Die massive Gewalt des 7. Oktober, und die Tötung hunderter Zivilisten in Israel haben Menschen weltweit schockiert. Die Bombardierung Gazas seit dem 7. Oktober, die anhaltende Zerstörung Gazas durch das israelische Militär, die zehntausende Palästinenser das Leben kostete, hat einen Großteil der Weltbevölkerung entsetzt. Beides trifft auch auf die Mehrheit der deutschen Bevölkerung zu.

Das würde bedeuten: Die meisten Menschen nehmen Anteil am Nahostkonflikt, aber nicht – wie es in den Medien zu dominieren scheint – wie bei einem Fußballspiel, wo man nur einer Seite die Daumen drückt. Sondern als Menschen, die mit anderen fühlen.

Eine Umfrage im Mai vergangenen Jahres ergab, dass 13 Prozent der deutschen Bevölkerung die

#246;lkerung die Politik Israels gegenüber den Palästinensern für gerecht halten, während 54 Prozent der deutschen Bevölkerung der Meinung sind, dass sie ungerecht sei. Inwiefern Siedlungsbau, Landnahme und Vertreibung der Palästinenser durch israelische Siedler und das Militär gerecht sein könne, wurde nicht abgefragt. Aber auch andere, ähnliche Umfragen aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zeichnen ein ähnliches Bild: Die deutsche Bevölkerung ist mehrheitlich der Ansicht, dass die Palästinenser unterdrückt und entrechtet werden.Die meisten Deutschen stehen der Kriegsführung Israels negativ gegenüber – die Politik bildet das aber nicht abNach dem 7. Oktober herrschte Entsetzen über den Angriff der Hamas auf Israelis, doch mit jeder Bombe, die auf Gaza fällt und jedem weiteren Kind, das verhungert oder verdurstet, wird auch das Entsetzen über die Gewalt der israelischen Armee größer. Mit jedem Kriegsmonat und jeder neuen Umfrage wird offensichtlicher, dass die deutsche Bevölkerung das israelische Vorgehen ablehnt: Waren es zu Beginn des Kriegs nur etwas mehr als ein Drittel, die das israelische Vorgehen kritisieren, sind es inzwischen fast 70 Prozent.Während in der Bevölkerung und unter den Anhängern aller Parteien (mit Ausnahme der FDP, deren Anhänger in dieser Frage gespalten sind) Klarheit herrscht, dass das israelische Vorgehen in Gaza nicht gerechtfertigt ist, ebenso wenig wie der Siedlungsbau oder die Blockade des Gazastreifens, herrscht in der deutschen Politik, insbesondere bei den Parteien rechts der Mitte, weiterhin nahezu bedingungslose Unterstützung für Israels Kriegspolitik. Union und FDP zeigen auch nach mehr als 35.000 getöteten Palästinensern kaum Interesse am Leid der Palästinenser und stellen sich inzwischen sogar offen gegen internationale Gerichte, wenn diese die israelische Politik verurteilen. Dies geht einher mit einer einseitigen Darstellung des Kriegs in jenen Medien, die sich selbst im konservativen oder bürgerlichen Spektrum verorten; hier wird das Leid in Gaza immer wieder verharmlost oder gar gerechtfertigt.Der Widerspruch zwischen Äußerungen eines großen Teils der Politik sowie der Darstellungen der Situation in bürgerlichen Medien auf der einen Seite und der Einschätzung der Bevölkerung auf der anderen rührt nicht daher, dass den Menschen Unrecht egal ist. Im Gegenteil. Durch die sozialen Medien, die die Situation in Gaza nahezu ungefiltert zeigen, kann Leid dort, wo es stattfindet, von allen, die es sehen wollen, erkannt werden. Jene Teile der deutschen Politik, die Israels Vorgehen weiterhin rechtfertigen, offenbaren so, dass ihr Gerede über Menschenrechte und Werte nur eine Farce ist. Denn die Bevölkerung fragt sich zu Recht, warum es vielen deutschen Politikern nicht gelingt, israelisches und palästinensisches Leid gleichermaßen zu verurteilen.



Source link

Von Veritatis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert