitung über den Forschungsstand zur Entlastung von Albträumen durch luizides Träumen wie folgt zusammenfassen:

“Lucid dreaming therapy may be efficient for treating nightmares, and even when lucidity is not achieved, the induction exercises assisted patients by helping them develop a critical thinking over dream content. Although induction of LD [lucid dreaming] may be a feasible aid in the treatment of patients with nightmares through minimizing their frequency, intensity and psychological distress, the available literature is still scarce and does not provide consistent results” (de Macêdo et al. 2019: 6-7),

d.h.

“Luzide Traum-Therapie kann zur Behandlung von Albträumen wirksam sein, und selbst wenn die Luzidität nicht erreicht wird, unterstützten die Induktionsübungen die Patienten, indem sie ihnen halfen, ein kritisches Denken über Trauminhalte zu entwickeln. Obwohl die Induktion von LD [luzides Träumen] eine praktikable Hilfe bei der Behandlung von Patienten mit Albträumen durch Minimierung ihrer Häufigkeit, Intensität und psychischen Belastung sein kann, ist die verfügbare Literatur immer noch knapp und liefert keine konsistenten Ergebnisse” (de Macêdo et al. 2019: 6-7),

In einer neueren Studie haben Ouchene et al. (2023) ebenfalls eine Übersicht über den (neueren) Forschungsstand zum Einfluss luziden Träumens auf das Leiden an Albtraum angefertgt:

“Four randomized controlled trials (RCT), 2 case series and 5 case reports were included. Most of the included studies found LDT effective in reducing nightmare frequency among adults with chronic and recurring nightmares” (Ouchene et al. 2023: 525),

d.h.

“Vier randomisierte Kontrollstudien (RCT), 2 Fallreihen und 5 Fallberichte wurden [in die Analyse] eingeschlossen. Die meisten der eingeschlossenen Studien ergaben, dass LDT [lucid dreaming therapy; luzide Traum-Therapie] bei der Verringerung der Albtraumhäufigkeit bei Erwachsenen mit chronischen und wiederkehrenden Albträumen wirksam ist” (Ouchene et al. 2023: 525).

Außer im Kampf gegen Albträume könnte luzides Träumen zwecks persönlichen Wachstums z.B. mit Bezug auf Kreativität oder Steigerung des Selbstwertes oder gar Bewusstseinserweiterung eingesetzt werden, wie dies z.B. Carlos Castaneda als Schüler von Don Juan Matus, einem “Zauberer der Yaqui-Indianer in Mexiko” in “Die Kunst des Träumens” beschrieben hat:

“‘Ich werde dich also den ersten Schritt zur Kraft lehren’, sagte Don Juan am Anfang seiner Unterweisung in der Kunst des Träumens. ‘Ich werde dich lehren, das Träumen zu arrangieren.’ ‘Was bedeutet es, das Träumen zu arrangieren?’ ‘Das Träumen zu arrangieren bedeutet, eine exakte und praktische Kontrolle über die allgemeine Situation eines Traumes zu haben …’ ‘Ist so etwas aber möglich?’ ‘Natürlich ist es möglich. Solch eine Kontrolle unterscheidet sich nicht von der Kontrolle über jede beliebige Situation des täglichen Lebens. Aufgrund ihrer Übung können die Zauberer diese Kontrolle ausüben, wann immer sie wollen. Um dich selbst zu üben, sollst du am Anfang etwas ganz Einfaches tun. Heute abend sollst du zum Beispiel im Traum deine Hände anschauen’ … Er [Don Juan] nannte die Traum-Aufmerksamkeit eine unbegreifliche Fähigkeit des Bewußtseins, die immer vorhanden ist und nur darauf wartet, daß wir sie aktivieren: das heißt ihr ein Ziel geben’” (Castaneda 1994: 33).

