Hier thematisiert Oskar Lafontaine die Rolle von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Der sei „schon viele Monate der beliebteste Politiker Deutschlands“ und wolle „unter großem Beifall der Öffentlichkeit Deutschland wieder ´kriegstüchtig´ machen“. Deutlich werde jedoch, dass er die sicherheitspolitischen Diskussionen der vergangenen Jahrzehnte nicht kenne. „Während mangelndes diplomatisches Geschick bei einem Verteidigungsminister vielleicht noch hinnehmbar“ sei, sei „strategisches Denken unabdingbare Voraussetzung bei der Übernahme einer solchen Verantwortung“. Wir bedanken uns für die interessanten E-Mails. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.

1. Leserbrief

Die deutschen Sofastrategen, die immer auf die atomare Schutzgarantie der USA verweisen, haben nicht begriffen, dass die US-Besatzungssoldaten und später die regulären US-Soldaten nicht zum Schutz Deutschlands in Deutschland stationiert waren und sind, sondern zum Schutz vor Deutschland.

Die deutschen Sofastrategen wähnten und wähnen sich also an der Seite von US-Regierungen, die stets nur die Interessen der USA vertraten und vertreten.

Solange deutsche Sofastrategen sich nicht von diesem Wahn befreien, solange drohen uns ernste Folgen.

Freundliche Grüße
Uwe Ruckriegel

2. Leserbrief

Liebe Redaktion,

ein hervorragender Artikel, der erneut größte Zweifel an der Qualifikation der Regierungsriege aufkommen lässt. Bis heute ist der Bursche uns die Mitteilung schuldig geblieben, wann und wo Putin mit dem Durchmarsch nach Deutschland, Polen etc. gedroht haben soll.

Aus verschiedenen Quellen hatte ich gehört, dass Taurus sich mit Atombomben aufrüsten lässt. Das bedeutet, dass Russland im Falle einer Taurusrakete auf russischem Gebiet mit einer Münze entscheiden kann, ob sich ein konventioneller Sprengsatz oder ein Atomsprengsatz an Bord befindet, bei gleichzeitig extrem kurzer Entscheidungszeit.

Ob der Boris das weiß? Offenbar ist sich Scholz dieser Gefahr bewusst: In dieser Situation könnte die Entscheidung Russlands zum Atombombeneinsatz gegen Deutschland führen.

Und dann, Boris?

Herzliche Grüße, Joachim Seffrin

3. Leserbrief

Ja , Herr Lafontaine , die deutsche Regierung hilft ihrem Führer in den USA brav mit zum nächsten Krieg . Der Verrat an Gorbatschow wird sich aber an Deutschland rächen .

Ja, Pistorius kann jetzt seinen Bubentraum leben . Ich denke , als Bube wurde ihm das spielen mit Pfeil und Bogen verboten . Da war mal eine Zeit, wo Kindern sogar bei der Fastnacht nicht mehr als Seeräuber oder Indianer verkleidet spielen durften . Aber heute wird den jetzt Grossen erlaubt , 100 000ende Soldaten in den Tod zu schicken . Waffen würden Leben retten , so die Theorie der europäischen Regierungen Menschenverachtung nennt man das .

Jetzt hat der gross gewordene kleine Bube sogar die Möglichkeit sich als Kriegsführer zu fühlen , mit richtigen Panzern und Bomben , die er momentan auch für den Völkermord nach Israel schickt . Er will « Führung « übernehmen ! Das hatten wir in Deutschland doch schon 2-mal ! Schlussendlich blieb Elend und Zerstörung .

Man darf jederzeit Fehler machen , nur sollte man den gleichen kein zweites Mal versuchen , es wird wieder schief gehen . Das blendet dieser Kriegsminister einfach aus und er scheint dabei glücklich zu sein . Das Elend spielt sich ja n o c h in Israel und der Ukraine ab . Bald kann er ja , wenn es so weiter geht , im eigenen Land zeigen , ob er auch ein grosser Held ist , vorne an der Front bei den Soldaten . Ich lass mich überraschen ob den Worten vom Kriegsminister Pistorius auch Taten folgen .

