Javier Milei verzeichnet gerade die niedrigsten Zustimmungswerte seit seinem Amtsantritt. Vor bald drei Jahren wurde der rechtslibertäre Kettensägen-Mann zum Präsidenten Argentiniens – jetzt steht er im Zentrum eines 5 Millionen US-Dollar schweren Bestechungsskandals. Es geht um Mileis öffentliche Unterstützung für ein umstrittenes Krypto-Projekt im vergangenen Jahr.

Der Bestechungsskandal fällt in eine Zeit, in der die Aussichten für viele Menschen in Argentinien düster sind: Milei fährt einen harten Sparkurs und will so die Inflation eindämmen, die eine Rezession ausgelöst und viele Menschen in Armut gestürzt hat. Tatsächlich zeigten manche Wirtschaftsdaten Tendenzen zu einer Erholung, doch die alltägliche Realität vieler Argentinierinnen und Argentinier ist eine ganz andere.

Der Krypto-Hype um Argentinien

Mit Milei war 2023 ein libertärer, kryptofreundlicher Ökonom an Argentiniens Staatsspitze gelangt. Krypto-Befürworter witterten ihre Chance, im zweitgrößten Land Südamerikas weiter Fuß zu fassen – suchte dieses doch verzweifelt nach Investoren. Argentiniens politische wie wirtschaftliche Instabilität galt der Krypto-Szene als „perfekter Sturm“.

Die Inflation hatte zu einem Wertverlust der Landeswährung Peso gegenüber dem Dollar geführt. Viele Sparer setzten in der Folge auf Kryptowährungen als weniger volatile Wertanlage. 2024 gründeten argentinische Krypto-Unternehmer und -Fans „Crecimiento“, die heute führende Interessenvertretung für Kryptowährungen im Land. Ihr klares Ziel: Deregulierung.

Javier Milei warb für $Libra-Token

Jetzt aber erschüttert der Milei-Skandal die Branche. Deren Protagonisten und Profiteure fürchten um ihren Ruf. Brancheninsider säen Zweifel, ob Argentinien wirklich der erhoffte fruchtbare Boden ist, auf dem digitale Währungen weiter gedeihen. Ihre Integration in das reguläre Finanzsystem stockt, Aufsichtsbehörden bremsen. Was genau ist geschehen?

Am 14. Februar 2025 hatte Javier Milei auf Twitter seine Unterstützung für den $Libra-Token bekundet, eine Nischen-Kryptowährung, die angeblich „das Wachstum der argentinischen Wirtschaft ankurbeln“ werde. Nach seinem Tweet erreichte $Libra rasch einen Höchststand von 5 Dollar, stürzte dann aber schnell auf unter 1 Dollar ab. Das vernichtete die Investitionen von 13.000 Token-Inhabern in Höhe von 250 Millionen Dollar.

5 Millionen Dollar für mit Milei verbundene Einrichtungen

Milei hatte in der Folge behauptet, „offensichtlich“ über keine Verbindung zu den Leuten hinter $Libra zu verfügen; er sei lediglich online auf $Libra gestoßen und habe sich aus eigenem Antrieb dazu entschlossen, dafür zu werben. Vor kurzem aber enthüllte die argentinische Investigativjournalismus-Plattform El Destape ein Dokument, das Mileis Aussagen fundamental widerspricht. Staatliche Ermittler hatten die Finanzvereinbarung auf dem Mobiltelefon des Krypto-Lobbyisten Mauricio Novelli sichergestellt. Demnach wurden in drei Schritten Zahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Dollar, noch einmal 1,5 Millionen Dollar und 2 Millionen Dollar an mit Milei verbundene Einrichtungen geleistet.

Zudem zeigen laut der argentinischen Zeitung La Nación Telekommunikationsdaten, dass der Präsident in den Minuten vor seiner Werbung für $Libra mindestens fünfmal mit Novelli kommuniziert hat. Zum Zeitpunkt der Anrufe befand sich Lobbyist Novelli in Texas in den USA, zusammen mit Kollegen, die am $Libra-Projekt beteiligt waren, darunter ein US-amerikanischer Krypto-Unternehmer und Sprecher von $Libra, den Milei den Bedingungen jener Finanzvereinbarung zufolge angeblich als Berater ernennen wollte.

