Der nächste SPÖ-Parteitag findet am 7. März in Wien statt. Im Vorfeld mischt die Kronen Zeitung bei der Frage um den Parteivorsitz kräftig mit. „Babler muss weg!“, dürfte das Motto der Tageszeitung sein. Doch der wähnt sich fest im Sattel.
Ehemalige Kern-Mitarbeiter für Kern
„Kommt Kampfparteitag?“, fragt die Krone heute, Mittwoch, und teilt seinen Lesern mit, dass die ersten Roten für eine Kandidatur von Christian Kern gegen Andreas Babler wären. Wenig überraschend werden vor allem Namen genannt, die seinerzeit im Dienst des Alt-Kanzlers standen – der damalige SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher etwa, oder Wolfang Zwander, der ehemalige Sprecher von Kern.
Kern soll Antreten nicht mehr ausschließen
Wie berichtet, hatte die Kronen Zeitung einen Tag zuvor, am Dreikönigstag, eine Umfrage präsentiert, nach der die SPÖ – wäre Kern an ihrer Spitze – auf 24 Prozentpunkte kommen würde, Babler hingegen nur auf 18 Prozent. Scheint also alles angerichtet für einen Chefwechsel bei den Genossen, zumal die Krone behauptet:
Kern selbst schließt ein Antreten nicht (mehr) aus.
Das ist deshalb überraschend, weil der SPÖ-Altkanzler ein politisches Comeback bis dato immer dezidiert ausgeschlossen hat. Jetzt plötzlich dementiert er ein Antreten beim SPÖ-Parteitag im März nicht mehr, sagt die Krone.
SPÖ entscheidet Personalie nicht auf Zuruf
Was sind diese Spekulationen wirklich wert? Fragt man Babler, nichts! Er gehe davon aus, dass es am Parteitag keine Kampfabstimmung um den Vorsitzenden geben werde, sagte der SPÖ-Chef gestern, Dienstag, in der „ZIB2“. Er sei als Kandidat nominiert und seine Partei entscheide Personalangelegenheiten nicht auf Zuruf.
Schlimmer Verdacht
Was hat die Kronen Zeitung davon, wenn Kern die SPÖ übernimmt? Mögliches Motiv der Kampagne könnte sein, dass das Unternehmen in der Wiener Muthgasse vor allem mit dem Medienminister Andreas Babler unzufrieden ist, der – wegen des Sparzwangs – das Füllhorn nicht mehr so ausschütten kann wie einst sein Vor-Vorgänger Christian Kern, der die Medien noch mit mehr Inseraten auf Kosten der Steuerzahler verwöhnen konnte. Stecken also monetäre Absichten dahinter? Ein schlimmer Verdacht, der nur bestätigt werden könnte, wenn sich an der Spitze der SPÖ tatsächlich etwas tut.