Von Kai Rebmann

Wird in den Niederlanden gerade die Büchse der Pandora geöffnet? Als erste Hauptstadt der Welt, so rühmt sich Amsterdam in einer aktuellen Mitteilung, soll ab Sommer ein generelles Werbeverbot für Fleisch gelten, also etwa an Haltestellen des ÖPNV, LED-Leinwänden oder auf sonstigen Plakaten.

Doch damit noch nicht genug! Die Erziehung mündiger Bürger geht noch weiter und soll auch ein Verbot von Reklame unter anderem für Kreuzfahrten, Flugreisen Diesel und Fleisch beinhalten. Kurzum: Alles, was dem Klima auch nur ansatzweise schaden könnte, soll schon bald aus dem Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden! So will es ein mehrheitlicher Beschluss des Amsterdamer Stadtrats.

„De Telegraaf“ und weitere Medien zitieren Jenneke van Pijpen als eine der Initiatorinnen des jetzt beschlossenen Verbots: „Für Werbung großer Unternehmen, die die Klimakrise vorantreiben, ist in Amsterdam kein Platz mehr.“ Tatsächlich entlarvt sich die Stadträtin von GroenLinks damit zumindest ein Stück weit selbst. Vordergründig mag es ums Klima gehen, in Wahrheit soll offenbar aber auch die Wirtschaft getroffen werden. Wer in diesem Zusammenhang von „großen Unternehmen“ spricht, zielt auf eben jene, die abertausende Mitarbeiter in Lohn und Brot bringen – und gönnt seinen Mitmenschen nicht einmal mehr das Schwarze unter den Fingernägeln!

Denn: Wer ein generelles Werbeverbot unter anderem für Flugreisen, Kreuzfahrten und Diesel fordert und letztendlich zu einer politischen Mehrheit führt, der setzt sich – konsequent zu Ende gedacht – für den Verzicht auf Urlaub und das eigene Auto ein. Lastenfahrrad und Baggersee statt mobiler Unabhängigkeit und Urlaub mit dem Wohnwagen in Spanien oder Italien. Genau das wollen die Grünen in Holland ihren Landsleuten ganz offensichtlich oktroyieren.

Amsterdam mag zwar weltweiter „Vorreiter“ sein, wenn es um Werbeverbote für Fleisch geht. Entsprechende Verordnungen gegen alles, was mit fossiler Energie zu tun hat, wurden in den Niederlanden aber auch schon in weiteren Städten beschlossen, so unter anderem in Nijmegen, Utrecht und Den Haag. Und einmal mehr zeigte sich auch in diesem Kontext, dass das Zusammenspiel zwischen Politik und Justiz reibungslos funktioniert – die Klagen mehrerer Reiseanbieter gegen die erkennbar ideologisch motivierten Verbote wurden reihenweise abgewiesen.