Früher musste man, wenn man die Umwelt mit Giften belastet hat, damit rechnen, wegen Umweltverschmutzung bestraft zu werden, gemeinhin mit einer erheblichen Geldstrafe. Heute kann man Umweltgifte ins Meer kippen und wird dafür belohnt. Tatsächlich hat sich das Geschäft mit der Umweltverschmutzung unter dem Dach des Klimawahns zu einem der einträglichsten Geschäfte entwickelt. Das Geschäft ist eine Art Ablasshandel, der auf der Behauptung basiert, CO2 aus Industrieproduktion zerstöre das Klima des Planeten. Die Behauptung wird von Profiteuren dazu genutzt, Unternehmen, die CO2 mit ihrer Produktion freisetzen, CO2-Ablassbriefe, die als „Zertifikate“ bezeichnet werden, zu verkaufen und diese Zertifikate z.B. dadurch zu legitimieren, dass Umweltgifte ins Meer gekippt werden.

Falls Sie nicht wissen, was Natronlauge, NaOH, Natriumhydroxid bzw. Sodium Hydroxide im Englischen ist: In geringer Menge ist es das, was die Brezel zur Laugenbrezel macht, in Konzentration das, was den Abfluss frei äzt, weshalb das Zeug auch Ätznatron genannt wird. NaOH wird in der Papierherstellung genutzt, um Zellulose von Lignin zu trennen, es sorgt dafür, dass Baumwolle farbecht wird, wird zur Neutralisierung von Säuren genutzt und kommt in Sprengstoff und Farbstoffen zum Einsatz.

Vom Backtriebmittel bis zum in Verbindung mit Ammoniumnitrat oder Kaliumnitrat: Sprengstoff. Eine weite Palette der Anwendung, der derzeit eine weitere hinzugefügt wird: Die Alkalinisierung des Meeres, um auf diese Weise den ph-Wert der an sich schon basischen Meere zu erhöhen, um auf diesem Weg noch mehr CO2 in Meeren binden zu können, als es bisland mit rund 38.000 Milliarden Tonnen in Meeren gespeichertem Kohlenstoff der Fall ist. Indem sie Natronlauge ins Meer kippen, hoffen, hoffen ist das entscheidende Verb hier, hoffen angebliche Wissenschaftler die Erwärmung der Erde bei 2 Grad Celsius arretieren zu können oder gar unter 2 Grad Celsius bringen zu können.

Das Schlimme an diesen Leuten ist ihre Hybris oder ihre Eindimensionalität, die sie in den Glauben versetzt, sie könnten durch die Manipulation EINER Variable ein komplexes System wie die Meere und deren Rolle im noch komplexeren Klimasystem der Erde in die gewünschte Richtung manipulieren. Ein Glaube der Elemente von Wahnsinn, Selbstüberschätzung und abgrundtiefer Dummheit enthält.

Dessen ungeachtet wird mit unser aller Zukunft experimentiert, neuerdings im Rahmen von OAE: Ocean Alkalinity Enhancement. In der heutigen Ausgabe des Guardian findet sich ein langer Beitrag über ein „Experiment“, das gerade im Golf von Maine, 50 Meilen vor der Küste von Maine durchgeführt wurde: 65.000 Liter Natronlauge haben die „Wissenschaftler“ ins Meer gekippt und vier Tage geprüft, was passiert. In den vier Tagen haben sie eine Erhöhung des ph-Werts von 7,8 auf 8,3 gemessen, also von basisch in Richtung ätzend, und sie haben keine „relevanten“ negativen Effekte auf das Leben im Meer gefunden, jedenfalls in den engen Grenzen, in denen sie die Auswirkungen ihres Experiments untersucht haben (darauf kommen wir zurück). Fische und Meeressäuger wurden von den „Wissenschaftlern“ im Hinblick auf negative Konsquenzen einer Alkalinisierung nicht berücksichtigt.

Bevor wir die Frage beantworten, was es mit der wissenschaftlichen Erforschung dieser neuen Technologie, die wieder als sicher und effektiv verkauft werden soll, auf sich hat, haben wir eine andere Frage: Was motiviert all diese Wissenschaftler, die sich der „Rettung des Planeten“, also des „Klimas“ verschrieben haben, die nichts unversucht lassen, um einen fiktiven Wert, ein Phantasma, das „globale Temperatur“ genannt wird, in einer Modellrechnung zu reduzieren, die keinerlei Relevanz für die Realität, das tägliche Leben auf diesem Planeten hat?

Was wird es wohl sein?
Geld!

Der Markt für OAE, das Kippen von Natronlauge ins Meer oder von anderen, den ph-Wert des Meeres und damit, seine Fähigkeit, CO2 zu binden, erhöhende Stoffe, errechnet sich auf Basis eines Potentials von 15 Milliarden Tonnen CO2, die zusätzlich über OAE gespeichert werden können und der Möglichkeit, diese Speicherleistung als CO2-Zertifikat für den Preis von 150 bis 250 USD per Tonne zu verkaufen, macht ein Marktpotential von mindestens 2.250.000.000.000 USD. Das ist der Grund dafür, dass es derzeit eine große Zahl von Unternehmen gibt, die im CO2-Zertifikate-Handel anbieten, alkalische Materialien ins Meer zu kippen, um den Käufern die Gelegenheit zu geben, die eigenen CO-2-Emissionen über den Kauf von CO2-Zertifikaten auszugleichen.

