Die USA und Israel wollen im Iran einen Regime Change herbei bomben, was dem Land einen Bürgerkrieg bescheren kann. Wie das ausgeht, lässt sich nur erahnen, nachdem Teheran keinen Zweifel gelassen hat, auch „all in“ zu gehen


Israel Premierminister Benjamin Netanjahu und seine Frau Sara, hier zwei Tage vor dem israelischen Angriff auf den Iran, bei der Verabschiedung des indischen Premierminister Narendra Modi in Jerusalem

Foto: Imago/ANI News


Offenbar will es Donald Trump diesmal wissen. Er spricht seit den Morgenstunden vom Beginn „großer Kampfhandlungen“ und ruft die Iraner zum Aufstand gegen ihre Führung auf. Was darauf schließen lässt, dass diesmal nicht nur Regierungsgebäude, Militär- und Atomanlagen ins Visier geraten, sondern die Islamische Republik und ihre Führer, eine Regionalmacht und deren schiitische Aura .

Der Oman wollte noch gegensteuern

Zielt Trump wirklich darauf ab, den heutige Iran als Staat und politisches System auszuschalten? Er muss und will es wohl. Wie sollte man, nachdem bis gestern noch verhandelt worden ist, jemals wieder miteinander umgehen können? Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die „Verhandlungen“ von Anfang ein abgekartetes Spiel und Täuschungsmanöver der Amerikaner waren.

Alles spricht dafür, dass die US-Administration und an ihrer Seite Israel diesmal entschieden weiter gehen als im Juni vergangenen Jahres. Wie lange das dauert und welches Ausmaß der Konfrontation eintreten wird, darüber kann nur spekuliert werden. Noch vor Stunden hatte der Oman als Vermittler zwischen Gesandten des Iran und der USA bei den Atom-Sondierungen von einem sich abzeichnenden Durchbruch gesprochen.

Trump wollte es nicht darauf ankommen, dass ihn eine friedliche Lösung zu guter Letzt ausmanövriert, nachdem er eine gigantische Drohkulisse aufbieten ließ, die nicht zurückgezogen werden, sondern sich entfalten sollte. Sie könnte im Übrigen dazu führen, dass die iranische Gegenwehr nicht erreicht, was sie verspricht.

US-Boots on the ground nicht ausgeschlossen

Trumps Aufforderung an die iranische Bevölkerung, sie solle die Regierung übernehmen, folgt entweder Wunschdenken oder der Gewissheit, über eine fünfte Kolonne im Land zu verfügen, die dafür gute Dienste leistet. Oder aber eine Invasion am Boden wird nicht ausgeschlossen. Mit allen Risiken, die dann unvermeidlich sind, wenn gilt: Boots on the ground. Das Mullah-Regime wird nicht kampflos abtreten, es verfügt über militärische Ressourcen, allein die Stärke der Revolutionsgarden mit einem Potenzial von 190.000 Mann unter Waffen und 450.000 mobilisierbaren Reservisten bürgt dafür, sich verteidigen zu können.

Dieser völkerrechtswidrige Angriff ist insofern geeignet, das Land in einen Bürgerkrieg zu bomben, dessen Ausmaße gewaltig sein können. Auch dann, wenn auf die Taktik der Enthauptungsschläge zurückgegriffen wird, wie man sie aus Afghanistan kennt oder aus dem Vorgehen Israels gegen die Hisbollah im Libanon. Das Prinzip: einen Gegner zu lähmen, indem man ihn seiner Führung beraubt. Noch im Sommer 2025 soll Trump bei der „Operation Mitternachtshammer“ untersagt haben, dass der Oberste Führer, Ayatollah Ali Khamenei, durch einen gezielten Angriff getötet wurde wie Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah am 27. September 2024 in seinem Hauptquartier bei Beirut.

Netanjahu braucht einen großen, keinen kleinen Krieg

Wenn man den Meldungen Glauben schenkt, hat es bereits Einschläge in der Nähe der Teheraner Büros von Khamenei gegeben, der zuletzt keinen Zweifel daran lassen wollte, dass sein Land im Fall des Falls eine „vernichtende Vergeltung“ vorbereite. Stehen wir auf der Schwelle eines kurzen oder sehr langen Krieges ohne eine Exit-Strategie, was den Amerikanern schon so oft zum Verhängnis wurde? Dass Israels Premier Benjamin Netanjahu mit von der Partie ist, kann nicht überraschen.

