Popcorn her, Cola und Bier kalt stellen, die Konfettikanone einsatzbereit halten! Für altwestdeutsche DKP-Hasser ginge auch das Einstimmen auf den berühmten Mainzer “Narhallamarsch“, denn es ist politischer Fasching mit Realsatire und medialem Knallbumm, es darf gefeiert werden.

von Hans S. Mundi

Kennen Sie eigentlich Oskar Lafontaine? Sie meinen ja?! Sind Sie sicher?! Von 1985 bis 1998 war der einstige SPD-Mann und -Kanzlerkandidat Ministerpräsident des Saarlandes. Im Kabinett von SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder übernahm Lafontaine ab 1998 das Bundesministerium der Finanzen – bis es in einer ersten Bundeskoalition mit den Grünen zum Crash mit dem streitbaren Oskar kam.

Ein Mann aus der Partei eines Willy Brandt, der aktiver Bekämpfer aller sozialistischen Ideologen war, der die Errichtung der kommunistischen DDR-Mauer gegen den freien Westen zuerst noch lauter und glaubwürdiger be- und anklagte, als es der einstige Berliner Bürgermeister Brandt und erst recht die herumeiernde CDU zunächst taten. Willy Brandt war noch derjenige echte Sozialdemokrat mit klarem Kopf gewesen, der einst wahrer Antifaschist gegen reale Nazis war und gegen diese in Skandinavien als Partisan zur Waffe gegriffen hatte. Brandt hatte noch einen klaren Kompass, war sich völlig sicher in Sachen Totalitarismutheorien und liess sich vom real existierenden Elend der linksfaschistischen DDR der SED zu keiner Zeit blenden und verführen. Der „Antifaschistische Schutzwall“ der DDR-Diktatur war auch spiegelverkehrt die sozialdemokratische Brandmauer gegen Links – na, kommt Ihnen da eine Ahnung?! Richtig. Der im Kern skrupellose und egomanisch-eitle Lafontaine war zwar immer – bis heute! – ein brillanter Denker und Analytiker, was aber seine Schuld am Aufbau eines linksextremen Lagers im wiedervereinten Deutschland umso größer werden lässt.

Umtriebig und verschlagen

Denn als er krachend und polternd sein Ministeramt dem Kanzler Schröder und seinem extrem umtriebigen und verschlagenen Grünen-Außenminister Joschka Fischer (Eigenschaften, die auch Lafontaine auszeichnen) vor die Füße warf, hatte er sich wohl bereits ein obskures, schräges Projekt als späteres Auffangbecken erdacht: die dann fünf Jahre später gegründete „Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit“ (WASG). Als er dort einstieg, wußte der abgebrühte Sozi Lafontaine ganz genau, was er dort machte und auf wen er dort traf. Sie ahnen es nicht: Lafontaine bereitete genau dort den linksextremen, realsozialistischen Durchmarsch der späteren Ex-Ostzonen-Kanzlerin Angela Merkel vor! Definitiv! Deutschlands Absturz nach links ist vor allem auch den Umtrieben eines Oskar Lafontaine geschuldet. Ein historisches Debakel. Was ein Willy Brandt mit seinen Genossen in klarer Mehrheit noch bekämpft hatte, nämlich die „linke Aktionseinheit“ mit totalitären Sozialisten und Kommunisten, wurde durch den Strategen Lafontaine als Mauer eingerissen – alle Dämme wurden zum Bersten gebracht.

Denn ausserhalb der SPD, in trüben Gewässern wie der WASG, waren sie zu finden, die über Jahrzehnte aus dem Osten finanziell gepamperten Anhänger der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), als beinhart geschulte extremistische Kader, welche wie in der UdSSR oder eben in der DDR prinzipiell zu allem bereit waren: Denunziation, Gewalt (in jeder Dosierung) gegen den politischen Gegner und Zersetzung jeglicher wahrer Demokratie, wenn auch im Westen unter der Tarnkappe. Das maßgeblich von Oskar Lafontaine geschaffene Schreckensgebilde WASG sammelte haufenweise die nach 1989 ff. versprengten Reste der DDR-Anhänger ein und all das mutierte in eine „Die Linkspartei.PDS“, was eine Fusion mit den Erben der SED der DDR beinhaltete. Es gab nun bei diesem gesamtdeutschen Linksbündnis keine Grenze mehr zum linken Rand; in den Bundestag gelangten diverse ehemalige DKP-Kader, was eine Ausdehnung des Einflusses jener stalinistischen Kräfte in den einstigen Westen der BRD hinein bedeutete – und die politische Achse ins Schwanken nach links brachte.

