Wäre es nicht so traurig und nicht so dreist, könnte man lachen: Ausgerechnet die SPD, die ihren politischen Widersachern – insbesondere der AfD – gebetsmühlenhaft Populismus vorwirft, greift nun, wo ihr endgültig das Eis unter den Füßen wegbricht, weil sich die Stammwählerschaft verraten fühlt, zu Populismus pur. Neid-Demagogie vom Feinsten.

Kurz vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus im Herbst blasen die Berliner Sozialdemokraten zur Hatz auf die Leistungsträger. So, als ob nicht schon viel zu viele von ihnen das Land verlassen hätten. Und als ob sie nicht so schon mehr Abgaben zu zahlen hätten als in den meisten anderen Ländern.

Raed Saleh, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, fordert, dass Bezieher „außerordentlich hoher Einkommen“ im Rahmen von gesetzlich festgelegten „Mindestintervallen“ außerordentlichen Steuerprüfungen unterzogen werden. Die Begründung: „Wer hohe Einkommen erzielt, profitiert in besonderem Maße von stabilen staatlichen Strukturen. Deshalb ist es geboten, dass die steuerlichen Verhältnisse in angemessenen Abständen verbindlich überprüft werden.“

Mit anderen Worten: Leistungsträger sind verdächtig. Kein Wunder – der Steuerexperte hinter dem Vorstoß, Sebastian Schlüsselburg, kommt direkt von der SED-Nachfolgepartei, die sich in „Linke“ umbenannt hat, aber vor Gericht an Eides statt erklärte, dass sie rechtsidentisch mit der Diktatur-Partei ist, um Zugriff auf deren Milliarden-Vermögen zu bekommen. Die ideologische DNA ist unverkennbar.