Und weiter:

“Meine ersten Versuche, im Traum nach meinen Händen zu suchen, waren ein Fiasko. Nach Monaten erfolgloser Mühen gab ich auf und klagte wieder bei Don Juan über die Absurdität eines solchen Vorhabens … ‘Die erste Pforte [des Träumens] haben wir erreicht, wenn wir bewußt einschlafen und uns auflösen in Dunkelheit und Schwere’ [so erklärt Don Juan]. ‘Wie kann ich mir bewußt machen, daß ich einschlafe? Gibt es da Regeln zu befolgen?’ ‘Nein, es gibt keine Regeln. Man beabsichtigt einfach, bewußt einzuschlafen … Die Zauberer beabsichtigen alles, was sie beabsichtigen wollen, einfach indem sie es beabsichtigen’” (Castaneda 1994: 33-34).

Es gibt allerdings keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass man durch luzides Träumen ein “Zauberer” werden bzw. sein Bewusstsein in einem nennenswerten Sinn erweitern kann oder persönliches Wachstum in einem spezifischen Sinn erzielen kann. Worauf es zumindest Hinweise gibt, ist jedoch, dass luzides Träumen die Lebenszufriedenheit bzw. das psychologische Wohlbefinden positiv beeinflusst. So berichten Konkoly und Burke (2019) mit Bezug auf ihre Studie anhand eines studentischen Samples mit 32 Teilnehmern:

“… we assessed psychological well-being and personal growth longitudinally and compared participants assigned to lucid dream training to a group that only learned journaling and mindfulness practices and a third group that did not learn any techniques. We found no significant differences between the groups on indicators of personal growth on average. However, successful lucid dreamers had higher life satisfaction and self-esteem, as well as lower stress the day after lucid dreaming, compared with unsuccessful lucid dreamers” (Konkoly & Burke 2019: 113),

d.h.

… Wir beobachteten das psychische Wohlbefinden und das persönliche Wachstum im Längsschnitt [d.h. über die Zeit hinweg] und verglichen die Teilnehmer des Klartraum-Trainings mit einer Gruppe, die nur Tagebuch- und Achtsamkeitspraktiken lernte, und mit einer dritten Gruppe, die keinerlei Techniken erlernte. Wir fanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen mit Bezug auf die Indikatoren für persönliches Wachstum im Durchschnitt. Erfolgreiche luzide Träumer hatten jedoch eine höhere Lebenszufriedenheit und ein höheres Selbstwertgefühl sowie einen geringeren Stress am Tag nach dem luziden Träumen, verglichen mit erfolglosen luziden Träumern” (Konkoly & Burke 2019: 113).

Und Sackwild und Stumbrys (2021) schreiben:

“Preliminary evidence suggests that lucid dreaming may contribute to mental health. This explanatory sequential mixed methods study explored the relationship between lucid dreaming and depression. One hundred sixty-three participants, mostly lucid dreamers and many of whom had experienced depression, completed a survey investigating the relationship between lucid dreams and depression. Six survey participants then took part in in-depth qualitative interviews to elucidate how experienced lucid dreamers, who had been previously diagnosed with or prescribed medication for depression , utilized their lucid dreams to purposefully and practically access and alleviate the crux of their depression in the past . Both quantitative and qualitative data support the idea that lucid dream work may be an effective treatment for mental health issues, including clinical depression” (Sackwild & Stumbrys 2021: 307).

“Vorläufige Befunde deuten darauf hin, dass luzides Träumen zur psychischen Gesundheit beitragen kann. Diese [d.h. die Studie der Autoren selbst] erklärende sequentielle Mischmethodenstudie untersuchte den Zusammenhang zwischen luzidem Träumen und Depression. Einhundertdreiundsechzig Teilnehmer – die meisten von ihnen luzide Träumer, und viele von ihnen hatten Depressionen erlebt –, füllten einen Fragebogen aus, durch den der Zusammenhang zwischen luzidem Träumen und Depressionen untersucht wurde. Sechs Befragungsteilnehmer nahmen dann an ausführlichen qualitativen Interviews teil, um zu klären, wie erfahrene luzide Träumer, bei denen zuvor Depression diagnostiziert wurden oder denen zuvor Medikamente gegen Depression verschrieben wurden, ihre luziden Träume nutzten, um gezielt und praktisch den Kern ihrer Depression in der Vergangenheit zu erreichen und zu lindern. Sowohl quantitative als auch qualitative Daten unterstützen die Idee, dass Klartraumarbeit eine wirksame Behandlung für psychische Gesundheitsprobleme sein kann, einschließlich klinischer Depressionen” (Sackwild & Stumbrys 2021: 307).