J.Blumer

4. Leserbrief

Oskar stellt “uns” allen die Frage: “Wann werden die Europäer das begreifen?”

ER ist die letzte große Figur der Sozialdemokratie. Seine Partei -er hat sie verlassen (müssen)- ist nur noch dem Namen nach das, was sie einmal war. Und der Namen waren es einige, die politische Größe verkörperten. Der letzte große Sozialdemokrat vor dem drohenden WK2 war Otto Wels, der 1933 im Reichstag für die SPD die Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes begründete. Die SA war schon im Saal. Der Saal war randvoll mit Biedermännern. Der Krieg begann 1939 (mein Geburtsjahr im Oktober). Das Haus Europa begann zu brennen und bald die ganze Welt. Brandstifter waren die VIELEN – die feinen Herren Eisenring und die Rüpel der Kategorie Schmitz (schmitz, schmatze nicht!”).

Max Frisch könnte wieder ein Theaterstück verfassen, das wirklich die gesamte Welt in die Hölle schicken würde. Der beliebteste Politiker ist der feingekleidete und smart brabbelnde Pistorius – erkoren von fast uns allen. Da kommt noch nicht einmal Blackrocker Merz mit. Es brennt schon. Nicht bei uns – noch nicht! Verreckt wird in der Ukraine! In Gaza! Pistorius, seine Ampler und die Christlichen (Demokraten?) als Opposition sind schon im Gleichschritt. Wann werden die Deutschen das begreifen? Wer warnt? Putin hat gerade massiv gewarnt! Hören die Protagonisten der Waffenindustrie für was sie sich “stark” machen? Wo ist die Stimme der Vernunft? Max Frisch hat sie eingebaut in sein Drama: ES IST DER CHOR! Das Mittel des altgriechischen Dramas. Tausende Jahre sind vergangen und den Chor mimen heute die modernen “Qualitätsmedien” hierzulande. Das ist ein schrecklicher Chor!

Ein wenig scheint es, dass sich die Stimmung wandelt, so wie das die Weltlage tut: Der Hegemon als Prinzip der Brandstifterei gerät in die Defensive. Das kann man in den NDS sehr deutlich erfahren. Sie sind ein neuer Chor der anderen Art. Sie lassen Oskar sagen, wer ein großer Sozialdemokrat war: WILLY! Ein Kniefall ist kein Zeichen der Schwäche!

Dieter Münch

5. Leserbrief

Oskar Lafontaine könnte sogar noch weitergehen in der Geschichte der BRD, das muss ich als ehemaliger Genosse der nun sich selbst zerlegenden linken Partei ergänzen. Was offenbar das westdeutsche Volk bisher nie zur Kenntnis genommen hat, das war die schlichte Tatsache, dass die Verteidigungsdoktrin der USA die komplette Zerstörung der BRD vorsah, bei der die Zivilbevölkerung kriegstüchtig für “God’s own country” Selbstmord begehen würde.

Offenbar ist den Bürgern weder in vollem Umfang klar gewesen, was die Gullydeckel auf Straßen mitten in Waldstücken und in abgelegenen Gegenden nahe der DDR-Grenze zu bedeuten hatten, noch warum jede Brücke mit Sprengkammern versehen wurde. Im westlichen Teil der BRD hat es auch niemand verwundert, dass wie an einer Perlenschnur die Nike-Hercules Raketen mit Nuklear-Sprengköpfen bis zur Stärke der Hiroshima-Bombe gelagert waren und im Ernstfall eingesetzt werden sollten. Da auch Höhendetonationen vorgesehen waren, hätte es ein mehrfaches Hiroshima im Westteil gegeben, was dann die dort Lebenden zu Kriegshelden an den gegenwärtigen Veteranentagen auszeichnen würde , falls man noch etwas von der Bevölkerung gefunden hätte.