Wie Ethereum-Gründer Vitalik Buterin an Milei appellierte

Just vor diesen Enthüllungen hatten argentinische Krypto-Befürworter wie internationale Prominente für Krypto-Bildung und Regulierung in ihrem Sinne geworben, um Betrugsfälle künftig zu vermeiden.

Schon knapp eine Woche, nachdem Milei im Februar 2025 für „$Libra“ geworben hatte – Forderungen aus der Opposition nach einer offiziellen Untersuchung waren bereits lautgeworden –, richtete Vitalik Buterin einen öffentlichen Appell an Milei. Buterin ist Mitgründer von Ethereum, der nach Bitcoin zweitgrößten Kryptowährungsplattform. „Die jüngsten Nachrichten“ hätten gezeigt, „warum Bildung so wichtig ist“, schrieb er. Die Ausrichtung der Devconnect – der ersten „Weltausstellung“ für Ethereum-Investoren, -Entwickler und -Unterstützer – in Argentinien „könnte eine großartige Gelegenheit sein, das Beste zu zeigen, was Kryptowährungen zu bieten haben“, so Buterin weiter.

Eine Stunde später antwortete Milei auf X und bezeichnete die Konferenz im November 2025 als „große Chance“ und „Ehre für Argentinien“. Die Ethereum Foundation, die die Devconnect-Messe koordiniert und zu deren Vorstand Buterin gehört, wollte sich nicht dazu äußern.

Krypto-Messe mit eigenem Flughafenschalter in Buenos Aires

Auch der argentinischen Kryptobranche galt die Messe als Gelegenheit, das durch Mileis „$Libra“-Skandal ramponierte Image zu reparieren und mit den Regulierungsbehörden wieder ins Gespräch über die ersehnte Deregulierung zu kommen. Die Devconnect sollte „die andere Seite der Kryptowährungen“ zeigen.

Der 2024 gegründete Krypto-Dachverband Crecimiento legte sich ordentlich ins Zeug. Dessen ehemaliger Direktor, der Unternehmer Emi Velazquez, schildert, dass mindestens ein Mitglied von Crecimiento dazu beitrug, Konferenzteilnehmer bei der Visa-Ausstellung durch die Behörden zu bevorteilen – laut Velazquez ein entscheidender Faktor für die argentinische Hauptstadt Buenos Aires als Veranstaltungsort der Devconnect. Die Konferenz konnte sogar ihren eigenen Schnellabfertigungsschalter am Flughafen einrichten.

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Im Vorfeld der Devconnect im Herbst 2025 versuchten die Organisatoren und lokale Krypto-Plattformen, die Akzeptanz von Kryptowährungen vor Ort zu steigern. Vertriebsmitarbeiter von Krypto-Apps sprachen Restaurants und andere Unternehmen an, damit diese Krypto-Zahlungen akzeptieren. Schließlich würden kryptovermögende Messebesucher nach Buenos Aires strömen. Wer mitmachte, wurde im offiziellen Devconnect-Reiseführer als kryptofreundliche Lokalität aufgeführt. In der Gegend rund um den Veranstaltungsort versprachen Plakate: „Die nächste Finanzrevolution beginnt hier, nicht an der Wall Street“.

Mehr als 17.000 Teilnehmer aus aller Welt kamen. Führende Köpfe von Ethereum, darunter Vitalik Buterin, hielten Reden; Buterin trug ein T-Shirt mit dem Abbild des Zwergflusspferds Moo Deng. Er hob auf die Unterschiede zwischen Ethereum und FTX ab, warf dieser inzwischen insolventen Krypto-Börse und ihrem inhaftierten Gründer Sam Bankman-Fried vor, sich „bei Politikern eingeschmeichelt“ zu haben.

Vitalik Buterins Worten in Buenos Aires zufolge sei Argentinien aufgrund der hohen Akzeptanz von Kryptowährungen im Land ein „großartiger Ort“, um zu beobachten, wie Blockchain-basierte Technologien „mit der übrigen Welt interagieren“. Crecimiento-Direktor Velazquez freute sich vor Ort: „Auf Twitter findet man lauter Bilder von Menschen, die sich in die Stadt, das Essen, die Menschen, die Kultur und die Musik verlieben.“

Wie eine Krypto-Lobbyistin die Zukunft in Argentinien sieht

Fragt man Maria Milagros Santamaria, die früher beim Dachverband Crecimiento für Regulierungspolitik zuständig war, nach der Entwicklung von Kryptowährungen in Argentinien, so skizziert sie drei entscheidende Wegmarken in den vergangenen beiden Jahren: Die erste war der Ausbruch des $Libra-Skandals im Februar 2025, der Regulierungsbehörden veranlasste, Diskussionen über die Regulierung von Kryptowährungen zu meiden.

