Ein Gastbeitrag von Klaus Kelle

Heute hat das US-Justizministerium (DOJ) eine Lawine ins Rollen gebracht. Mit der Veröffentlichung tausender bisher unter Verschluss gehaltener Dokumente und Fotos aus dem Umfeld des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein rückt der frühere US-Präsident Bill Clinton ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Das hatte bisher dem amtierenden Präsidenten Donald Trump gegolten, gegen den es allerdings überhaupt keine Beweise für ein sitten- oder rechtswidriges Verhalten gibt.

Clinton steht jetzt vor den Trümmern seines politischen Lebenswerks

Zumindest, wenn sich die Verdachtsmomente weiter erhärten. Denn während der Name Clinton seit Jahrzehnten mit Gerüchten über Epstein verbunden war, liefern die neuen Beweise eine Qualität der Nähe, die über bloße gesellschaftliche Kontakte hinauszugehen scheinen.

Die nun freigegebenen Dokumente enthalten nach Berichten führender US-Medien Bildmaterial, das Clinton in informellen und privaten Situationen mit Epstein zeigt. Besonders brisant ist ein Foto, das Clinton in einem Whirlpool auf einem von Epsteins Anwesen zeigen soll. Dies konterkariert die jahrelange Verteidigungsstrategie des Clinton-Lagers, wonach die Beziehung rein oberflächlich und auf wohltätige Zwecke im Rahmen der Clinton Foundation beschränkt gewesen sei.

Zusätzlich zu den Bildern enthalten die Akten detaillierte Aussagen von ehemaligen Angestellten Epsteins. Die behaupten, dass Clinton weit häufiger auf Epsteins Anwesenden zu Besuch war, als bisher bekannt ist. So gewinnt besonders die Frage nach Clintons Aufenthalt auf der Privatinsel „Little Saint James“ – von Opfern oft als „Pedophile Island“ bezeichnet – durch neue Logbuch-Einträge und Zeugenberichte an Brisanz. Der ehemalige Präsident hatte solche Besuche bisher stets kategorisch bestritten.

Die neuen Veröffentlichungen fallen in eine Zeit wachsender politischer Spannungen in den USA. Die Trump-Administration hat die Aufarbeitung des Epstein-Falls zu einer Priorität erklärt. Kritiker werfen der Regierung zwar vor, die Akten gezielt als politische Waffe gegen die Demokraten einzusetzen – insbesondere da Dokumente über Donald Trumps eigene Kontakte zu Epstein in dieser Veröffentlichungswelle deutlich weniger neues Material enthalten sollen – doch die Faktenlast gegen Clinton wiegt schwer.