Der Feind steht rechts – immer im Linksstaat

Durch regionale Bündnisse mit der SPD und Grünen, durch Regierungsämter wie in Thüringen, bedeutete dieses für Deutschland eine krasse Zäsur. Der launische Lafontaine hatte seine Privatrache an der SPD, deren Parteichef er sogar einst gewesen war, und seinem obersten Rivalen Gerhard Schröder als Anlass genommen und das bis dahin in der alten BRD Undenkbare hinbekommen: Kommunisten an der Macht, Kommunisten in neuen Tarnklamotten in allen Parlamenten, Kommunisten rehabilitiert und als Scheindemokraten in den Staat (zurück) geholt. Der Rest ist bekannt, Merkel nahm mit ihren SED-Netzwerken diese Offerte gerne auf, verstärkte die Linksoffenheit der Republik nach allen Kräften und in jeden Bereich der Gesellschaft hinein. Lafontaine ist schuld am vorläufigen quasi-sozialistischen Endsieg in nahezu unbeschränkter Deutungsmacht derzeit: Der „Feind“, also jedwede demokratische Opposition, die nicht aus linken Kräften besteht, steht nun nur noch „Rechts“ – genau so, wie es in der DDR war.

Sagt der Staat und droht mit seiner Macht. Danke, Oskar… Überspringen wir weitere Details aus dem Leben des Frauenverstehers Lafontaine, der dann noch die große Liebe zu einer „Kommunistischen Plattform“ entdeckte, also zu Sarah Wagenknecht. Lassen wir deren Bündnis und dessen Eskapaden weitgehend beiseite. Denn seit geraumer Zeit haut der alte Oskar (geboren 1943 in Saarbrücken) einen nach dem anderen raus. Wieder mit politischem Lärm hatte er das von ihm geschaffene Parteigebilde Die Linke mitsamt seiner Sarah Richtung Erneutparteigründung bereits verlassen, doch nun hat er wie auch die Bündissahra nicht mehr nur die SPD am Wickel, immer heftiger teilt das Paar gegen die Grünen aus – und da wären wir wieder am Anfang der Erzählung, das ist teils grosses Kino und sehr unterhaltsam. Bedenken wir hierbei die angedeuteten Wesenszüge des umtriebigen Saarländers. Lafontaine ist extrem eitel, egozentrisch, selbstverliebt, will von allen geliebt werden, fühlt sich als Popstar – und hat es Deutschland, der SPD und Gerhard Schröder niemals verziehen, dass alle erwähnten Kräfte ihn nicht unter lautem Jubel zum „König von Deutschland“ oder besser gleich zum Bundeskanzler mit pompösem Tamtam gemacht hatten.

Danke für nichts, Oskar!

Das schreit nach Rache! Wie immer bei der dauerbeleidigten Leberwurst, die Lafontaine allzu gerne immer mal raushängen lässt. Es ist all dieses an Einschätzung extrem wichtig, wenn man den neuesten Verbaltattacken und fiesen Umschreibungen und Hinweisen des Saar-Oskars aktuell folgt. Denn: Warum macht der das? Sarah Wagenknecht und er haben mit der Spaltung der eigens maßgeblich von ihnen miterschaffenen SED-PDS-Linkspartei deren Ende so gut wie besiegelt, zumal sich deren Epigonen in gruseliger Blässe und rhetorischer Einfalt gegenseitig überbieten. Will Oskar den angerichteten Schaden noch zu Lebzeiten reparieren? Äußerungen von Sarah Wagenknecht klingen marktwirtschaftlich, mittelständisch unternehmerfreundlich, bestehen zum Teil lupenrein aus AfD-Forderungen wie einer ultimativen Grenzkontrolle und Beendigung des migrantischen Chaos-Zustroms. Auch in der Grünen Klimapolitik geht die Wagenknecht das urbane Ökomilieu frontal an und sympathisiert mit Automobilisten und Verbrenner-Freunden. Es ist auch Merkels Erbe, dass durch das verbalradikale Auftreten der beiden heftig ins Wanken gerät – die einstige linke Einheitsfront ist tatsächlich beendet. Danke, Oskar, für nichts!

Doch kommen wir nun abschließend zu den aktuellen Paukenschlägen, die von Oskar nun – wie immer ohne Vorwarnzeit – in den medialen Raum geknallt werden. So äußert Lafontaine nun, dass er die Kriegsphase zwischen Russland und der Ukraine „einfrieren“ wolle, was er im übrigen mit dem stark kritisierten SPD-Mann Mützenich teile. Typisch Lafontaine: Er baut ganz offen Spaltpilze auf dem Boden politischer Gegner als toxische Saat an, nun wieder auch mit Schmackes bei der SPD, die er offenbar von daheim aus mit einem Longdrink in der Hand genüßlich grinsend vor sich hertreibt. Ein Gespräch mit Redakteuren von Tageszeitungen – und in den Regierungszentralen von SPD und Grünen fällt das Geschirr aus dem Schrank.