Bis zur zweiten Wegmarke – der Devconnect-Messe im November – waren die meisten Aufsichtsbehörden tatsächlich an den Verhandlungstisch zurückgekehrt; die für die Wertpapieraufsicht zuständige hatte durch den Skandal einen Berater verloren, nun aber begonnen, sich in einem Reallabor mit der Regulierung von Krypto-Initiativen und Fintech-Start-ups zu beschäftigen. Zum Dritten haben die jüngsten Enthüllungen über Javier Mileis Rolle im Libra-Skandal die Dynamik wieder gebremst.

Die argentinische Zentralbank hätte geplant, den Banken ab April das Angebot von Kryptodienstleistungen zu gestatten, so Maria Milagros Santamaria, doch das gehe schleppend voran. Argentinische Finanzaufsichtsbehörden hätten sich bei ihrer Regulierung oft an US-amerikanischen Ansätzen orientiert und verfahren auch im Bereich der Kryptowährungen ähnlich. Das bedeute, es sei unwahrscheinlich, dass die Expansion des Sektors auf dem Markt vollständig zum Erliegen komme, so Krypto-Lobbyistin Santamaria.

Anfang April erkannte die argentinische Wertpapieraufsichtsbehörde bestimmte Kryptowährungen, darunter Ether, als Teil des persönlichen Nettovermögens von Anlegern an, wodurch Krypto-Anleger faktisch als „qualifizierte Anleger“ gelten und somit Zugang zu komplexeren Finanzprodukten erhalten.

Krypto-Befürworter hätten mit „Unglauben und Enttäuschung“ auf Mileis mutmaßliche Verbindungen zu $Libra reagiert, so Santamaria; Unternehmer versuchten dennoch, auf dem Skandal „aufzubauen und weiter zu zeigen, was wir leisten können.“ Was Javier Mileis Zustimmungswerte angeht, so waren die bei Argentiniens Präsident schon in der Vergangenheit vorübergehend in den Keller gerauscht, wenngleich nie so tief wie durch den $Libra-Skandal jetzt. Was Mileis Aussichten auf politisches Überleben angeht, scherzt Maria Milagros Santamaria: „Vielleicht würde ein Wettmarkt für Prognosen helfen.“

