Der erste Akt im parlamentarischen Pilnacek-Untersuchungsausschuss könnte schon am Mittwoch Vormittag beim Ortsaugenschein an jenem Ort, wo der einst mächtige Sektionschef im Justizministerium, Christian Pilnacek, am 20. Oktober 2023 auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen war, heikle Fragen aufwerfen. 

ÖVP-Hanger als Miesmacher

Auch wenn die ÖVP, allen voran Abgeordneter Andreas Hanger, den Pilnacek-U-Ausschuss ins Lächerliche ziehen möchte und den Ortsaugenschein in einem Donau-Nebenarm bei Rossatz (Bezirk Krems-Land, Niederösterreich) als angebliche Steuergeldverschwendung brandmarkt, zeigen eine Reihe von Widersprüchen und Zufällen geradezu die Notwendigkeit einer parlamentarischen Untersuchung. 

Mit dem Bus nach Rossatz

Und diese Untersuchung, um mögliches Behördenversagen und womöglich auch politischen Einfluss rund um die Ermittlungen über die Umstände des eigenartigen Todesfalles herauszufinden, beginnt am Mittwoch um 10.00 Uhr mit der Abfahrt eines Busses vom Parlament. Insassen: Mitglieder des U-Ausschusses samt Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Verfahrensrichter. Sie werden um ca. 11.00 Uhr an jenem Ort eintreffen, der schon für so viele Spekulationen gesorgt hat. 

Ortsaugenschein ohne Medienbegleitung

Der Fraktionsführer der Freiheitlichen im U-Ausschuss, Christian Hafenecker, sagte gegenüber unzensuriert, dass dieser Ortsaugenschein nicht medienöffentlich sei. Erst im Anschluss stünden die Parlamentarier für Fragen zur Verfügung. Er rät interessierten Journalisten, sich beim Tennisplatz in Rossatz einzufinden.

Erste Befragungen am Donnerstag 

Hafenecker räumte zudem auch gleich mit einem Gerücht auf, das ÖVP-Abgeordneter Hanger in die Welt gesetzt hat. Nämlich, dass der Ortsaugenschein angeblich horrende Kosten verursachen würde. Eine Sitzung im U-Ausschuss im Parlament wäre laut Hafenecker gleich teuer, „es ist also ein Nullsummen-Spiel“. Vom Ortsaugenschein erhofft sich der FPÖ-Mandatar viel. Abgeordnete könnten sich dann ein viel besseres Bild von den Ereignissen im Oktober 2023 machen und die Fragen im U-Ausschuss dann konkreter formulieren. Nach dem Lokalaugenschein am Mittwoch geht es schon am Donnerstag mit den ersten Befragungen weiter. 



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