Ein moderner Ablasshandel. Wobei der Ablass von Schuld dieses Mal nicht direkt von Priestern gekauft wird, sondern über Unternehmen erworben wird, die versprechen, Zeug ins Meer zu kippen, dessen Eintrag man noch vor Jahren als Umweltverschmutzung gewertet hätte. Das Diabolische am derzeitigen Klimawahnsinn ist, dass man heute Umweltgifte freisetzen kann, sich als Umweltverschmutzer mit einem klima-Heiligenschein ausstatten kann und noch dafür bezahlt wird.

Perversion auf die Spitze getrieben.

Aber natürlich ist OAE, die Erhöhung des ph-Werts des Meeres ganz ungefährlich, ganz sicher und so effektiv wie nur möglich. Das behaupten drei Studien, ganze drei derzeit vorfindbare Studien, zu denen wir noch kommen. Bevor wir die vermeintlichen Studien betrachten, ein Blick auf die normative Kraft des Faktischen, auf die Unternehmen, die bereits Fakten schaffen, die bereits alkalische Brühen ins Meer kippen, um mit dieser Form der Umweltverschmutzung per CO2-Zertifikat, Geld zu verdienen.

Natronlauge im Golf von Maine

Planetary Technologies: Im Juni 2025 war Planetary Technologies das erste Unternehmen, das über Isometric OAE-Zertifikate zum Ablass von 625 Tonnen CO2 und zum Preis von 271 USD per Tonne angeboten und verkauft hat (unter den Käufern u.a. British Airways). Das Unternehmen schüttet nicht Natronlauge ins Meer. Es experimentiert mit Magnesium-Hydroxid und anderen industriellen Abfallstoffen.

Equatic: Das Unternehmen hat 2025 Co2-Zertifikate im Gegenwert von 60.000 Tonnen CO2 an Boing verkauft und als Gegenleistung per Elektrolyse Meerwasser mit Strom in saure und basische Bestandteile getrennt. Die basischen Bestandteile wurden zurück ins Meer geleitet, um den ph-Wert des Meeres zu erhöhen und mehr CO2 zu binden, in der Theorie. Die Zertifikate hatten einen Nennwert von 500 USD per Tonne CO2.

Ebb Carbon: Behandelt Entsalzungssole mit elektrochemischen Prozessen, bei denen Natronlauge erzeugt wird, um alkalisches Meerwasser zu erzeugen, das die CO₂-Aufnahme des Ozeans verbessern soll. Das Unternehmen hat mit Microsoft einen Vertrag, der den Verkauf von CO2-Zertifikaten über bis zu 350.000 Tonnen für einen Zeitraum von 10 Jahren im Gegenzug zur Alkalinisierung des Meeres vorsieht.

CREW Carbon: Macht seinen Profit durch eine Erhöhung der Alkalinität von Abwasser mit Kalziumkarbonat (ohne NaOH). Hat im Jahr 2025 104 Tonnen CO2-Zertifikate über Isometric verkauft. Prris: rund 447 USD per Tonne; Die vertragliche Abnahme von 70.000 Tonnen (über 6 Jahre) im Wert von 32,1 Mio USD wurde über Frontier erreicht.

Carbon Time: Derzeit noch in Vorbereitung: Untersucht schiffsbasierte oder infrastrukturgebundene OAE mit alkalischen Materialien (Einzelheiten unklar, aber es handelt sich um Hydroxid-Verfahren). Noch keine bestätigten Kreditverkäufe, aber für den Markteintritt positioniert.

Das sind einige der Unternehmen, die derzeit versuchen, über die Verkippung von alkalischen Lösungen in Meere Geld zu verdienen und vom CO2-Ablasshandel zu profitieren. Weitere Unternehmen wie Limenet, Vesta oder Vycarb kommen hinzu. Wer sich dafür interessiert, der kann diese Unternehmen, die ebenfalls versuchen, vom CO2-Wahn zu profitieren, im Internet leicht finden.

Wie immer, werden die entsprechenden „Technologien“, also die Entsorgung von Natronlauge oder anderen alkalinen Lösungen im Meer als totsichere Methode zur Rettung des Planeten bzw. zur Reduktion einer fiktiven Größe globaler Temperatur verkauft. Einmal mehr geschieht dies, ohne entsprechende Kenntnis, wie ein Blick in die Begleitforschung zeigt, die ganze drei „Studien“ zu Tage befördert hat:

Britton, Damon, Wouter Visch, and Lennart T. Bach (2025). Moderate ocean alkalinity enhancement likely to have minimal effects on a habitat‐forming kelp across multiple life stages.“ Limnology and Oceanography 70(5): 1283-1295.

