In einer hoch spannenden Sondersendung des Podcasts „Judging Freedom“ hat Judge Andrew Napolitano am 30. Dezember 2025 Colonel Douglas Macgregor, einen renommierten Militärexperten und ehemaligen Berater des US-Verteidigungsministeriums, zu einem ausführlichen Jahresrückblick und Ausblick auf 2026 eingeladen.
Das Gespräch, das als letztes Live-Format des Jahres geplant war, beleuchtete die brisantesten geopolitischen Hotspots: den eskalierenden Konflikt in der Ukraine, die Spannungen im Nahen Osten, den US-Eingriff in Venezuela und die Anzeichen für den Niedergang des amerikanischen Imperiums. Macgregor, bekannt für seine scharfen Analysen, sparte nicht mit Kritik an der US-Außenpolitik unter Präsident Donald Trump und warnte vor einem explosiven Jahr 2026.
Im Folgenden eine detaillierte Zusammenfassung und Analyse des Interviews, das Millionen von Zuschauern erreichte und den Podcast zum zweiten Mal in Folge über die 100-Millionen-Views-Marke katapultierte.
Der Drohnenangriff auf Putins Residenz: Ein Akt der Verzweiflung?
Das Gespräch begann mit der Breaking News: Am 28./29. Dezember 2025 startete die Ukraine einen massiven Drohnenangriff mit 91 Langstrecken-UAVs auf die offizielle Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der historischen Region Nowgorod.
Macgregor bestätigte die Faktenlage: Die Drohnen erreichten das Ziel, wurden jedoch entweder abgeschossen oder verfehlten es. Ob es sich um einen gezielten Attentatsversuch handelte, sei unklar – es hänge davon ab, ob die ukrainische Aufklärung Putins Anwesenheit dort vermutete. „Nichts würde mich überraschen“, kommentierte Macgregor trocken.
Er erinnerte an frühere Attentate, darunter die Ermordung der Tochter des Philosophen Alexander Dugin und kürzlich eines hochrangigen russischen Generals in Moskau.
Präsident Trump selbst bestätigte den Vorfall in einer Medienäußerung: Putin habe ihn persönlich informiert und Trump sei „sehr wütend“ gewesen. Er verglich den Angriff mit früheren US-Operationen wie dem Stopp von Tomahawk-Raketenangriffen und betonte, dies sei „nicht der richtige Zeitpunkt“ für Eskalationen.
Dennoch kündigte Russlands Außenminister Sergei Lawrow eine harte Reaktion an: „Solche rücksichtslosen und verantwortungslosen Handlungen werden nicht unbeantwortet bleiben.“ Die Ziele und Zeitpunkte für Vergeltungsschläge seien bereits festgelegt.
Macgregor interpretierte den Vorfall als Teil einer breiteren ukrainischen Strategie der Attentate, die nun auf Putins Residenz abzielte – möglicherweise unter der Annahme eines Kommandobunkers dort. Russland reagierte prompt: Atomwaffen vom Typ Iskander wurden nach Belarus verlegt, was Macgregor als Abschreckung nicht nur gegen Kiew, sondern auch gegen Westeuropa (Berlin, Paris, London) sieht.
„Die Russen sind mit dem gesamten Unterfangen satt“, fasste er zusammen.
Von der „Spezialoperation“ zum Existenzkampf: Russlands Wandel
Ein zentraler Punkt war Putins Auftritt in Militäruniform bei einer Sitzung mit der Generalstabsführung – ein klares Signal, so Macgregor. Er bezog sich auf Carl von Clausewitz und unterschied zwischen „Krieg der Entscheidung“ (existentiell) und „Krieg der Beobachtung“ (wahlweise).
Für Russland sei der Ukraine-Konflikt nun existentiell: „Russlands Leben als Nation ist bedroht.“ Was als begrenzte „spezielle militärische Operation“ begann, um Sicherheitsinteressen zu signalisieren, habe sich zu einem Kampf ums Überleben entwickelt.
Die Ukraine sei lediglich ein „Instrument“ globalistischer Mächte in Washington und Europa, die Russland zerstören wollten.
Putins Geduld mit dem Westen schwindet, trotz seiner Wertschätzung für Trumps Aufrichtigkeit. Macgregor kritisierte, dass Trump trotz Versprechungen keine Kontrolle über Kongress, CIA und einflussreiche Donoren ausübe.
„Trump sagt eines, aber die CIA ist weiterhin tief in der Ukraine verwickelt und liefert Aufklärungsdaten.“ Der britische MI6 sei sogar federführend bei der Zerstörung Russlands, ergänzte er unter Verweis auf Larry Johnson.
Im russischen Parlament (Duma) laufe der Prozess, den Konflikt von „Spezialoperation“ zu „Krieg“ umzubenennen – eine Wortwahl mit tiefer Bedeutung für das russische Volk und Militär.
