So wirklich alles, was mit Organspende und – transplantation zu tun hat, ist unappetitlich, nicht, weil die Entnahme von Organen aus lebenden Körpern eine blutige Angelegenheit ist, nicht, nein, weil die penetrante Art und Weise, mit der nun schon seit Jahren versucht wird, an die Organe von Menschen zu gelangen, um damit in erster Linie viel Geld zu verdienen, unappetitlich ist, langsam dem Drogensüchtigen gleicht, der seine Entzugserscheinungen dadurch bekämpfen will, dass er sich wahllos Passanten vor die Füße wirft und sie so lange am Weitergehen hindert, bis sie ihm das Geld für die nächste Spritze gegeben haben…

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Nicht genug, dass ein Thema, das Polit-Kasper nun wirklich überhaupt nichts angeht, regelmäßig aufgewärmt wird, um Bürgern den Eindruck ins Hirn zu hämmern, sie hätten so etwas wie eine moralische Pflicht vor ihrem endgültigen Ableben noch in gebrauchsfähigem Zustand vorhandene Organe unentgeltlich zu stiften, damit Ärzte und all diejenigen, die am Organhandel verdienen, ihre Konten füllen.

Nicht genug, dass alles, was die Transplantation eines Organs zu einem Problem macht, unter dem in erster Linie derjenige zu leiden hat, der sich als Empfänger auf den Handel eingelassen hat, unerwähnt bleibt.

Nicht genug, dass die besonders unappetitlichen Aspekte, die sich auf die Gewinnung von Spendeorganen beziehen, unter den Teppich gekehrt werden.

Man muss nun auch als jemand der intensive Behandlung auf einer Intensivstation benötigt, damit leben, ständig von Geiern umflogen zu werden, die nur darauf warten, dass man endlich das Zeitliche so weit hinter sich lässt, dass diejenigen, die immer alles ganz genau wissen, den Hirntod feststellen und zum Ausschlachten blasen können.

Wenn Sie nachlesen wollen, wer am Organhandel wieviel verdient, welche Probleme sich mit Organstransplantation verbinden und welche unvorhergesehenen Dinge sich selbst bei Transplantationserfolg einstellen können: Wir für Sie ein Kompendium erstellt, in dem sie alles nachlesen können.

Wann immer Sie sich als jemand, der seinen Willen zur Organspende erklärt hat oder der seinen Unwillen nicht so deutlich erklärt hat, dass nicht seine Angehörigen an seiner Stelle seinen Willen zur Organspende erklären könnten, in einer Situation, wie geschaffen, um von Ärzten mit Sprüchen wie „im Tod noch anderen helfen“ ausgenutzt zu werden, wiederfinden, sind Sie in akuter Gefahr.

Ihre Situation auf Intensivstation stellt sich so dar:

Das ist der Eindruck, den wir haben, nachdem wir dem Hinweis eines Dresdener Lesers auf DETECT gefolgt sind, eine in der Sächsischen Zeitung und regelmäßig von der TU-Dresden beworbene Entwicklung des Universitätsklinikums Dresden, die verhindern soll, dass den Transplantationsbeauftragten in Krankenhäusern ein „Hirntoter“, den man hätte ausweiden können, entgeht.

Die Zeiten, zu denen ein bald zum Hirntoten erklärter noch lebendiger Intensivpatient Transplantationsbeauftragten durch die Lappen gegangen ist, sind vorbei: Es gibt nun DETECT. DETECT ist im Wesentlichen eine Überwachungssoftware, mit deren Hilfe noch zappelnde, aber bald als hirntot deklarierte, potentielle Organspender identifiziert und bis zu ihrer Ausweidung überwacht werden können. Wobei die Besonderheit von DETECT darin besteht, dass der Algorithmus der Software den Hirntoten schon erkennt, bevor er zum Hirntoten erklärt wurde.

Wann immer wir von einer Software lesen, deren Zweck darin besteht, subjektive Einschätzungen, die in diesem Fall Ärzte machen, vorwegzunehmen und auf diese Weise eine Pfadabhängigkeit zu schaffen, die die subjektive Einschätzung, hier eines Hirntods, einfach dadurch wahrscheinlicher macht, dass sich niemand gerne in seiner vorab-Einschätzung irrt, so dass mit höherer Wahrscheinlichkeit am Ende steht, was man vorher erwartet hat, als eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, bekommen wir das kalte Grausen.

„Was ist DETECT

DETECT wurde als effiziente organisatorische Unterstützung für transplantationsbeauftragte Ärztinnen und Ärzte entwickelt. DETECT durchsucht dafür periodisch ausgewählte, vom PDMS übermittelte Daten von intensivmedizinisch überwachten Patientinnen und Patienten nach bestimmten dokumentierten Werten. Entsprechen die Daten den definierten Suchkriterien, werden die relevanten Patientenfälle, zusammen mit den dokumentierten intensivmedizinischen Informationen, an die Transplantationsbeauftragten per E-Mail übermittelt.“

Quelle.