Bei einem Schutzraumbestand zu Hochzeiten des Bunkerbaus, der gerade für 3% der Bürger ausgereicht hätte, lässt sich leicht begreifen, was also das amerikanische Bündnis im Kriegsfalle wert ist. Nun, das Bündnis besteht noch, nur die Situation ist etwas verändert. Die Freunde der Hufeisentheorie werden jetzt prompt auf die ehemalige DDR und das heutige Russland verweisen.Da haben sie ausnahmsweise gar nicht unrecht. Der Unterschied bestand nur in der Tatsache, dass der DDR-Bevölkerung bewusst war, dass ihr Arbeiter- und Bauernstaat nur 24 Stunden im Ernstfall durchhalten müsste. Dies angesichts eines solchen Wahnsinns, der 1983 fast das nukleare Inferno ausgelöst hätte, jedoch ein russischer Offizier kühl, sachlich und als Fachmann die Daten des Computers als “Fehlalarm” analysierte und entsprechend handelte. Es gab im ZDF einen Dokumentarbeitrag, der wahrscheinlich heute wegen “Verunsicherung der Bevölkerung und Gefährdung des Staatswohls” verboten ist.

Bei den DDR-Bürgern lösten die Schulungen der “Zivilverteidigung” große Begeisterung aus. Als nämlich der Schulungsleiter von den baulichen Maßnahmen sprach, die für Schutzräume und anderen baulichen Vorrichtungen unbedingt notwendig seien, welche auch von den Bürgern in Eigeninitiative zu leisten wären – da platzte es aus einem aufmerksamen Zuhörer heraus:”Das ist ja Klasse – dann kriegen wir endlich mal genügend Sand und Zement. Ich versuche schon seit Jahren meinen Anbau fertigzustellen, aber es mangelt stets an den Baustoffen!” Anschließend wurde die Schulung rasch beendet.

Mit der westlichen Überlegenheit wird es daher nicht an Baustoffen mangeln. Man sieht ja bereits an dem seit Jahren zur Chefsache erklärten Wohnungsbau, wie erfolgreich im ganzen Lande preiswerte Wohnungen in großer Zahl entstehen, so dass geradezu ein Leerstand droht. Böse Zungen behaupten das habe etwas mit Spekulation zu tun, aber das ist reine Desinformation. Daher wird also der Herr Pistorius die Ärmel aufkrempeln und für schicke Bunker sorgen, die bis zum Nato-Alarm von Unterschichtfamilien bewohnt werden können, ganz wie ihre Großeltern nach 1945.

Ein “Wehrmutstropfen” in dem Kriegstüchtigkeitscocktail muss hingenommen werden. Falls dem Herrn Pistorius der Göringsche “Vierjahresplan” vorschwebt, dann sollte ihm auch klar sein, dass er schneller “Meier” heißen könnte als ihm lieb ist, weil ein feindlicher Flugkörper in der BRD Schaden anrichten könnte. Hamburg, Dresden, Darmstadt, Braunschweig, die Kette der Städte ist lang, wo es sich zeigte, was Kriegstüchtigkeit alles anrichtet.

Stephan Ebers

6. Leserbrief

Liebe NDS, Lieber Oskar Lafontaine,

wie recht Sie wieder haben mit Ihrem Artikel über unseren Verteidigungsminister. Wichtig sind vor allem Ihr profundes, politisches Wissen und Ihre Erfahrung, die Sie in Ihrem Artikel einbringen. Vielleicht hilft das der jüngeren Generation, Dinge neu einzuordnen. Viel Hoffnung habe ich da aber nicht mehr.

Ich persönlich halte Herrn Pistorius für einen jener SPD-Parteisoldaten, Opportunisten und staatlichen Selbstversorgern, von denen die heutige junge SPD abgefüllt ist bis auf Anschlag. Der Mann ist als totale Fehlbesetzung eine hochgefährliche Lachnummer, wie die anderen Gestalten in dieser vom Bundeskanzler politisch völlig herunter gewirtschafteten Partei. Neben der Kriegstreibersekte der Grünen und eingebettet zwischen der Kriegstreiberin und Kriegsprofitlerin Strack-Zimmermann – einer FDP – “……- up beyond any recognition” – und den neoliberalen a-sozialen C-Parteien von Merz (mit e) und Söder, gibt dieser Verteidigungsminister ganz das Bild der typischen SPD, des “kleinen Mannes”, der auch mal mit geschwollener Brust was darstellen will – auch im historischen Kontext, wenn man Brandt, Bahr, Schmidt, Schröder und Sie herausnimmt.