in Armut gestürzt hat. Tatsächlich zeigten manche Wirtschaftsdaten Tendenzen zu einer Erholung, doch die alltägliche Realität vieler Argentinierinnen und Argentinier ist eine ganz andere. Der Krypto-Hype um ArgentinienMit Milei war 2023 ein libertärer, kryptofreundlicher Ökonom an Argentiniens Staatsspitze gelangt. Krypto-Befürworter witterten ihre Chance, im zweitgrößten Land Südamerikas weiter Fuß zu fassen – suchte dieses doch verzweifelt nach Investoren. Argentiniens politische wie wirtschaftliche Instabilität galt der Krypto-Szene als „perfekter Sturm“.Die Inflation hatte zu einem Wertverlust der Landeswährung Peso gegenüber dem Dollar geführt. Viele Sparer setzten in der Folge auf Kryptowährungen als weniger volatile Wertanlage. 2024 gründeten argentinische Krypto-Unternehmer und -Fans „Crecimiento“, die heute führende Interessenvertretung für Kryptowährungen im Land. Ihr klares Ziel: Deregulierung.Javier Milei warb für $Libra-TokenJetzt aber erschüttert der Milei-Skandal die Branche. Deren Protagonisten und Profiteure fürchten um ihren Ruf. Brancheninsider säen Zweifel, ob Argentinien wirklich der erhoffte fruchtbare Boden ist, auf dem digitale Währungen weiter gedeihen. Ihre Integration in das reguläre Finanzsystem stockt, Aufsichtsbehörden bremsen. Was genau ist geschehen? Am 14. Februar 2025 hatte Javier Milei auf Twitter seine Unterstützung für den $Libra-Token bekundet, eine Nischen-Kryptowährung, die angeblich „das Wachstum der argentinischen Wirtschaft ankurbeln“ werde. Nach seinem Tweet erreichte $Libra rasch einen Höchststand von 5 Dollar, stürzte dann aber schnell auf unter 1 Dollar ab. Das vernichtete die Investitionen von 13.000 Token-Inhabern in Höhe von 250 Millionen Dollar.5 Millionen Dollar für mit Milei verbundene EinrichtungenMilei hatte in der Folge behauptet, „offensichtlich“ über keine Verbindung zu den Leuten hinter $Libra zu verfügen; er sei lediglich online auf $Libra gestoßen und habe sich aus eigenem Antrieb dazu entschlossen, dafür zu werben. Vor kurzem aber enthüllte die argentinische Investigativjournalismus-Plattform El Destape ein Dokument, das Mileis Aussagen fundamental widerspricht. Staatliche Ermittler hatten die Finanzvereinbarung auf dem Mobiltelefon des Krypto-Lobbyisten Mauricio Novelli sichergestellt. Demnach wurden in drei Schritten Zahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Dollar, noch einmal 1,5 Millionen Dollar und 2 Millionen Dollar an mit Milei verbundene Einrichtungen geleistet.Zudem zeigen laut der argentinischen Zeitung La Nación Telekommunikationsdaten, dass der Präsident in den Minuten vor seiner Werbung für $Libra mindestens fünfmal mit Novelli kommuniziert hat. Zum Zeitpunkt der Anrufe befand sich Lobbyist Novelli in Texas in den USA, zusammen mit Kollegen, die am $Libra-Projekt beteiligt waren, darunter ein US-amerikanischer Krypto-Unternehmer und Sprecher von $Libra, den Milei den Bedingungen jener Finanzvereinbarung zufolge angeblich als Berater ernennen wollte.Wie Ethereum-Gründer Vitalik Buterin an Milei appellierteJust vor diesen Enthüllungen hatten argentinische Krypto-Befürworter wie internationale Prominente für Krypto-Bildung und Regulierung in ihrem Sinne geworben, um Betrugsfälle künftig zu vermeiden. Schon knapp eine Woche, nachdem Milei im Februar 2025 für „$Libra“ geworben hatte – Forderungen aus der Opposition nach einer offiziellen Untersuchung waren bereits lautgeworden –, richtete Vitalik Buterin einen öffentlichen Appell an Milei. Buterin ist Mitgründer von Ethereum, der nach Bitcoin zweitgrößten Kryptowährungsplattform. „Die jüngsten Nachrichten“ hätten gezeigt, „warum Bildung so wichtig ist“, schrieb er. Die Ausrichtung der Devconnect – der ersten „Weltausstellung“ für Ethereum-Investoren, -Entwickler und -Unterstützer – in Argentinien „könnte eine großartige Gelegenheit sein, das Beste zu zeigen, was Kryptowährungen zu bieten haben“, so Buterin weiter.Eine Stunde später antwortete Milei auf X und bezeichnete die Konferenz im November 2025 als „große Chance“ und „Ehre für Argentinien“. Die Ethereum Foundation, die die Devconnect-Messe koordiniert und zu deren Vorstand Buterin gehört, wollte sich nicht dazu äußern.Krypto-Messe mit eigenem Flughafenschalter in Buenos AiresAuch der argentinischen Kryptobranche galt die Messe als Gelegenheit, das durch Mileis „$Libra“-Skandal ramponierte Image zu reparieren und mit den Regulierungsbehörden wieder ins Gespräch über die ersehnte