Argentinien hat den iranischen Geschäftsträger Mohsen Soltani Tehrani zur unerwünschten Person erklärt und ihn des Landes verwiesen. Soltani müsse Argentinien binnen 48 Stunden verlassen, teilte das argentinische Außenministerium am Donnerstag, 2. April mit.

Grund sei eine Erklärung des iranischen Außenministeriums, welche „falsche, beleidigende und unbegründete Anschuldigungen“ gegen Argentinien enthalten habe, erklärte das Ministerium weiter. Tehrani ist der ranghöchste iranische Diplomat in Argentinien.

Einstufung als Terrororganisation verschärft Konflikt

Zwei Tage zuvor hatte Argentinien – dessen Präsident Javier Milei ein enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump ist – die iranischen Revolutionsgarden als „Terrororganisation“ eingestuft.

Das iranische Außenministerium bezeichnete dies als „illegale und ungerechtfertigte Aktion“, die auf Druck Israels und der USA erfolgt sei. Es handele sich um einen „strategischen Fehler und eine unverzeihliche Beleidigung der iranischen Nation“.

Argentinien reagierte auf diese Erklärung nun mit dem Rauswurf des iranischen Geschäftsträger Tehrani.

Rechtliche Konsequenzen und Verantwortung

Das argentinische Außenministerium erklärte zudem, Argentinien werde „keinerlei Vorwürfe oder Einmischungen seitens eines Staates dulden, der seine internationalen Verpflichtungen systematisch verletzt hat und weiterhin den Lauf der Justiz behindert“.

Am 17. März 1992 war ein mit Sprengstoff beladener Kleinbus in die israelische Botschaft in Buenos Aires gefahren.

22 Menschen wurden getötet und mehr als 200 weitere Menschen verletzt. Zwei Jahre danach wurden bei einem Anschlag auf den Sitz der jüdischen Hilfsorganisation Amia 85 Menschen getötet.

Buenos Aires beheimatet rund 300.000 Juden

Die argentinische Justiz macht den Iran für die Anschläge verantwortlich, deren Täter ungestraft blieben. Die Regierung kritisierte in ihrer Erklärung die „anhaltende Weigerung“ des Iran, in der Angelegenheit mit der Justiz zusammenzuarbeiten.

Argentinien beherbergt die größte jüdische Gemeinde Lateinamerikas. Die meisten der rund 300.000 Juden leben in der Hauptstadt Buenos Aires. (afp/red)



Source link