Auf Einladung der „Freie Presse“-Mediengruppe haben sich Entscheider und Fachleute am Dienstag im „Kraftverkehr“ getroffen. Neben Austauschformaten zu Transformation, Medien und Unternehmensentwicklung gibt es exklusive Einblicke in Redaktion und Marketing. Außerdem auf dem Programm: eine Premiere auf den Straßen von Chemnitz.
Chemnitz.
Volles Haus im Kraftverkehr Chemnitz: 550 Menschen haben sich in der ehemaligen Halle des VEB Kraftverkehr Karl-Marx-Stadt zusammengefunden, um unter dem Motto „Zukunft. Machen wir hier“ zu diskutieren und Netzwerke zu spannen. Das Event „Next Level Media“ der „Freie Presse“-Mediengruppe war ausgebucht.
Kurz nach 17 Uhr gab es eine Premiere: Ein autonom fahrendes Shuttle ist zum ersten Mal im öffentlichen Verkehrsraum in Chemnitz unterwegs gewesen. Mit an Bord waren der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze, Martina Flade, Rechtsanwältin in Chemnitz, Sachsen Wirtschaftsminister Dirk Panter und Daniel Daum, Geschäftsführer der „Freie Presse“-Mediengruppe.
Die MDR-Moderatorin und ehemalige Eisschnellläuferin Franziska Schenk begrüßte die Gäste.
Foto: Ulf Dahl
Die MDR-Moderatorin und ehemalige Eisschnellläuferin Franziska Schenk begrüßte die Gäste.
Foto: Ulf Dahl
Moderatorin Franziska Schenk – die ehemalige Eisschnellläuferin und MDR-Journalistin führte durch das Programm – sagte dazu: „Das ist Science-Fiction made in Chemnitz.“
Die Business-Veranstaltung im „Kraftverkehr“ war ausgebucht.
Foto: Ulf Dahl
Die Business-Veranstaltung im „Kraftverkehr“ war ausgebucht.
Foto: Ulf Dahl
Durch alle Programmpunkte zog sich das Thema Digitalisierung und KI. Die „Freie Presse“ hat im Vorfeld mit dem Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger, gesprochen. Er kündigte eine deutschlandweite Digitalplattform für die Verwaltung an und ließ erkennen, dass Südwestsachsen als Modellregion für eine weitgehend digitalisierte Verwaltung dienen könnte.
Dazu passte eine offene Diskussionsrunde mit Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD), dem Vorsitzenden des Industrievereins Sachsen, Martin Dix, und dem Chef des Spezial-Karosseriebauers Indikar in Wilkau-Haßlau, Ronald Gerschewski. Das Thema: „Industrieller Niedergang oder Pionierstandort – Wie sieht Sachsens Zukunft aus?“ Viele Ideen wurden ausgetauscht, wie die Region den Strukturwandel und die Schwäche der Autoindustrie überstehen könnte: Autonomes Fahren und die Produktion von Gütern, die zur Verteidigung oder auch zivil genutzt werden können (Dual Use), waren Themen. Unternehmer Gerschewski rief dazu auf, sich als Region besser zu präsentieren: „Bitte redet über das, was wir können, denn wir können verdammt viel.“
Weltmeisterin: Man muss wissen, was man will
Ist Erfolg ein Sprint oder ein Marathon? Die 400-Meter sind jedenfalls die längste und für viele die anstrengendste Sprint-Disziplin der Leichtathletik. Anja Rücker, mit 13 Jahren erstmals DDR-Meisterin und als Erwachsene Weltmeisterin in der 4×400-Meter-Staffel, erzählte von ihrem Weg. Von dem Mut, nach dem sportlichen Staffel-Erfolg mit einer neuen Trainerin neu zu starten und schließlich den Vize-Weltmeistertitel auf der 400-Meter-Einzelstrecke zu erreichen. Heute will sie ihre Erfahrungen an Unternehmerinnen und Unternehmer weitergeben. Sie wirbt für Mut und Klarheit: „Viele Menschen sind sich nicht darüber im Klaren, was sie im Leben wollen.“
Dateninformierter Journalismus: Was funktioniert?
Daniel Daum präsentierte das neue Stadtmagazin Zwickau.