Ampel-Dilettantismus als Motiv für die Abrechnung?

„Am schlimmsten aber ist die Außenministerin Annalena Baerbock, die auf der Welt ihr Unwesen treibt und den deutschen Interessen jeden Tag massiv schadet“, sagte Lafontaine. Sie verbrauche „sehr viel Kerosin, bewirkt nichts und tritt auf der internationalen Bühne in jedes Fettnäpfchen“. Lafontaine: „Scholz eine große Enttäuschung – am schlimmsten aber ist Baerbock“. Das alles ist vollkommen und unbestreitbar die bittere Wahrheit und so richtig. Aber, lieber Oskar: Erst durch den von dir mitermöglichten linksoffenen Durchmarsch in der Berliner Republik wurde es möglich, dass solche verhuschten Linksgestalten an die Macht kommen konnten!

Denn Lafontaine war es ja selber, der die Grünen seinerzeit unter Joschka Fischer in alle Ehren geraten und in den Staat hineinließ. Man darf allerdings tatsächlich vermuten, dass den Politprofi Lafontaine der unglaubliche, offen zur Schau gestellte Dilettantismus der Ampel persönlich echt in Rage bringt. Denn wer seine analytischen Kräfte halbwegs beisammen hat, der erkennt unter starken Schmerzen, was sich da für ein Elend durch die Macht krepelt und bei jeder Kabinettssitzung mehr Schaden als Nutzen erzeugt. Und er hat natürlich recht, dass nach jeder Rede von u.a. Baerbock, Hofreiter oder Habeck jeder Steuerzahler Schmerzensgeld erhalten müßte. Und er hat natürlich recht, wenn er die Schwäche eines Olaf Scholz offen als Enttäuschung sieht, denn eine derartige Witzfigur mit dämlichem Schlumpfgrinsen als Kanzler ist in etwa so, als hätte es in Berlin einen Putsch gegeben und die Mitglieder der Muppet Show hätten alle Macht an sich gerissen. „Stotter-Blödbock“ und andere Schmähungen garnieren das gesamte Internet bis ins Ausland hinein, Deutschland in Grün ist megapeinlich und in der Ampel-Fehlkonstruktion natürlich eine Schande, über welche die ganze Welt zunehmend lacht oder nur noch staunend den Kopf schüttelt.

Die Leiden des französischen Staatspräsidenten

Der Saarländer blickt auch bei sich daheim zu Recht in Richtung Frankreich, vielleicht mit einem Glas Bordeaux oder einem Pinot Noir in der Hand, während die im Elsaß frisch vom Markt geholten Froschschenkel in seiner Pfanne schmoren. Deutsche und Franzosen, das kann so schön sein – ohne Krieg wie einst, und später dann als politische Achse. Die Realität sieht nun mal anders aus: Scholz. Vielleicht ist es bei Lafontaine tatsächlich echte Verzweiflung. Im außenpolitischen Peinlichkeitswettbewerb zwischen Baerbock und Scholz kann dieser zwar nicht mit den taifunartig überschwappenden Fettnäpfchen der Grün*Innen mithalten, aber wer sich die Begegnungen zwischen Scholz und Macron ansah und auch nur etwas von Körpersprache und Mimik versteht, der weiß um die Leiden des französischen Staatspräsidenten, wenn der deutsche (H)Ampelkanzler Scholz mit der Aura eines Hausmeisters beim Deutschen Reichstag angeklötert kommt – mit dabei die schrullige Aktentasche mit vermuteter Thermoskanne und zwei Tage altem, angebissenem Käsebrötchen. Für einen echten Nonchalance-Franzosen muss das wie ein Termin mit einem Heizungsmonteur anmuten.

Da hat Lafontaine objektiv recht, auch wenn er es in diesem Fall diplomatischer ausdrückt: Der deutsche „Kanzler“ Scholz ist der Krachwitz der Geschichte. Aber vielleicht meint es der listenreiche Lafontaine, inzwischen jenseits der 80, ja auch diesmal wieder ganz anders: Vielleicht will er alles wieder gutmachen und feuert deshalb ferngesteuerte Häme-Raketen ins Kanzleramt, für die Scholz keinen Iron Dome besitzt? Sein derzeitiges Verdikt lautet sardonisch, Bundeskanzler Olaf Scholz fehle „jeder Sinn für die deutsch-französische Achse“ Äh, ja. Dafür auch.

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Von Veritatis

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