Die Software „DETECT“ wird explizit als Mittel für Transplantationsbeauftragte beworben, ihre Organausbeute zu steigern, und zwar dadurch, dass es mit DETECT möglich sein soll, Patienten, die demnächst als hirntot erklärt werden werden, bereits heute zu identifizieren und fortan über deren Bett auf der Intensivstation zu kreisen, Vermutlich verstehen Sie nun, warum wir das Bild von Aasgeiern gewählt haben, die der Erzählung nach den „nahenden Tod“ neben dem bald Kadaver abwarten, um gerade Verstorbenes ausweiden zu können.

Quelle

Das Versprechen, mit wenigen Parametern den Hirntod eines Intensivpatienten vorhersagen zu können, um dem Transplantationsbeauftragten schon frühzeitig die Gelegenheit zu geben, nach dem Einverstädnis des intensiv Umkreisten, und wenn nicht auffindbar, dem der Angehörigen zu forschen bzw. Letzteres zu beschaffen, ist für DETECT eingelöst, denn die Parameter, die den Hirntod ankündigen und dann belegen, sind wirklich erschreckend wenige:

Quelle

Benötigt werden die Pupillenreaktion, der Glasgow Coma Score (GCS) ODER die Richmond Agitation-Sedation Scale (RASS), als Eingangswerte auf dem Weg zur Hirntodprognose. Der Rest ist unwichtige Kosmetik, die sich indes zuweilen nützlich einsetzen lässt, etwa dann, wenn man die Angehörigen mit dem Hinweis überfällt, dass ihr/e Mann/Frau/Sohn/Tochter/Bruder/Schwester/Vater/Mutter zwar noch lebt, aber bald, vermutlich bis wahrscheinlich, nicht mehr und weil kein Tod ungenutzt vergehen sollte, es an der Zeit sei, dessen Organe zu verscherbeln, zu verschenken, um „Leben zu retten“ und dergleiche gute Dinge zu tun. In solchen Fällen ist es hilfreich, den Namen des bald-Kadavers zu kennen, immerhin ein Unterschied zwischen einem Aasgeier und einem DETECT-Transplantationsbeauftragten.

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Die oben genannten Parameter machen deutlich, wie exakt die Vorhersage des Hirntods und dessen letztendliche Feststellung tatsächlich ist. Schwätzt der Intensivpatient noch, wenn man ihm in die Pupilen leuchtet, dann ist der Hirntod noch in Ferne, wird er auf RASS (Richmond Agitation-Sedation Scale) als „aggressiv“ mit dem Wert +4 eingestuft, dann ist mit Widerstand bei Ausweidung zu rechnen, bei einem Wert von -5, der für „nicht erweckbar“ steht, die Einschätzung, der Patient sei nicht erweckbar, sollte Widerstand ausgeschlossen sein.

Auch der Glasgow Coma Scale(GCS) ist eine unglaublich präzise Methode um das Ausmaß von Hirnfunktionsstörungen pseudo-genau zu erfassen: Wer mindestens 14 Punkte auf dem GCS erreicht ist aus dem Schneider. Wer also lautstark gegen seine Einstufung als hirntot protestiert, dem wird “ keine Bewusstseinsstörung“ attestiert, wer komatös und hilflos den Fragen der Ärzte ausgeliefert ist, gilt – weil mit nur einem Punkte versehen – als bereits fast bis unmittelbar bevorstehend hirntot. Weitere 6 Punkte stehen für die Einschätzung motorischer Reaktionen zur Verfügung und die Einschätzung der Augenkontrolle, die ein Patient noch hat, ist zusätzliche vier Punkte wert.

Wenn Sie also nicht als potentiell Hirntoter vom Transplantationsbeauftragten umkreist werden wollen, denn öffnen Sie die Augen ganz weit und schlagen dem Transplantationsbeauftragten mit der Faust und den Worten „Meine Organe gehören mir“ ins Gesicht. Das bringt 15 Punkte, und Sie sind aus dem Schneider. Der Geier fliegt zum nächsten Bett.

Vermarktet wird DETECT natürlich als eines dieser menschenfreundlichen Mittel, das nur dazu dient, diejenigen, die dem Hirntod entgegen sehen, schon weil der behandelnde und den Hirntod erklärende Arzt der Kumpel des Transplantationsbeauftragten ist und man halbe-halbe macht, frühzeitig als organspendende Lebensretter mit einem ganz besonderen Sinn zum Sterben zu versorgen und deren Angehörige, bereits Tage vor dem eigentlichen Ableben, mit der wichtigen Aufgabe, die Ausweidung positiv zu bescheiden, bekannt zu machen. Diesen guten Menschen wird mit DETECT das Gutsein noch viel mehr ermöglicht.

Es ist alles so gut, dass man kotzen könnte.
Und falls Sie einen Anflug von Sarkasmus in diesem Text geortet haben … in der Tat, Sarkasmus. Wie sonst soll man derartige „Erfindungen“ ertragen.


Früher oder später kriegen wir Sie…
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Von Veritatis

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