Es gibt aber auch Autoren, die mit dem luziden Träumen Gefahren verbinden und davon abraten, es zu kultivieren bzw. bewusst erlernen zu wollen. So befürchten z.B. Vallat und Ruby (2019), dass luzides Träumen die Schlafqualität verringert:

“In the case of a spontaneous increased LD frequency without any use of LD induction methods, one may still wonder what is the impact of ‘replacing’ a regular sleep stage by a hybrid sleep stage on general health and notably on the function of sleep, given the well-known involvement of good sleep in good health and especially of REM sleep in emotional regulation and memory consolidation … Since there are now evidences that the brain is not functioning in the same way during lucid and non-lucid REM sleep …, one cannot exclude that an increase of lucid REM to the detriment of non-lucid REM may alter or diminish the outcome of regulation processes known to be at play during non-lucid sleep” (Vallat & Ruby 2019: S. 2 von 4).

“Im Falle einer spontan erhöhten LD[‘lucid dreaming’, d.h. Klartraum]-Frequenz ohne Verwendung von LD-Induktionsmethoden kann man sich immer noch fragen, welche Auswirkungen das Ersetzen einer regelmäßigen Schlafphase durch eine hybride Schlafphase angesichts der bekannten Beteiligung von gutem Schlaf an guter Gesundheit und insbesondere von REM-Schlaf an der emotionalen Regulation und Gedächtniskonsolidierung auf die allgemeine Gesundheit und insbesondere auf die Funktion des Schlafes hat … Da es nun Hinweise gibt, dass das Gehirn im luziden und nicht-luziden REM-Schlaf nicht auf die gleiche Weise funktioniert …, kann man nicht ausschließen, dass eine Zunahme des luziden REM auf Kosten des nicht-luziden REM das Ergebnis von Regulationsprozessen verändern oder vermindern kann, von denen bekannt ist, dass sie während des nicht-luziden Schlafes eine Rolle spielen” (Vallat & Ruby 2019: S. 2 von 4).

Haben Sie schon eine ScienceFiles-Mug?
Tassen und Shirts gibt es im ScienceFiles-Shop

Allerdings konnten weder Adventure-Heart (2020) noch Aspy et al. (2017) noch Strumbrys (2023) einen Zusammenhang zwischen luzidem Träumen und niedriger Schlafqualität, -deprivation oder Schlafstörung feststellen. In einer Studie von Mallett et al. (2022), in der 174 Posts, die auf Reddit zwischen April und Juli 2019 geschrieben wurden, auf bestimmte, von den Autoren ausgewählte, Aspekte des luziden Träumens hin ausgewertet wurden, haben die Autoren festgestellt, dass das Thema “schlechter Schlaf” nur in 24 Posts von 24 verschiedenen Personen angesprochen wurde, wobei gleichermaßen häufig davon die Rede war, dass luzides Träumen zu schlechtem Schlaf führe und dass schlechter Schlaf luzidem Träumen vorausgehe (Mallett et al. 2022: S. 6 von 12). Letzteres steht im Einklang mit Befunden aus den Studien von Gott et al. (2020) und Smith & Blagrove (2015).

Als belastend kann sich die Erfahrung erweisen, sich während eines negativen Traums bewusst zu werden, dass man träumt, aber nicht im Stande zu sein, den Trauminhalt zu kontrollieren oder den Traum zu beenden. In der gerade erwähnten Studie von Mallett et al. (2022) haben 25 der 174 Reddit-Posts (von 25 verschiedenen Personen) solche Erfahrungen thematisiert. Für alle diese Personen war das luzide Träumen eine sehr negative Erfahrung, und eine Person suchte in ihrem Post eine Ratschlag dazu, wie sie verhindern könne, dass ihr luzider Traum ein Albtraum werde (Mallett et al. 2022: 6 von 12). Es scheint daher, dass luzides Träumen vor allem dann als positiv erfahren wird und positive Effekte zeitigen kann, wenn es luzides Träumen im engeren Sinn ist, also der Träumer sich im Traum nicht nur bewusst ist oder wird, sondern auch Kontrolle über seinen Traum ausüben kann.

