Geschichte:

Der niederländisch-deutsche Pianist Karlrobert Kreiten (1916–1943), ein hochbegabter und 1943 bereits bekannter Musiker, war 1943 auf Konzertreise in Deutschland. In einem privaten Gespräch mit der Mutter einer Bekannten äußerte er Zweifel am „Endsieg“: Der Krieg sei verloren, die Bombardierungen würden immer schlimmer und das Regime führe Deutschland ins Verderben, so sinngemäß, was er damals gesagt hat.

Eine Denunziantin (die Mutter der Bekannten) zeigte ihn an.

Der Volksgerichtshof unter Schreihals Roland Freisler verurteilte ihn am 3. September 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und defätistischer Äußerungen“ zum Tode. Das Urteil wurde wenige Tage später vollstreckt (Guillotine in Plötzensee).


Hitler steht mit Göring auf dem Berliner Funkturm und sagt: „Ich möchte den Berlinern mal eine richtige Freude machen.“ Antwortet Göring: „Dann spring’ doch runter!“

Marianne Kürschner, deren Mann „im Krieg geblieben war“ hat diesen Witz im privaten Kreis erzählt. Sie wurde denunziert, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Begründung des Urteils im typischen Freisler Stil: Der Witz ziehe „etwas in die Niederung reichsfeindlicher Propaganda, was uns heilig ist: unseren Führer“. Man bekomme „geradezu einen Schlag“, wenn man so etwas höre. Der Witz wurde als schwerer Angriff auf die „Volksgemeinschaft“ und die Wehrkraft gewertet

Ersetzen Sie Hitler mit Merz und Göring mit Klingbeil und Sie sehen, wie nahe sich beide Regime mittlerweile wieder sind.


CC BY-SA 3.0 de, Link

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By Bundesarchiv, Bild 151-17-15 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

Else K., Berliner Hausfrau, hat 1944 ihre Meinung unverblümt geäußert. Der Führer sei nicht mehr richtig im Kopf, so hat sie gesagt, die ganze NS-Führung bestehe aus Lügnern und Gangstern, so hat sie nachgelegt. Die Bombenangriffe seien die Folge einer verbrecherischen Politik und der „Endsieg“ eine Illusion.

Eine Nachbarin hat mitgehört und K. denunziert.
Freislers Volksgerichtshof hat Else K. wegen schwerer Wehrkraftzersetzung und defätistischer Hetze sowie Beleidigung des Führers zum Tode verurteilt.

Sie wurde zur Jahreswende 1944/45 in Berlin Plötzensee hingerichtet.


Das alles sind authentische Fälle einer nicht erst zum Ende des Dritten Reiches außer Rand und Band geratenen Justiz voller Sykophanten, die dem Führer am liebsten in den Allerwertesten gekrochen wären, „Working towards the Führer“ hat der Historiker Richard Evans diese Form des vorauseilenden Hasses genannt, die nicht nur auf Denunziation aufbaut, sondern auch von einem Rechtssystem ermöglicht wird, dessen Angehörige sich in erster Linie als verlängerten Arm des Staates und nicht als Organ der Bürger gesehen haben, eine Art „juristische Herrscherklasse“, die es „den Menschen“ so richtig gezeigt hat: Sadismus, Macchiavellismus, Psychopathie und Narzissmus, die Markenzeichen kleiner Lichter, die so gerne totalitäre Herrscher wären – gemeinhin beschrieben als dunkle Tetrade – eine psychische Störung.

Ein Witz über den Führer.
Zweifel daran, dass der Endsieg [wolle‘ mern reilosse] vor der Tür steht.
Eine Meinung, die nicht „führer“ oder NS-kompatibel ist.

Die Todesstrafe ist die Folge.

Heute ist natürlich alles anders.

CC BY-SA 3.0 de, Link

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1951, Berlin, Ruine des Volksgerichtshofes in der Bellevuestraße;; Bundesarchiv, B 145 Bild-P054489 / Weinrother, Carl / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

Außer vielleicht, dass es staatlich gefördertes und alimentiertes DENUNZIANTENTUM gibt, das, wie im Dritten Reich, denen, die ihr insignifikantes Persönchen dadurch aufwerten wollen, dass sie anderen schaden, die Möglichkeit gibt, Arschkriechen mit Boshaftigkeit zu kombinieren.

Außer vielleicht, dass es Strafverfolgungsbehörden gibt, die wie die Gestapo, ganze Geschäftsbereiche auf Denunziation gründen.

Außer vielleicht, dass es hörige Staatsanwälte gibt, die kein Problem, nicht einmal ein intellektuelles, geschweige denn ein moralisches Problem damit haben, demokratische Normalitäten zu kriminalisieren und als „Verwendung von verfassungsfeindlichen Kennzeichen“ zu verfolgen.

Okay, bislang gibt es keine Todesstrafe, lediglich Versuche, die Reputation von Menschen öffentlich zu vernichten bzw. ihre wirtschaftliche Existenz zu zerstören.

Und es gibt Grotesken aus 1000 und einer totalitären Nacht.

Getroffen hat es AchGut.

Das Blog hat vor etlichen Jahren einen Beitrag veröffentlicht, auf der Höhe der Hexenjagd, die gegen Björn Höcke inszeniert wurde, in dem gezeigt wurde, dass die Parole „Alles für Deutschland“, die Höcke benutzt hatte, nicht nur von der SS zum Motto erkohren worden war, sondern auch stetes Gebrauchsgut im Wortschatz von Sozialdemokraten war. Der Text kann nach wie vor hier nachgelesen werden: „Auch Sozialdemokraten riefen: Alles für Deutschland“, so sein Titel.

Irgend ein bösartiges Lowlife hat diesen Text zum Anlass genommen, um Achgut bei der ZMI, der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI) zu denunzieren und die dort versammelten Kämpfer gegen die Meinungsfreiheit hatten nichts besseres zu tun, als den Vorgang an das Bundeskriminalamt, dessen Beschäftigte offenkundig zu viele und unterbeschäftigt sind, wenn sie sich um einen solchen Scheiß kümmern können, zu melden. Indes, beim BKA hat man den Unfug nicht etwa beendet, sondern an die Kollegen vom Landeskriminalamt Bayern, zuständig, weil Achgut aus Bayern publiziert, weitergereicht, die die heiße Kartoffel wiederum an einen Staatsanwalt in Augsburg verschoben haben und der ermittelt nun.

Alles nachzulesen hier bei Achgut und alles, die willfährigen Strafverfolgungsbehörden, die Denunzianten, die Denunziation förderlichen und belohnenden Strukturen, ist natürlich nicht mit den Zuständen im Dritten Reich vergleichbar.

Es gibt keine Todesstrafe – noch nicht.


 

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