Inmitten der Angriffe auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende des Krieges ins Spiel gebracht. „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe“, zitierte ihn der US-Sender „CBS News“.  Trump hat auch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin haben über die Kriege im Iran und der Ukraine gesprochen.

Die iranischen Revolutionsgarden widersprechen: „Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden“. Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges lägen in den Händen des Iran. Was gestern passierte: 9. März.

Alle Entwicklungen im Nahen Osten vom 10. März im Liveticker:

 

Nach Trump-Sätzen: Börsen im Plus

Asiens Börsen haben – nach einer Aussage von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Ende des Kriegs im Iran – den Handelstag mit einem deutlichen Plus begonnen. Japans Leitindex Nikkei 225 legte zum Start um etwa drei Prozent zu. Die Wirtschaft des ostasiatischen Landes ist stark von Öl- und Gasimporten abhängig.

Grund war ein Interview, aus dem der US-Sender „CBS News“ Trump mit den Worten zitiert hatte: „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet.“

An der US-Börse sorgte die Aussage für positive Stimmung. In der Folge fiel auch der Preis für Rohöl der Sorte Brent auf 89,20 US-Dollar pro Fass (159 Liter).

Südkoreas Leitindex Kospi ging nach einem deutlichen Minus von 6 Prozent zum Vortagsschluss mit einem 5,5-Prozent-Plus in den Handelstag. Besonders Tech-Werte wie Samsung Electronics oder der Chip-Hersteller SK Hynix legten zwischenzeitlich um mehr als 9 Prozent zu.

In China zeigten der Hongkonger Index Hang Seng mit 1,3 Prozent und der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien in Festlandchina abbildet, zum Start mit 0,8 Prozent leicht nach oben.

Nach Gespräch Trump-Putin: Einige Ölsanktionen aussetzen

Angesichts der gestiegenen Ölpreise will US-Präsident Donald Trump einige Ölsanktionen seines Landes aussetzen. Er äußerte sich nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über den Ukrainekrieg. Es sei ein „positives Gespräch“ gewesen, sagte Trump.

„Wir werden diese Sanktionen aufheben, bis sich die Lage wieder normalisiert“, sagte Trump weiter. Er äußerte sich nicht dazu, welches Land oder welche Länder von dem Schritt profitieren könnten. US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Freitag gegenüber dem Sender „Fox News“ eine mögliche Ausnahmeregelung für russisches Öl angedeutet.

Die USA hatten im Oktober Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil verhängt. Washington begründete dies mit der Weigerung Putins, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Vergangenen Donnerstag sagte Trump dann, Putin sei „bereit, einen Deal zu machen“. Er drängte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, einer Einigung nicht im Wege zu stehen.

UNO warnt vor Umweltschäden

UN-Generalsekretär António Guterres hat vor „schwerwiegenden“ Umweltschäden durch Angriffe auf Ölanlagen im Nahen Osten gewarnt.

Die Angriffe könnten „schwerwiegende ökologische Folgen für die gesamte Region haben (…), mit möglichen unmittelbaren Auswirkungen auf sauberes Wasser, auf die Luft, die Menschen zum Atmen brauchen und auf Nahrungsmittel“, sagte Guterres‘ Sprecher Stephane Dujarric

Er forderte die Kriegsparteien dazu auf,  „alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um Zivilisten vor den Folgen der Kämpfe zu schützen und Schäden an Gesundheitseinrichtungen, Schulen, der Wasserversorgung und weiterer essentielle Infrastruktur zu vermeiden“.

Israels Luftwaffe fliegt Angriffe auf den Iran

Das israelische Militär teilte mit, in zwei großen Angriffswellen militärische Ziele im Iran ins Visier genommen zu haben. In der Hauptstadt Teheran sei eine Kommandozentrale der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden und in Isfahan eine Stätte zur Herstellung und Lagerung von Waffen getroffen worden.

Israel und die USA begründen den Krieg mit der Bedrohung durch Irans Raketen- und Atomprogramm. Irans Streitkräfte haben als Reaktion auf die Luftangriffe Ziele in mehreren Ländern der Region attackiert.

Trump warnt Iran vor Schließung der Straße von Hormus

Trump warnte den Iran davor, die weltweite Ölversorgung zu stören. Die für die Schifffahrt und die Energieversorgung wichtige Straße von Hormus zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel müsse offen bleiben, sagte der US-Präsident.

Er denke darüber nach, sie zu „übernehmen“. Was er damit meinte, blieb offen. Zuvor hatte er bereits angekündigt, die US-Marine könne durchfahrende Schiffe zur Not eskortieren.

In Friedenszeiten läuft täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels durch die Straße von Hormus. Derzeit sind es nur einige wenige.

Syrien meldet Beschuss durch Hisbollah

Die syrischen Streitkräfte meldeten einen Artillerieangriff der libanesischen Hisbollah-Miliz auf einen Militärstützpunkt nahe der Grenze. Die Geschosse seien unweit der Ortschaft Serghaya nordwestlich der Hauptstadt Damaskus niedergegangen.

Die gestürzte Regierung von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad war ein enger Verbündeter der proiranischen Hisbollah. Die neue Führung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bemüht sich, den Einfluss des Irans – einem weiteren wichtigen Verbündeten Assads – im Land zu unterbinden.

Organisierte Kundgebungen für neuen Führer Chamenei im Iran

Im Iran haben laut staatlichen TV-Berichten Hunderttausende Menschen an organisierten Solidaritätskundgebungen für den neuen Revolutionsführer Modschtaba Chamenei teilgenommen.

In Teheran bekundeten Menschen demnach dem obersten Führer ihre Treue. Aufnahmen zeigten Autokorsos sowie Menschen mit iranischen Fahnen. Laut Staatsmedien erklärten sie, gemeinsam mit dem neuen Führer den Konflikt bis zum „endgültigen Sieg“ fortsetzen zu wollen.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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