Epoch Times26. April 2024

Der Industriekonzern Thyssenkrupp holt sich für seine kriselnde Stahlsparte einen Partner an Bord. Wie der Konzern am Freitag in Essen mitteilte, wurde mit dem Unternehmen EPCG des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky eine strategische Partnerschaft geschlossen.

EPCG erwirbt demnach zunächst 20 Prozent der Anteile am Stahlgeschäft von Thyssenkrupp. Darüber hinaus gebe es Gespräche „über den Erwerb weiterer 30 Prozent der Anteile am Stahlgeschäft durch EPCG“. Ziel sei „die Bildung eines gleichberechtigten 50/50-Joint Ventures“.

Křetínský zählt zu den reichsten Tschechen, die EPCG ist in verschiedenen Branchen aktiv, darunter Energie, Medien und Einzelhandel.

Neuaufstellung vor Wochen angekündigt

Steel-Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel hatte Ende Februar in einem WAZ-Interview gesagt, dass der Spartenvorstand Vorschläge für eine Neustrukturierung erarbeiten will. Auch ein Beschäftigungsabbau sei nicht auszuschließen.

Am Ende müsse ein zukunftsfähiges Stahlunternehmen stehen, „in dem auch noch die Kinder und Enkel der heutigen Stahlarbeiter einen Arbeitsplatz finden“. Betont hatte der frühere Vizekanzler auch, dass Entscheidungen gemeinsam mit den Mitbestimmungsgremien fallen sollen.

Mit der geplanten Neuaufstellung reagiere man einerseits auf die schwache Konjunktur, vor allem aber auf mittel- und langfristig strukturelle Veränderungen auf dem europäischen Stahlmarkt und in entscheidenden Märkten. Dazu gehörten hohe Energiekosten sowie ein steigender Importdruck, überwiegend aus Asien.

Probleme in Duisburg

Der Abschluss der Transaktion für den Erwerb des 20-Prozent-Anteils am Stahlgeschäft durch EPCG ist laut Thyssenkrupp „noch im laufenden Geschäftsjahr geplant“ – vorbehaltlich einer etwaigen Zustimmung der zuständigen Behörden und des Aufsichtsrates.

Mitte April reagierte Deutschlands größter Stahlproduzent mit einer deutlichen Drosselung der Produktion am Standort Duisburg auf Umsatz- und Auftragseinbrüche.

In der Stahlsparte des Thyssenkrupp-Konzerns arbeiten rund 27.000 Menschen, davon 13.000 in Duisburg. Bis Ende März 2026 gilt eine Beschäftigungsgarantie. „Es ist das erklärte Ziel, betriebsbedingte Kündigungen auch weiterhin zu vermeiden“, hieß es in der Mitteilung. (afp/red)




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Von Veritatis

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