Russland mobilisiere massiv: 135.000 Wehrpflichtige plus 650–750.000 Reservisten, von denen 300–400.000 dauerhaft aktiviert werden. Insgesamt stünden 750–800.000 Truppen in der Ukraine, ergänzt um weitere, was auf über eine Million Mann hindeute.
„Russland bereitet sich auf Krieg gegen Europa vor“, warnte Macgregor. Russische Soldaten seien hochmotiviert und gut informiert: „Sie sagen alle: Wir bereiten uns auf Krieg mit Europa vor.“
NATO: Rücksichtslos und abhängig vom US-Support
Macgregor kritisierte die NATO scharf: Die Allianz sei rücksichtslos und überlebe nur durch massive US-Unterstützung in Kommando, Aufklärung und Munition. Trotz Trumps Rhetorik ändere sich nichts; die CIA agiere rogue.
Die NATO hätte nach dem Kalten Krieg aufgelöst werden sollen, stattdessen expandiere sie weiter und ignoriere Trumps Forderung nach europäischer Eigenverantwortung.
Ein Skandal sei der EU-Versuch, russische Vermögenswerte in belgischen Banken zu konfiszieren – nur zwei US-Kongressmitglieder (Rand Paul, Thomas Massie) protestierten.
Macgregor dazu: „Der Kongress erkennt kein höheres Gesetz an als sich selbst. Internationale Regeln sind, was wir sagen.“
Nahost: Eskalation in Gaza, Iran und der Türkei
Über 25.000 Gazaner wurden 2025 von der IDF getötet – eine Zahl, die Trump offenbar nicht stört. Macgregor nannte den sogenannten „Gaza-Plan“ einen Fehlschlag, trotz Trumps Beteiligung.
Jonathan Pollard, ein US-israelischer Spion, dessen Strafe Trump begnadigte, forderte offen: „Ein 100% jüdisches Gaza“ durch Annektierung biblischen Landes. Macgregor sah darin eine Wiedergabe Netanyahus Linie: „Es geht um jüdische Suprematie über die Region.“
Israel sei keine „America-First“-Politik, sondern dominiere Washington.
Der Waffenstillstand sei lediglich eine Pause zur Aufrüstung; nun drohe ein Krieg mit Iran. Trump habe irrtümlich behauptet, Irans Nuklearprogramm sei „obliteriert“ – eine Übertreibung.
Macgregor warnte vor einer Kollision zwischen Israel, Iran und dem „wiedererwachenden Osmanischen Reich“ unter Erdogan in Syrien und im Mittelmeer. „Interessen überwiegen Freundschaften“, betonte er. Eine US-Beteiligung nütze nur Eliten, nicht dem Volk.
Venezuela: US-Angriff als Vorbote?
Trump bestätigte einen US-Angriff auf Venezuelas Hafenbereich, wo Drogen verschifft werden: „Wir haben die Boote und nun das Implementierungsgebiet zerstört.“
Macgregor sah darin keine Invasion – dafür fehlten die Truppen –, sondern einen gescheiterten Putschversuch gegen Maduro. Venezuela sei Teil des BRICS-Blocks (Russland, China, Indien, Iran), der eine goldgedeckte Alternative zum kollabierenden westlichen Finanzsystem aufbaue.
„Das ist ein undeclared war gegen BRICS.“
Das Ende des US-Imperiums: Wirtschaftliche und militärische Krise
Macgregor diagnostizierte das Spätstadium des US-Imperiums: Sinkende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit führe zu militärischer Überkompensation – kontraproduktiv.
Trump genieße Bullying, aber es helfe nicht. Die Wirtschaft basiere auf aufgeblähten Vermögenswerten (600 Billionen Dollar global, laut McKinsey), nicht auf Produktivität. Das oberste Prozent – einschließlich Trump, dessen Vermögen sich verdreifacht habe – profitiere, während der Rest verarme.
„2026 wird die Türen des US-Flugzeugs aufreißen – in stürmischem Wetter.“
Ausblick: Kein Frieden in Sicht
Macgregor zeigte sich pessimistisch: Kein Frieden 2026, stattdessen weitere Eskalationen. Er lobte die Zusammenarbeit mit Napolitano, inklusive gemeinsamer Vorträge.
Das Interview endete mit Neujahrswünschen und einer Ankündigung: Acht Stunden Scott Ritter am Silvester.
Dieses Gespräch unterstreicht die Dringlichkeit geopolitischer Risiken. Macgregors Warnungen vor existenziellen Kriegen und dem Zerfall des Imperiums mahnen zur Vorsicht – doch Washington scheint taub.
Ein Jahr, das mit Drohnen endet, könnte mit Explosionen beginnen.