Wenn FPÖ-Chef Herbert Kickl heute, Samstag, in Klagenfurt zum Neujahrsempfang lädt, kann er sich eines Gewiss sein: Auch wenn ÖVP und SPÖ ihre Parteichefs austauschen, kann sein Erfolgslauf nicht gestoppt werden.
Einsam an der Spitze
Schwarz auf weiß bekommt Kickl dies in der neuesten Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für Oe24 serviert, nach der die FPÖ mit 35 Prozent uneinholbar in Führung liegt und der FPÖ-Chef in der Kanzlerfrage mit 32 Prozent den ÖVP-Boss Christian Stocker (13 Prozent) und SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler (sieben Prozent) klar hinter sich lässt.
Keine Wende mit Kurz und Kern
Neu in der Umfrage: Auch die Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Christian Kern (SPÖ), oft als Alternativ-Kandidaten genannt, würden keine Wende bringen und etwa auf jenem Niveau abschneiden, auf dem die aktuellen Parteichefs der beiden Parteien derzeit liegen.
Schlimmer Verdacht
Das hat vermutlich mit der Art, wie die Verlierer-Ampel insgesamt Politik macht, zu tun. So hat Isabelle Daniel auf Oe24 den schlimmen Verdacht, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel – abgesehen davon, dass diese bis dato nicht definiert wurden – nicht etwa in erster Linie der Bevölkerung gedient habe, sondern zur Rettung des SPÖ-Vorsitzenden in der Klausur der Dreierkoalition beschlossen worden wäre.
Rote Welt massiv gegen Babler
Babler steht am 7. März ja vor einem schwierigen Parteitag. Die rote Welt ist massiv gegen ihn, dennoch dürfte er – mangels eines Gegenkandidaten – fest im Sattel sitzen. Spannung bringt lediglich, ob der Genosse das beschämende Ergebnis seiner Vorgängerin Pamela Rendi-Wagner von nur 75 Prozent Zustimmung der eigenen Funktionäre noch toppen wird.
SPÖ-Chef blamiert sich auf Ö1
Nach der Regierungsklausur kann der SPÖ-Chef seine Kritiker ein bisschen besänftigen, wenn sie ihm glauben, dass er die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel von zehn auf fünf Prozent gegen die Koalitionspartner durchgesetzt hat. Und wenn sie ihm glauben, dass diese Maßnahme gegen die Teuerung tatsächlich etwas bringen wird. Wie berichtet, wusste Babler im Ö1-Interview aber selbst nicht genau, wie viel ein durchschnittlicher Haushalt monatlich sparen könne.