Und wenn er darauf setzen sollte, den israelischen Regierungschef dadurch zu Konzessionen bei einem Gaza-Frieden zu veranlassen, wird Trump sich täuschen. Was Netanjahu entgegenkommt, ist kein kleiner, sondern ein großer Krieg gegen den Iran. Denn nur in diesem Fall wird alles in den Hintergrund treten, was ihn im eigenen Land gefährden kann und ihm grundsätzlich suspekt ist – erst recht eine Befriedung des Gazastreifens.

hes System auszuschalten? Er muss und will es wohl. Wie sollte man, nachdem bis gestern noch verhandelt worden ist, jemals wieder miteinander umgehen können? Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die „Verhandlungen“ von Anfang ein abgekartetes Spiel und Täuschungsmanöver der Amerikaner waren. Alles spricht dafür, dass die US-Administration und an ihrer Seite Israel diesmal entschieden weiter gehen als im Juni vergangenen Jahres. Wie lange das dauert und welches Ausmaß der Konfrontation eintreten wird, darüber kann nur spekuliert werden. Noch vor Stunden hatte der Oman als Vermittler zwischen Gesandten des Iran und der USA bei den Atom-Sondierungen von einem sich abzeichnenden Durchbruch gesprochen.Trump wollte es nicht darauf ankommen, dass ihn eine friedliche Lösung zu guter Letzt ausmanövriert, nachdem er eine gigantische Drohkulisse aufbieten ließ, die nicht zurückgezogen werden, sondern sich entfalten sollte. Sie könnte im Übrigen dazu führen, dass die iranische Gegenwehr nicht erreicht, was sie verspricht.US-Boots on the ground nicht ausgeschlossenTrumps Aufforderung an die iranische Bevölkerung, sie solle die Regierung übernehmen, folgt entweder Wunschdenken oder der Gewissheit, über eine fünfte Kolonne im Land zu verfügen, die dafür gute Dienste leistet. Oder aber eine Invasion am Boden wird nicht ausgeschlossen. Mit allen Risiken, die dann unvermeidlich sind, wenn gilt: Boots on the ground. Das Mullah-Regime wird nicht kampflos abtreten, es verfügt über militärische Ressourcen, allein die Stärke der Revolutionsgarden mit einem Potenzial von 190.000 Mann unter Waffen und 450.000 mobilisierbaren Reservisten bürgt dafür, sich verteidigen zu können. Dieser völkerrechtswidrige Angriff ist insofern geeignet, das Land in einen Bürgerkrieg zu bomben, dessen Ausmaße gewaltig sein können. Auch dann, wenn auf die Taktik der Enthauptungsschläge zurückgegriffen wird, wie man sie aus Afghanistan kennt oder aus dem Vorgehen Israels gegen die Hisbollah im Libanon. Das Prinzip: einen Gegner zu lähmen, indem man ihn seiner Führung beraubt. Noch im Sommer 2025 soll Trump bei der „Operation Mitternachtshammer“ untersagt haben, dass der Oberste Führer, Ayatollah Ali Khamenei, durch einen gezielten Angriff getötet wurde wie Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah am 27. September 2024 in seinem Hauptquartier bei Beirut. Netanjahu braucht einen großen, keinen kleinen KriegWenn man den Meldungen Glauben schenkt, hat es bereits Einschläge in der Nähe der Teheraner Büros von Khamenei gegeben, der zuletzt keinen Zweifel daran lassen wollte, dass sein Land im Fall des Falls eine „vernichtende Vergeltung“ vorbereite. Stehen wir auf der Schwelle eines kurzen oder sehr langen Krieges ohne eine Exit-Strategie, was den Amerikanern schon so oft zum Verhängnis wurde? Dass Israels Premier Benjamin Netanjahu mit von der Partie ist, kann nicht überraschen. Und wenn er darauf setzen sollte, den israelischen Regierungschef dadurch zu Konzessionen bei einem Gaza-Frieden zu veranlassen, wird Trump sich täuschen. Was Netanjahu entgegenkommt, ist kein kleiner, sondern ein großer Krieg gegen den Iran. Denn nur in diesem Fall wird alles in den Hintergrund treten, was ihn im eigenen Land gefährden kann und ihm grundsätzlich suspekt ist – erst recht eine Befriedung des Gazastreifens.



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