Foto: Ulf Dahl
Daniel Daum präsentierte das neue Stadtmagazin Zwickau.
Foto: Ulf Dahl
Einen Blick in den „Maschinenraum“ von „Freie Presse“ und „Blick“ ermöglichte Daniel Daum, der Geschäftsführer der Mediengruppe. Er betonte, dass das regionale Medium inzwischen 2,2 Millionen Online-Nutzer erreicht und mit manchen Inhalten ein Publikum weit jenseits des Verbreitungsgebiets anspricht. Wie sind die 32.000 Digitalabos im Jahr 2025 gelungen? Daniel Daum: „Wir lieben Daten.“ Aber auch Papier sei nicht tot, sagte er und präsentierte das neue Magazin „Zwickau – Stadt mit Ecken und Kanten.“
Werkstattbericht: Das neue WE-Magazin
Anne Lena Mösken, stellvertretende Chefredakteurin der „Freien Presse“, erzählte von der Entstehung des WE-Magazins. Foto:
Bild: Ulf Dahl
Anne Lena Mösken, stellvertretende Chefredakteurin der „Freien Presse“, erzählte von der Entstehung des WE-Magazins. Foto:
Bild: Ulf Dahl
Datenbasiert argumentierte auch Anne Lena Mösken, stellvertretende Chefredakteurin der „Freien Presse“: 84 Prozent der Menschen interessieren sich laut Studien für Nachrichten aus ihrer Region, 60 Prozent vertrauen regionalen Medien. Grund genug für die „Freie Presse“, ein neues Wochenend-Magazin (print und online) herauszubringen. Vom Gesundheitscheck über die leeren Chemnitzer Stadtkassen nach dem Kulturhauptstadt-Jahr bis hin zu Prominenten aus Ostdeutschland, die etwas zu sagen haben: Das WE-Magazin ist wichtiger Teil der Zukunftsstrategie der „Freien Presse“.
Lokale Relevanz gegen Tech-Konzerne
Next Level Local: Alexander Rausch-Arnold (links) und Matthias Greiner (Head of Publisher Traffective) sprachen über Veränderungen auf dem Werbemarkt.
Foto: Ulf Dahl
Next Level Local: Alexander Rausch-Arnold (links) und Matthias Greiner (Head of Publisher Traffective) sprachen über Veränderungen auf dem Werbemarkt.
Foto: Ulf Dahl
Transformation erlebt auch „Next Level Media“ selbst – die Werbeprofis der „Freie Presse“-Mediengruppe gaben auf der Hauptbühne Einblicke. CEO Alexander Rauscher-Arnold tauschte sich mit Matthias Greiner aus, Spezialist für digitale Werbung bei „Traffective by Showheroes“. Rauscher-Arnold erklärte, dass sich der regionale Werbemarkt längst weiterentwickelt habe von Anzeigen und Beilagen: „Wir verstehen uns als 360-Grad-Lösungsanbieter.“ Der Kunde verlange vor allem Beratung und Messbarkeit. Greiner verwies auf die Kernkompetenz der Mediengruppe: „Ihr seid vor Ort, ihr habt Qualitätsjournalismus.“ Diese lokale Relevanz sei auch die Chance, um im Wettbewerb gegen große US-amerikanische Tech-Plattformen zu bestehen.
„Speaker Corner“ zur Energiewende in Chemnitz
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zwischen drei Aktionsflächen wählen. Im „Speaker Corner“ ging es zum Beispiel darum, wie der Versorger Eins Energie den Weg zur Klimaneutralität schaffen will. Dabei lag der Fokus auf der Fernwärmeversorgung und der geplanten Anschlussleitung zum Wasserstoffkernnetz. Wie kann die Umstellung der Erdgasnetze auf Wasserstoff gelingen, wie bringt man Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in Einklang? Darum ging es in der anschließenden Diskussion.
Sächsischer Humor von @schnappatmig
Einblick ins „Speaker Corner“: Dr. Reik Liebmann von der Eins Energie informierte über den Weg zur Klimaneutralität.
Foto: Ulf Dahl
Einblick ins „Speaker Corner“: Dr. Reik Liebmann von der Eins Energie informierte über den Weg zur Klimaneutralität.
Foto: Ulf Dahl