Eine Befürchtung mit Bezug auf die Effekte des luziden Träumens ist, dass die Träumer Traum und Realität nicht mehr unterscheiden können, und zwar sowohl während des Träumens als auch im Wachzustand. In der Studie von Mallett et al. berichteten 26 Personen in ihren Reddit-Posts von Konfusion mit Bezug auf die Realität, wobei die meisten ein “falsches Erwachen” berichteten, d.h. dass sie träumten, aufzuwachen, aber nicht tatsächlich aufwachten. Selten führten solche Erfahrungen “falschen Erwachens” dazu, dass Personen im Wachzustand unsicher darüber waren oder wurden, ob sie tatsächlich wach seien oder nicht (Mallett et al. 2022: 6 von 12).

Für mich überraschenderweise war in der Studie von Mallett et al. (2022) Schlafparalyse bzw. Schlaflähmung die in den 174 ausgewerteten Reddit-Posts die am häufigsten genannte negative Erfahrung in Verbindung mit luzidem Träumen: 49 der 174 Posts (von 44 verschiedenen Personen) berichteten von Schlafparalyse. Die Mehrheit (aber eben nicht alle) der berichtenden Personen beschrieben die Erfahrung von Schlafparalyse als eine negative Erfahrung, und viele der von Schlafparalyse berichtenden Personen berichteten von ihr im Zusammenhang mit der Verwendung von Methoden, die luzides Träumen auslösen sollten, nicht im Zusammenhang mit spontanem bzw. nicht-induziertem luziden Träumen. Einen positiven Zusammenhang zwischen luzidem Träumen und Schlafparalyse haben auch Denis & Poerio (2017) im Rahmen einer online-Befragung auf der Basis von 1.928 Befragten festgestellt, wobei

“[b]oth experiences showed different associations with other key variables of interest: sleep paralysis was predicted by sleep quality, anxiety and life stress, whereas lucid dreaming was predicted by a positive constructive daydreaming style and vividness of sensory imagery” (Denis & Poerio 2017: 38),

d.h.

“[b]eide Erfahrungen […] unterschiedliche Zusammenhänge mit anderen Schlüsselvariablen von Interesse [zeigten]: Schlaflähmung wurde durch Schlafqualität, Angst und Lebensstress vorhergesagt, während luzides Träumen durch einen positiven konstruktiven Tagträumstil und Lebhaftigkeit der sensorischen Bilder vorhergesagt wurde” (Denis & Poerio 2017: 38).

Alfred Hitchcock: Spellbound; Traumsequenz

Für Denis und Poerio liegt die Erklärung für die Verbindung zwischen luzidem Träumen und Schlaflähmung im Persönlichkeitsmerkmal “Offenheit für neue Erfahrungen” (für das sie in ihre Online-Befragung bedauerlicherweise kein Maß eingebaut haben), das mit beidem, luzidem Träumen und Schlafparalyse, in Verbindung steht, aber als positiver, konstruktiver und spielerischer Akt des Tagträumens sozusagen in das luzide Träumen hineinreicht, während es als gesteigerte Vorstellungskraft (auch) im Hinblick auf Schreckensbilder in der Schlafparalyse erkennbar wird:

“… individual differences in imagination are a double-edged sword, having both a positive and negative impact on sleep experiences. Whereas a greater imaginative capacity may be associated with more frequent lucid dreaming (a typically positive experience associated with bliss), it may also be associated with more vivid experiences of terror in sleep paralysis intruder/incubus hallucinations” (Denis & Poerio 2017: 45),

d.h.