Die Gewinne der deutschen Rüstungsindustrie werden wir in Deutschland mit einer neuen Welle der Armut und massiven Rentenkürzungen bezahlen, basierend auf diesen “kranken Typen” in unserer Politik. Für die USA als zweitrangige Atommacht ist klar, dass sie einen Krieg gegen Russland nie gewinnen kann, denn ein strategischer massiver Nuklearschlag mit High-tec Waffen, die dem Westen um 15-20 Jahre technisch überlegen sind, würde die USA und England vollständig zerstören. Die EU soll daher neben der Ukraine verheizt werden, um Russland “zu schwächen”. Die Rechnung wird nicht aufgehen. Der Krieg des Westens und der EU gegen Russland auf dem Boden der Ukraine und zwangsläufig auch der EU wird zum “Zweiten Stalingrad des gesamten Westens” werden. Deutschland wird sich dabei selbst zerstört haben. Nun, auch gut. Viel Intelligenz kann in diesem Land nicht mehr zerstört werden. Es besitzt schlicht keine. In dem Punkt stimme ich mit Habeck weitgehend überein.

Grüße
von unserem Leser R.O.

Liebe NDS, Oskar Lafontaine,

momentan gibt es im deutschen Bundestag nur zwei Oppositionsparteien – die starke AfD und das noch schwache Bündnis Sahra Wagenknecht.

Die AfD ist sehr stark mit dem Thema der illegalen Migration und Zuwanderung sowie dem damit verbundenen Asylrechtsmissbrauch befasst. Was aber ist, wenn dieses Problem in Zukunft vollständig gelöst ist? Wofür steht die AfD dann?

Steht sie dann als neoliberale transatlantische weitere Partei auch an der Seite aller anderen a-sozialen, neoliberalen, transatlantischen Parteien, wie CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen bei der Umsetzung einer mehrheitsfeindlichen, a-sozialen Politik gegen die Interessen der Mehrheit und des Landes und der Erfüllung US-amerikanischer geopolitischer Interessen?

Das Bündnis Sahra Wagenknecht BSW verbleibt als einzige Partei einer garantierten sozialstaatlichen Verantwortung in Deutschland übrig. Im Gesamtrahmen der Politik ist sie momentan der “Key Differentiator” für eine staatlich vernünftige und sozial-verantwortliche Politikgestaltung der Zukunft, die im Fokus der Mehrheitsinteressen und im Interesse unseres Landes stehen – aller Menschen – nicht nur der Eliten und Neoliberalen Profitwirtschaft. Die “soziale Garantie” sind Sie, Herr Lafontaine, und Ihre Frau als hochqualifizierte Volkswirtin und Finanzexpertin, sowie das gesamte Führungs- und Gründungsteam der Partei. Sie alle haben sich qualifiziert durch eine Antikriegspolitik, Politik der friedlichen, konstruktiven Nachbarschaft – auch mit Russland – und eine auf den nachhaltigen, sozialen Frieden ausgerichtete staatlich verantwortliche Politik, indem sich BSW immer wieder dafür ausgesprochen. Obwohl es mit der AfD in wenigen Bereichen Schnittmengen geben kann, müsste sich wenn, dann die AfD für dieses Umfeld noch stärker, nachhaltiger und differenzierte qualifizieren.

Die gemeinsame, friedliche Zukunft unseres Landes hängt damit momentan maßgeblich vom Erfolg des BSW ab. So klein das BSW noch ist – sie ist keine “Splitterpartei” – vereint sie doch momentan das latente Potential aller mehrheitsfähigen Themen des Souveräns in unserem Land auf sich. Das ist politisches Kapital, das man verwerten kann.

Grüße
von unserem Leser R.O.



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Von Veritatis

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