Deregulierung zu kommen. Die Devconnect sollte „die andere Seite der Kryptowährungen“ zeigen.Der 2024 gegründete Krypto-Dachverband Crecimiento legte sich ordentlich ins Zeug. Dessen ehemaliger Direktor, der Unternehmer Emi Velazquez, schildert, dass mindestens ein Mitglied von Crecimiento dazu beitrug, Konferenzteilnehmer bei der Visa-Ausstellung durch die Behörden zu bevorteilen – laut Velazquez ein entscheidender Faktor für die argentinische Hauptstadt Buenos Aires als Veranstaltungsort der Devconnect. Die Konferenz konnte sogar ihren eigenen Schnellabfertigungsschalter am Flughafen einrichten.Placeholder image-1Im Vorfeld der Devconnect im Herbst 2025 versuchten die Organisatoren und lokale Krypto-Plattformen, die Akzeptanz von Kryptowährungen vor Ort zu steigern. Vertriebsmitarbeiter von Krypto-Apps sprachen Restaurants und andere Unternehmen an, damit diese Krypto-Zahlungen akzeptieren. Schließlich würden kryptovermögende Messebesucher nach Buenos Aires strömen. Wer mitmachte, wurde im offiziellen Devconnect-Reiseführer als kryptofreundliche Lokalität aufgeführt. In der Gegend rund um den Veranstaltungsort versprachen Plakate: „Die nächste Finanzrevolution beginnt hier, nicht an der Wall Street“.Mehr als 17.000 Teilnehmer aus aller Welt kamen. Führende Köpfe von Ethereum, darunter Vitalik Buterin, hielten Reden; Buterin trug ein T-Shirt mit dem Abbild des Zwergflusspferds Moo Deng. Er hob auf die Unterschiede zwischen Ethereum und FTX ab, warf dieser inzwischen insolventen Krypto-Börse und ihrem inhaftierten Gründer Sam Bankman-Fried vor, sich „bei Politikern eingeschmeichelt“ zu haben.Vitalik Buterins Worten in Buenos Aires zufolge sei Argentinien aufgrund der hohen Akzeptanz von Kryptowährungen im Land ein „großartiger Ort“, um zu beobachten, wie Blockchain-basierte Technologien „mit der übrigen Welt interagieren“. Crecimiento-Direktor Velazquez freute sich vor Ort: „Auf Twitter findet man lauter Bilder von Menschen, die sich in die Stadt, das Essen, die Menschen, die Kultur und die Musik verlieben.“Wie eine Krypto-Lobbyistin die Zukunft in Argentinien siehtFragt man Maria Milagros Santamaria, die früher beim Dachverband Crecimiento für Regulierungspolitik zuständig war, nach der Entwicklung von Kryptowährungen in Argentinien, so skizziert sie drei entscheidende Wegmarken in den vergangenen beiden Jahren: Die erste war der Ausbruch des $Libra-Skandals im Februar 2025, der Regulierungsbehörden veranlasste, Diskussionen über die Regulierung von Kryptowährungen zu meiden.Bis zur zweiten Wegmarke – der Devconnect-Messe im November – waren die meisten Aufsichtsbehörden tatsächlich an den Verhandlungstisch zurückgekehrt; die für die Wertpapieraufsicht zuständige hatte durch den Skandal einen Berater verloren, nun aber begonnen, sich in einem Reallabor mit der Regulierung von Krypto-Initiativen und Fintech-Start-ups zu beschäftigen. Zum Dritten haben die jüngsten Enthüllungen über Javier Mileis Rolle im Libra-Skandal die Dynamik wieder gebremst.Die argentinische Zentralbank hätte geplant, den Banken ab April das Angebot von Kryptodienstleistungen zu gestatten, so Maria Milagros Santamaria, doch das gehe schleppend voran. Argentinische Finanzaufsichtsbehörden hätten sich bei ihrer Regulierung oft an US-amerikanischen Ansätzen orientiert und verfahren auch im Bereich der Kryptowährungen ähnlich. Das bedeute, es sei unwahrscheinlich, dass die Expansion des Sektors auf dem Markt vollständig zum Erliegen komme, so Krypto-Lobbyistin Santamaria.Anfang April erkannte die argentinische Wertpapieraufsichtsbehörde bestimmte Kryptowährungen, darunter Ether, als Teil des persönlichen Nettovermögens von Anlegern an, wodurch Krypto-Anleger faktisch als „qualifizierte Anleger“ gelten und somit Zugang zu komplexeren Finanzprodukten erhalten.Krypto-Befürworter hätten mit „Unglauben und Enttäuschung“ auf Mileis mutmaßliche Verbindungen zu $Libra reagiert, so Santamaria; Unternehmer versuchten dennoch, auf dem Skandal „aufzubauen und weiter zu zeigen, was wir leisten können.“ Was Javier Mileis Zustimmungswerte angeht, so waren die bei Argentiniens Präsident schon in der Vergangenheit vorübergehend in den Keller gerauscht, wenngleich nie so tief wie durch den $Libra-Skandal jetzt. Was Mileis Aussichten auf politisches Überleben angeht, scherzt Maria Milagros Santamaria: „Vielleicht würde ein Wettmarkt für Prognosen helfen.“



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