“… individuelle Unterschiede in der Vorstellungskraft sind ein zweischneidiges Schwert, das sich sowohl positiv als auch negativ auf das Schlaferlebnis auswirkt. Während eine größere Vorstellungskraft mit häufigerem luziden Träumen verbunden sein kann (eine typischerweise positive Erfahrung, die mit [einem Gefühle von] Glückseligkeit verbunden ist), kann sie auch mit lebendigeren Erfahrungen von Terror bei Schlaflähmungs-Halluzinationen von Invasoren oder Incubi verbunden sein” (Denis & Poerio 2017: 45).

Vor dem Hintergrund der berichteten Befunde sowohl zu den positiven als auch zu den negativen Effekten des luziden Träumens bekommt der Versuch, Kontrolle über das eigene Träumen nach “Zauberer”-Manier zu entwickeln, eine größere Bedeutung als der Versuch luzides Träumen schlechthin durch allerlei Induktionsmethoden (wie MILD) zu entwickeln. Wer luzide zu träumen im weiteren Sinn erlernt, ohne es im engeren Sinn zu erlernen, d.h. ohne zu lernen, Kontrolle über seine (luziden) Träume auszuüben, kann sich sonst leicht in der Lage von Johann Wolfgang Goethes literarischen Zauberlehrlings wiederfinden, der feststellen muss: “Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los”.


Literatur

Adventure-Heart, Denholm Jay, 2020: Findings from the International Lucid Dream Induction Study. Frontiers in Psychology 11: 1746. doi: 10.3389/fpsyg.2020.01746

Aspy, Denholm J., Delfabbro, Paul, Proeve, Michael, & Mohr, Philip, 2017: Reality Testing and the Mnemonic Induction of Lucid Dreams: Findings from the National Australian Lucid Dream Induction Study. Dreaming 27(3): 206-231

Baird, Benjamin, Castelnovo, Anna, Gosseries, Olivia, & Tononi, Giulio, 2018: Frequent Lucid Dreaming Associated with Increased Functional Connectivity between Frontopolar Cortex and Temporoparietal Association Areas. Nature Scientific Reports (2018) 8:17798 doi:10.1038/s41598-018-36190-w

Baird, Benjamin, Mota-Rolim, Sergio A., & Dresler, Martin, 2019: The Cognitive Neuroscience of Lucid Dreaming. HHS Public Access Author Manuscript, available in PMC (PubMed Central) 2020 May 01. Published in final edited form in: Neuroscience and Biobehavioral Reviews 2019, May; 100: 305-323; doi:10.1016/j.neubiorev.2019.03.008

Bazzari, Firas H., & Bazzari, Amjad H., 2022: Lucid Dreaming and Associated Sleep and Dream Factors among University Students in West Bank Palestine. International Journal of Dream Research 15(1): 1-8

Blackmore, Susan J., 1982: Out-of-Body Experiences, Lucid Dreams, and Imagery: Two Surveys. The Journal of the American Society for Psychical Research, 76(4): 301-317.

Blagrove, Mark, & Hartnell, S. J., 2000: Lucid Dreaming: Associations with Internal Locus of Control, Need for Cognition and Creativity. Personality and Individual Differences 28(1): 41–47

Castaneda, Carlos, 1994: Die Kunst des Träumens. Frankfurt/a.M.: S. Fischer.

Denis, Dan, & Poerio, Giulia L., 2017: Terror and Bliss? Commonalities and Distinctions between Sleep Paralysis, Lucid Dreaming, and Their Associations with Waking Life Experiences. Journal of Sleep Research 26(1): 38-47

Dresler, Martin, Wehrle, Renate, Spoormaker, Viktor ., et al., 2012: Neural Correlates of Dream Lucidity Obtained from Contrasting Lucid versus Non-lucid REM Sleep: A Combindes EEG/fMRI Case Study. Sleep 35(7): 1017-1020

Erlacher, Daniel, Schredl, Michael, Watanabe, Tsuneo, et al., 2008: The Incidence of Lucid Dreaming within a Japanese University Student Sample. International Journal of Dream Research 1(2): 39-43

