Grünes Wissen to go: Aber auch nur 0,01 Grad kühler als 2023. Auch die Bundesrepublik kam 2025 beim Klimaschutz nicht voran


Die Bundesrepublik hat ihren Ausstoß von Treibhausgasen im vergangenen Jahr lediglich um 9 Millionen Tonnen gesenkt

Foto: Ina Fassbender/Getty Images


Das vergangene Jahr war das drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Nach den Daten des Erdüberwachungsprogramms Copernicus der EU war 2025 nur geringfügig kühler als 2023 – 0,01 Grad. Das bislang wärmste Jahr war 2024. Damit lagen die weltweiten Temperaturen in den letzten drei Jahren 1,5 Grad höher als im vorindustriellen Zeitalter.

Im Klimaabkommen von Paris hatten sich alle Staaten der Welt verpflichtet, die Klimaerhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen, weil sonst gefährliche Kippelemente instabil werden. Beispielsweise gibt es Anzeichen dafür, dass die Korallen oberhalb von dauerhaft 1,5 Grad allesamt absterben werden. Experten befürchten, dass mit der aktuellen Politik selbst die 2-Grad-Marke gerissen wird.

Zum Beispiel in Deutschland: Die Bundesrepublik hat ihren Ausstoß von Treibhausgasen im vergangenen Jahr lediglich um 9 Millionen Tonnen gesenkt – von 649 Millionen auf 640. Allerdings gilt hierzulande ein Klimaziel: Gesetzlich ist die Bundesregierung verpflichtet, im Jahr 2030 insgesamt 65 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als im Jahr der Wiedervereinigung 1990. Nach Berechnung der Denkfabrik Agora müssten die deutschen Treibhausgas-Produktionen jetzt in jedem Jahr um durchschnittlich 36 Millionen Tonnen sinken, um das Ziel noch zu erreichen.

Das deutsche Restbudget für 1,5 Grad ist aufgebraucht

Der schleppende Umstieg auf Klimatechnologien in Gebäuden und Verkehr schlägt nach Agora-Berechnungen erstmals auf die Gesamtbilanz durch. Aber: Die Absätze von Wärmepumpen und E-Autos steigen. Allerdings hat die Bundesrepublik bereits im März 2024 das deutsche Restbudget für einen fairen Anteil am 1,5-Grad-Ziel aufgebraucht. Der Expertenrat für Klimafragen hat das der Bundesregierung mitgeteilt: Für 1,5 Grad dürften die Deutschen keinerlei Treib­haus­gase mehr produzieren.

Ein Bericht kam im vergangenen Sommer zu dem Schluss, dass die Konzentration bereits in drei Jahren so hoch sein wird, dass ein Anstieg der globalen Lufttemperatur um 1,5 Grad durchschnittlich über das Niveau der vorindustriellen Zeit wahrscheinlich nicht mehr zu vermeiden ist. Dann ist die Menge an CO₂ in der Atmosphäre erreicht, bis zu der die Wissenschaft davon ausgeht, dass es zumindest noch eine Fifty-fifty-Chance gibt, dass die Erderhitzung bei 1,5 Grad Halt macht.

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