Ab dem 20. Tag jedes Monats geht Renate Krause nicht mehr zum Supermarkt, dann gibt es nur noch „Tomatenmatsch“. Die 72-Jährige rutschte vor zehn Jahren in die Grundsicherung im Alter. Heute denkt sie: Als Alte darf sie kein Feigling sein

Eine Diskussion auf dem Kongress für Armut und Gesundheit neigt sich dem Ende zu, die Moderatorin auf dem Podium wirft einen Blick in die Runde. Möchte noch jemand eine Frage stellen? Schweigen, dann meldet sich eine ältere Dame. Die Moderatorin lächelt. „Ja, Frau Krause?“
Krause feixt von Pausbäckchen zu Pausbäckchen: „Ich kann nun mal meine Klappe nicht halten“, sagt sie. Und setzt zu einem Vortrag an – darüber, wie es ist, wenig Geld zu haben, über die Experten auf dem Podium und wer eigentlich über das Thema sprechen sollte. Einmal vorgegriffen: Bei Krause sind das immer die betroffenen Armutsaktivist:innen, wie sie selbst.
Nach 40 Jahren Beschäftigung plötzlich in der Grundsicherung
Krause besteht eige
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