Ertl, Klára, 2017: Lucid Dreaming: Neural Correlates and Practical Applications. Maastricht Student Journal of Psychology and Neuroscience 6(1): 40-76

Farrell, Simon, & Lewandowsky, Steohan, 2018: Computational Modeling of Cognition and Behavior. Cambridge: Cambridge University Press

Filevich, Elisa, Dresler, Martin, Brick, Timothy R., & Kühn, Simone, 2015: Metacognitive Mechanisms Underlying Lucid Dreaming. The Journal of Neuroscience 35(3): 1082-1088

Foulkes, David, 1985: Dreaming: A Cognitive-Psychological Analysis. New York: Routledge

Green, Celia, & McCreery, Charles, 1994: Lucid Dreaming: The Paradox of Consciousness during Sleep. London: Routledge.

Gott, Jarrod, Rak, Michael, Bovy, Leonore, et al., 2020: Sleep Fragmentation and Lucid Dreaming. Consciousness and Cognition 84: 102988. https://doi.org/10.1016/j.concog.2020.102988

Gustafsson, Markus, 2022: In Your Dreams! The Neural Correlates of Lucid Dreaming. Degree Project; Bachelor’s Degree in Cognitive Neuroscience. University of Skövde, School of Bioscience. https://www.diva-portal.org/smash/record.jsf?pid=diva2%3A1697552&dswid=3525

Hess, Gabriela, Schredl, Michael, & Goritz, Anja S., 2017: Lucid Dreaming Frequency and the Big Five Personality Factors. Imagination, Cognition and Personality 36(3): 240-253

Konkoly, Karen, & Burke, Christopher T., 2019: Can Learning to Lucid Dream Promote Personal Growth? Dreaming 29(2): 113-126

LaBerge, Stephen P., 1980: Lucid Dreaming as a Learnable Skill: A Case Study. Perceptual and Motor Skills 51(3, Suppl. 2): 1039-1042

LaBerge, Stephen P., Nagel, Lynn E., Dement, William C., & Zarcone Jr., Vincent P., 1981: Lucid Dreaming Verified by Volitional Communication During REM Sleep. Perceptual and Motor Skills 52(3): 727-732

de Macêdo, Tainá Carla Freitas, Ferreira, Glescikelly Herminia, de Almondes, Katie Moraes, et al., 2019: My Dream, My Rules: Can Lucid Dreaming Treat Nightmares? Frontiers of Psychology 10: 2618. doi: 10.3389/fpsyg.2019.02618

Mallett, Remington, Sowin, Laura, Raider, Rachel, et al., 2022: Benefits and Concerns of Seeking and Experiencing Lucid Dreams: Benefits are Tied to Successful Induction and Dream Control. Sleep Advances 3(1): zpac027. doi: 10.1093/sleepadvances/zpac027

Mota-Rolim, Targino, Souza, Blanco & Araujo Lucid dreaming incidence: A quality effects meta-analysis of 50 years of research 3 (2013)

Ouchene, R., El Habchi, N., Demina, A., et al., 2023: The Effectiveness of Lucid Dreaming Therapy in Patients with Nightmares: A Systematic Review/Efficacité de la thérapie par rêve lucide chez les patients souffrant de cauchemars: une revue systématique de la littérature. L’Encéphale 49(5): 525-531

Rechtschaffen, Allan, 1978: The Single-mindedness and Isolation of Dreams. Sleep 1(1): 97-109

Robert, Geneviève, & Zadra, Antonio, 2008: Measuring Nightmare and Bad Dream Frequency: Impact of Retrospective and Prospective Instruments. Journal of Sleep Research 17(2): 132-139

Sackwild, Lana, & Stumbrys, Tadas, 2021: The Healing and Transformative Potential of Lucid Dreaming for Treating Clinical Depression. International Journal of Dream Research 14(2): 307-319

Schredl, Michael, & Erlacher, Daniel, 2011: Frequency of Lucid Dreaming in a Representative German Sample. Perceptual and Motor Skills 112(1): 104-108.