Savoie, Allison M., Mallory Ringham, Carolina Torres Sanchez, Brendan R. Carter, Sean Dougherty, Richard A. Feely, Dave Hegeman et al. (2025) Novel field trial for ocean alkalinity enhancement using electrochemically derived aqueous alkalinity. Frontiers in Environmental Engineering 4: 1641277.

Woods Hole Oceanographic Institution (2026). Preliminary results from the first EPA-permitted ocean alkalinity enhancement (OAE) field trial.

Die Behauptung, das Verkippen alkaliner Lösungen von Natronlauge und anderen Basen in Meeren sei unbedenklich, sicher und effektiv, sie basiert auf drei Studien, zwei davon veröffentlicht, eine lediglich in Form einer Pressemitteilung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Betrachten wir die Situation der Reihe nach:

Britton, Visch & Bach (2025).

Alle Ergebnisse, die die Autoren berichten, sind im Labor gewonnen. Es gibt keinerlei Feldstudie am offenen Meer. Untersucht wird, wie sich OAE, also die Einleitung von Lauge in Meere auf Eclonia radiata, Kelp, auswirkt. Unter kontrollierten Bedingungen wurden einem geschlossenen Zyklus von gefiltertem Meerwasser, das konstant auf 16.5°C gehalten wurde, geringe Mengen Natronlauge zugesetzt und analysiert, wie sich der Zusatz auf die Fähigkeit von Ecklonia Radiata auswirkt, Kolonien zu bilden. Dabei zeigt sich ein sehr enges Band, das beim Zusatz von +300 µmol kg⁻¹ NaOH keine negativen Effekte ausweist, während bereits ab +600 µmol kg⁻¹ NaOH eine erheblich verminderte Wachstumsrate bei Kelp festgestellt wird. Die Autoren betonen, dass ihre Ergebnisse nicht in der Lage sind, reale Bedingungen, wie sie in Meeren gegeben sind, zu reproduzieren. Für die Frage, ob NaOH sich auf Meereslebewesen, auf maritimes Leben auswirkt, ist diese Forschung demnach nutzlos.

Savoie, Ringham, Ward et al. (2025)

Die Forschung basiert auf einer geringen Menge elektrochemischer OAE die in Sequim Bay in Küstennähe eingeleitet wurde. Es wurden keinerlei biologische Spezimen gesammelt, lediglich der ph-Wert, die Temperatur, der Salzgehalt, Sauerstoffgehalt und die Trübung des Wassers waren Gegenstand der Analyse. Ein erhöhter ph-Wert nach Einleitung ins Meer war im Umkreis von 2.5 Metern für kurze Zeit messbar, ehe er durch die Gezeiten dahingeschwemmt wurde. Weder Temperatur, noch Salzgehalt, Trübung oder Sauerstoffgehalt haben sich im Laufe des kurzen Tests verändert. Daraus schließen die Autoren, dass negative Effekte auf maritimes Leben nur in unmittelbarer Umgebung der Einleitung, im Bereich hoher Konzentrationen vorhanden sind. Indes, die Autoren haben keinerlei Versuch unternommen, die Effekte auf Lebewesen zu untersuchen.

LOC-NESS / Woods Hole Oceanographic Institute „Maine Field Trial“

65.000 Liter Natronlauge wurden im August 2025 in den Golf von Maine eingeleitet, vorläufige Ergebnisse wurden gerade präsentiert. Untersucht wurden unter anderem die Wirkung der Einleitung auf Bakterien, Plankton, sowie die Auswirkungen auf Fisch- und Lobster-Larven. Der Untersuchungszeitraum umfasst 4 (VIER!) Tage, in denen kein „signifikanter“ Effekt auf die untersuchten biologischen Gemeinschaften gefunden wurde. Indes: Fische und Meeressäugetiere wurden von den Forschern nicht berücksichtigt und die Forscher weisen darauf hin, dass zusätzliche Forschung notwendig sei, um den tatsächlichen Effekt der Verkippung von Natronlauge in empfindliche Ökosysteme wie den Golf von Maine zu analysieren.

Das ist die „Beleglage“, auf deren Basis eine Reihe von Unternehmen bereits damit begonnen haben, Umweltgife wie Natronlauge in Meere zu kippen, um per CO2-Zertifikat Profit zu machen.

Wir wissen nichts über die Effekte auf Lebewesen.
Wir wissen nichts über die Langzeiteffekte auf Ökosysteme.
Wir wissen nichts über die Relevanz der ganzen Angelegenheit für die Menge in Ozeanen gebundenen CO2.
Wir wissen, dass man mit dem Hoax viel Geld verdienen kann.

Ein bekanntes Muster, das von Pfizer zu neuen Höhen geführt wurde: Profit auf dem Rücken von Lebenwesen, von Menschen und Tieren, die ohne Skrupel zum Gegenstand der Anwendung von Technologien gemacht werden, deren „Sicherheit und Effektivität“ schlicht behauptet wird, deren Sicherheit und Effektivität in keiner Weise in irgend einer Form von ernstzunehmender Forschung untersucht worden wäre.


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