Von Kai Rebmann

Die Deutsche Bahn hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einen gigantischen Schuldenberg angehäuft. Verbindlichkeiten in Höhe von 34 Milliarden Euro drücken den Staatskonzern. Die alltäglichen Folgen für die Kunden: Personalmangel und eine marode Infrastruktur führen zu massiven Verspätungen bis hin zu Totalausfällen von Zügen.

Im Koalitionsvertrag der Ampel wurde daher eine „Mini-Reform“ vereinbart. Die Verschmelzung der bisher eigenständig agierenden Betreibergesellschaften von Schienennetz und Bahnhöfen soll dabei helfen, diese und weitere Missstände zu beseitigen. Herausgekommen ist dabei die sogenannte DB InfraGO AG.

Dass diese Maßnahme auch nur irgendeinen praktischen Nutzen hat, glauben Kritiker wie der CDU-Verkehrsexperte Michael Donth nicht: „Bei der DB InfraGO AG wurde lediglich das Türschild geändert“, so der Oppositionspolitiker gegenüber dem „Spiegel“.

Dennoch ließ es sich der Bahn-Vorstand nicht nehmen, am 23. Januar 2024 eine interne Party zu schmeißen, um diese Fusion gebührend zu feiern, Kostenpunkt: 1,4 Millionen Euro. Unter den 2.000 handverlesenen Gästen in einem bekannten Hamburger Eventlokal befand sich auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP), um die Umsetzung „seines“ Projekts zu begießen.

Wie ebenfalls erst jetzt bekannt wurde, hat die Bahn am Tag zuvor bereits in Berlin zu einem ähnlichen Akt geladen, um mit weiteren Vertretern der Bundespolitik anzustoßen. DB-Chef Richard Lutz soll dabei die Losung ausgegeben haben: „It’s Showtime!“ Diese Veranstaltung schlug mit zusätzlichen 330.000 Euro zu Buche, wie eine Konzernsprecherin bestätigte.

Ironie am Rande: Das „GO“ im Namen der neuen Bahngesellschaft steht für „gemeinwohlorientiert“. Und auch der Erklärungsversuch, wie eine Sause für knapp zwei Millionen Euro mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation des Staatskonzerns zusammenpasst, klingt einigermaßen befremdlich. Wegen der Pandemie habe man bei der Bahn zuletzt auf größere Veranstaltungen verzichten müssen, so die Sprecherin. Jetzt gehe es darum, eine „Aufbruchstimmung bei allen Führungskräften zu initiieren“.

Neue Vorstandsmitglieder der Bahn verdienen künftig bereits in der ersten Amtsperiode rund 1,4 Millionen Euro pro Jahr, der Anteil des Grundgehalts an der Gesamtvergütung steigt von zuletzt 36 auf 50 Prozent. Bei langjährigen Vorständen sieht dieses Vergütungsmodell naturgemäß nicht schlechter aus. Braucht es angesichts solcher Beträge tatsächlich eine Extra-Motivation?

Michael Donth glaubt das nicht: „Statt Schönwetter-Veranstaltungen wären tatsächliche Veränderungen und eine bessere Steuerung durch den Bund bei der Infrastrukturgesellschaft hilfreicher.“ Die Tatsache, dass die Konzernspitze ein derartiges Event nur für die eigenen Mitarbeiter ausrichte, zeige, dass „selbst diese nicht vom Nutzen der neuen Gesellschaft überzeugt“ seien, so der CDU-Mann.

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