Schredl, Michael, & Erlacher, Daniel, 2004: Lucid Dreaming Frequency and Personality. Personality and Individual Differences 37(7): 1463-1473

Schredl, Michael, Rieger, Janina, & Göritz, Anja S., 2018: Measuring Lucid Dreaming Skills: A New Questionnaire (LUSK). International Journal of Dream Research 11(1): 54-61

Schredl, Michael, Zumstein, Judith, Baumann, Sven, & Schmidt, Mirja, 2022: Lucid Dreaming Frequency and Sensory-Processing Sensitivity. Imagination, Cognition and Personality 42(2): 134-144

Smith, Bethan V., & Blagrove, Mark, 2015: Lucid Dreaming Frequency and Alarm Clock Snooze Button Use. Dreaming 25(4): 291-299

Stepansky, Robert, Holzinger, Brigitte, Schmeiser-Rieder, A., et al., 1998: Austrian Dream Behavior: Results of a Representative Population Survey. Dreaming 8(1): 23-30

Stumbrys, Tadas, 2023:  Dispelling the Shadows of the Lucid Night: An Exploration of Potential Adverse Effects of Lucid Dreaming. Psychology of Consciousness: Theory, Research, and Practice 10(2): 152–163.

Stumbrys Tadas, Erlacher, Daniel, Schädlich, Melanie, & Schredl, Michael, 2012: Induction of Lucid Dreams: A Systematic Review of Evidence. Consciousness and Cognition 21(3): 1456–1475

Stumbrys, Tadas, & Daunytė, Viktorija, 2018: Visiting the Land of Dream Muses: The Relationship between Lucid Dreaming and Creativity. International Journal of Dream Research 11(2): 207-212

Tan, Shuyue, & Fan, Jialin, 2023: A Systematic Review of New Empirical Data on Lucid Dream Induction Techniques. Journal of Sleep Research 32(3): e13786. https://doi.org/10.1111/jsr.13786

Tart, Charles T., 1988: From Spontaneous Event to Lucidity: A Review of Attempts to Consciously Control Nocturnal Dreaming, S. 67-103 in: Gackenbach, Jayne, & LaBerge, Stephen, (Hrsg.): Conscious Mind, Sleeping Brain: Perspectives on Lucid Dreaming. New York: Plenum

Vallat, Raphael, & Ruby, Perrine Marie, 2019: Is it a Good Idea to Cultivate Lucid Dreaming? Frontiers in Psychology 10: 2585. doi: 10.3389/fpsyg.2019.02585

Van Eeden, Frederik, 1912-1913: A Study of Dreams, S. 431-461 in: Proceedings of the Society for Psychical Research, Volume XXVI, Part 47; s. https://dreamscience.ca/en/documents/New%20content/lucid%20dreaming%20pdfs/vanEeden_PSPR_26_1-12_1913.pdf; copied and proofread by Blake Wilfong ([email protected]), ohne Seiten

Voss, Ursula, Frenzel, Clemens, Koppehele-Gossel, Judith, & Hobson, Allan, 2012: Lucid Dreaming: An Age-dependent Brain Dissociation. Journal of Sleep Research 21(6): 634-642

Folgen Sie uns auf Telegram.


Anregungen, Hinweise, Kontakt? -> Redaktion @ Sciencefiles.org


Wenn Ihnen gefällt, was Sie bei uns lesen, dann bitten wir Sie, uns zu unterstützen.
ScienceFiles lebt weitgehend von Spenden.
Helfen Sie uns, ScienceFiles auf eine solide finanzielle Basis zu stellen.


Wir haben drei sichere Spendenmöglichkeiten:

Donorbox

Unterstützen Sie ScienceFiles


Unsere eigene ScienceFiles-Spendenfunktion

Zum Spenden einfach klicken

Unser Spendenkonto bei Halifax:


ScienceFiles Spendenkonto:
HALIFAX (Konto-Inhaber: Michael Klein):

  • IBAN: GB15 HLFX 1100 3311 0902 67
  • BIC: HLFXGB21B24

Print Friendly, PDF & Email






Source link

Von Veritatis