Der Notruf kam aus Rheinland-Pfalz, von einer treuen Leserin. Sie schrieb mir: „Correctiv hat sich eine finanzierte Möglichkeit geschaffen, die schon beachtlich ist. Sie sollten das wissen. Correctiv beliefert die Wochenblätter der Gemeinden – zumindest in RLP und vielleicht überall in unserem Land mit gesteuerten ‚Denkartikeln‘. Sie schreiben, wie und was man in diesem Staat zu denken hat und erreichen dadurch ja eine große Anzahl unserer Bevölkerung.“
Die Recherche ergab: Die Leserin hat recht. Und sie untertreibt noch.
Was Correctiv mit den deutschen Gemeinde- und Wochenblättern gemacht hat, ist handwerklich beeindruckend — und demokratiepolitisch beunruhigend. Seit dem Frühjahr 2020, pünktlich zur Corona-Zeit, kooperiert Correctiv mit dem Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA). Das Ergebnis: Regelmäßige „Faktenchecks“ landen in den Wochenzeitungen von rund 200 Mitgliedsverlagen — mit einer Auflage von bis zu 39 Millionen Exemplaren. Nicht online, nicht in der Filterblase, sondern gedruckt, kostenlos, in jedem Briefkasten. Von Flensburg bis Garmisch. Auch in Rheinland-Pfalz.
Der Clou: Die Lokalredaktionen produzieren das nicht selbst. Sie drucken, was ihnen Correctiv liefert. Zentralredaktion in Essen, Verteiler bundesweit. Was wie lokale Berichterstattung aussieht, ist in Wahrheit Einheitskost aus einer Küche.
Hier wird es interessant. Correctiv veröffentlicht auf der eigenen Website „Transparenzdaten“ — und wer sie liest, findet Erstaunliches. Zwischen 2015 und 2024 flossen aus Bundesministerien und Bundesbehörden über 1,2 Millionen Euro an Correctiv. Das Land NRW steuerte zwischen 2020 und 2024 weitere 1,3 Millionen Euro bei. Hamburg und Thüringen zahlten ebenfalls. In Summe: Über 2,6 Millionen Euro direkt aus öffentlichen Kassen — Quelle: Correctiv selbst.
Hinzu kommen rund 17,4 Millionen Euro von NGOs und Stiftungen zwischen 2014 und 2024: die Brost-Stiftung mit knapp vier Millionen, das Omidyar-Netzwerk mit 2,8 Millionen, die Schöpflin-Stiftung mit 2,2 Millionen, Google mit 847.000 Euro, die Open Society Foundation mit 419.000 Euro — und über 100 weitere Geldgeber.
Rot-grüner Kreislauf
Seit September 2025 fördert auch die „Demokratie-Stiftung“ Campact Correctiv mit bis zu 500.000 Euro über vier Jahre. Dieselbe Campact, die sich nach der berüchtigten Correctiv-Potsdam-Recherche über das vermeintliche „Wannsee-Treffen“, die Gerichte als irreführend entlarvten, als „zentralen Motor“ der anschließenden Demonstrationswelle bezeichnet hat. Der Kreis schließt sich: Correctiv produziert die Recherche, Campact mobilisiert die Straße, Campact finanziert Correctiv. Eine geschlossene Verwertungskette.
Zugespitzt könnte man sagen, das Phänomen Correctiv ist nichts anderes als ein steuerfinanziertes Outsourcing von Aufgaben, die in autoritären Systemen der Propaganda- und Geheimdienstapparat erfüllen: Es indoktriniert die Menschen mit der Staatsideologie und diskreditiert, ja zersetzt Kritiker der Regierung. Jetzt mit Direktzustellung in Abermillionen Briefkästen. Eine Konstruktion, die ebenso genial wie böse ist. Und heute abgedeckt durch eine CDU-geführte Bundesregierung und einen CDU-Bundeskanzler, der brav Männchen macht und auch noch die Finanzierung für das Sägen an seinem Stuhl selbst liefert.
Das ist der Kern der systemischen Verschiebung, die wir gerade erleben — und die die wenigsten so benennen: die Auslagerung von Herrschaftssicherung an vermeintlich staatsferne „Nichtregierungsorganisationen“ (NGOs), die in Wirklichkeit am Tropf des Staates hängen und von diesem abhängig sind. Die Exekutive bekämpft ihre Kritiker, ohne sich die Finger schmutzig zu machen. Praktisch, nicht wahr?
