Ein letzter Schritt trennt Deutschlands EM-Handballer von der Goldmedaille. Doch dieser Schritt führt am 1. Februar mitten hinein in die „Hölle von Herning“ – dorthin, wo in Dänemark der ultimative Endspielgegner wartet.

Keeper Andreas Wolff spricht von einer „Über-Mannschaft“, Rune Dahmke vom „besten Team der Welt“ und Nils Lichtlein von den „eigentlich Unbesiegbaren“.

Unter die 15.000 Fans mischt sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Hier die wichtigsten Fragen vor der Neuauflage des Olympia-Finales – warum sich Deutschland durchaus Hoffnungen auf den dritten EM-Titel nach 2004 und 2016 machen kann.

Was spricht für Dänemark?

Das skandinavische Star-Ensemble ist auf nahezu jeder Position topbesetzt. Erfolgsfaktoren der vergangenen Jahre sind Torhüter Emil Nielsen, Rückraumspieler Simon Pytlick und allen voran der zweimalige Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin.

Dirigiert Mathias Gidsel die Dänen zum ersten EM-Titel seit 14 Jahren? (Archivbild)

Dirigiert Mathias Gidsel die Dänen zum ersten EM-Titel seit 14 Jahren? (Archivbild)

Den Titelhunger stillt kein Triumph – dafür sorgt Trainer Nicolaj Jacobsen mit ständigem Vorantreiben. „Unsere größte Stärke ist unsere Unermüdlichkeit“, sagte Gidsel.

Der Dauerspieler stand bereits mehr als sieben Stunden auf dem Feld – so lange wie kein anderer EM-Teilnehmer. Die Fans sind der achte Mann: Von der ersten Minute an wird die rote Wand ihr Team nach vorn peitschen und Deutschland ausbuhen.

Was spricht für Deutschland?

Dänemark – Olympiasieger und Weltmeister – wartet seit 2012 auf einen EM-Titel. „Dänemark hat alles zu verlieren und wir haben nichts zu verlieren“, sagte Juri Knorr und positionierte Deutschland als klaren Außenseiter.

Das verlorene Olympia-Finale war dem deutschen Team eine Lehre: Trotz sicherer Silbermedaille gibt es diesmal keine Zufriedenheit. „Wir haben damals ein bisschen abgeschaltet. Diesmal sind wir bereiter“, so Knorr.

Dass Dänemark verwundbar ist, wurde nicht nur bei der Vorrundenpleite gegen Portugal deutlich. Auch im Halbfinale gegen Island tat sich der Topfavorit schwer. Zudem plagen die Skandinavier Personalprobleme auf der Kreisläuferposition. Deutschland droht hingegen weiter ein Ausfall des erkrankten Abwehrspielers Tom Kiesler.

Wie ist die Bilanz?

Aus deutscher Sicht verheerend. Den letzten Pflichtspielsieg gegen Dänemark feierte das DHB-Team bei der EM 2016. Seither setzte es eine Niederlage nach der anderen – besonders schmerzhaft die 26:39-Demütigung im Olympia-Finale. „Ich war so sauer, weil ich fand, dass die Jungs nach einer Viertelstunde das Spiel einfach verschenkt haben“, erinnerte sich Gislason.

Die deutschen Handballer möchten auch im EM-Endspiel gegen Dänemark jubeln.

Die deutschen Handballer möchten auch im EM-Endspiel gegen Dänemark jubeln.

Selbst beim 30:40 bei der WM 2025 blieb Deutschland chancenlos, erst beim jüngsten 26:31 hielt man lange dagegen.

Um welche Prämie spielt das DHB-Team?

Die mögliche Prämie für das Team von Alfred Gislason ist so hoch wie noch nie. Mit dem Einzug ins Finale hat sich die Riege um Kapitän Johannes Golla bereits eine Gesamtprämie von 430.000 Euro gesichert. Sollte Deutschland zum dritten Mal Europameister werden, erhöht sie sich auf 575.000 Euro.

Wer überträgt das Finale?

Fans können das Finale auf zwei Wegen verfolgen: Ab 17:50 Uhr meldet sich Florian Zschiedrich live im ZDF, an seiner Seite Experte und Co-Kommentator Sören Christophersen sowie Kommentator Martin Schneider.

Alternativ überträgt der kostenpflichtige Sportsender Dyn das Endspiel mit dem Expertenteam um die Handball-Ikonen Stefan Kretzschmar und Pascal Hens. Das Spiel um Platz drei zwischen Kroatien und Island (15:15 Uhr) läuft im ZDF-Stream und bei Dyn. (dpa/ks)



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