Bärbel Bohley hat das kommen sehen. Die Frau, die in der DDR im Gefängnis saß und die Stasi aus nächster Nähe kannte, sagte 1991 — ein Jahr nach der Wiedervereinigung: „Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi.“ Und: „Das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen.“
Sie hatte recht. Mehr noch. Es wirkt fast so, als hätten Merkel & Co. Bohleys Warnung als Handlungsanweisung begriffen.
Besonders perfide dabei ist das Feigenblatt der Unabhängigkeit: Durch die Rechtsform der gemeinnützigen GmbH entziehen sich Correctiv & Co. jeder parlamentarischen Kontrolle, die für staatliche Stellen gelten würde — während es faktisch als Infrastruktur für die Regierungserzählung fungiert. Ein Staatssender, der keiner ist. Offiziell.
Propaganda frei Haus
Die Kaperung der Anzeigenblätter ist dabei der finale Schritt zur Flächendeckung. Während der Bürger sein lokales Blättchen für unverdächtig hält, landen die zentral gesteuerten rot-grünen Narrative — finanziert durch Stiftungen mit direktem Draht ins Kanzleramt — ungefiltert am Küchentisch. Meine Leserin aus Rheinland-Pfalz hat es gemerkt. Die meisten nicht.
Das ist eine Pervertierung des Grundgesetzes. Von denen, die sich bei jeder Gelegenheit als dessen Hüter inszenieren.
Besonders pikant: Die CDU finanziert fröhlich weiter, was sie morgen vernichten wird. Man wagt nicht, die Finanzarchitektur dieser NGO-Industrie anzutasten — aus Sorge vor der medialen Gegenreaktion jener Institutionen, die man selbst großgezogen hat. Eine politische Autoimmunerkrankung.
Man lässt sich die Axt bezahlen, mit der am eigenen Stuhl gesägt wird — und verkauft das dem Wähler als „Schutz der Demokratie“.
Quadratierung der Logik
Und die Justiz macht bei der Absicherung fleißig mit: Wer schreibt, Campact sei direkt vom Staat finanziert, riskiert bei unserer so oft stramm auf Staatslinie urteilenden Justiz eine einstweilige Verfügung — wie „Welt-Chefredakteur“ Ulf Poschardt 2025 erfahren hat. Dabei trickst Campact genauso wie Correctiv bei vielen seiner „Faktenchecks“, die in Wahrheit eher an Gehirnwäsche erinnern, mit Strohmann-Argumenten: Eine „direkte“ staatliche Steuerung ist gar nicht nötig, weil Campact in vorauseilendem Gehorsam die rot-grüne Staatsideologie vollstreckt. Und Staatsgeld über Steuersubventionen wie die Gemeinnützigkeit (indirekt durch seine „Demokratie-Stiftung“) und angebliche „Nichtregierungsorganisationen“ erhält, die wiederum Staatsgelder erhalten. Wes Brot ich eß, des Lied ich sing – das wussten unsere Vorfahren schon vor Jahrhunderten. Doch unsere rot-grüne Justiz verbietet heute, dass man allzu detailliert darüber spricht und Schlussfolgerungen zieht.
Aber zurück zu Correctiv: Eine Organisation, die zu erheblichen Teilen mit Steuergeld und dem Geld politisch klar verorteter Stiftungen finanziert wird, definiert für 39 Millionen Briefkästen, was Wahrheit ist — und was „Desinformation“. Sie nennt das „unabhängigen Journalismus“. Und die geschwächten Lokalredaktionen, die sich keinen eigenen Redakteur mehr leisten können oder wollen, der das prüfen oder zumindest einordnen könnte, drucken es dankbar ab.
Was für ein Wahnsinn.
Die Leserin aus Rheinland-Pfalz hat das durchschaut, ohne Medienwissenschaft studiert zu haben. Sie nennt es „gesteuerte Denkartikel“.
Eine präzisere Beschreibung habe ich nicht gefunden.
Wenn Sie dem Irrsinn etwas entgegensetzen wollen – hier steht, wie es geht. Herzlichen Dank!!
Bilder: Screenshot X
