Der Oberst a.D. Douglas Macgregor warnt in einem aktuellen Interview mit Judge Andrew Napolitano auf dem Kanal Judging Freedom (aufgenommen am 7. Februar 2026) vor einer dramatischen Eskalation der globalen Sicherheitslage. Das Gespräch dreht sich um das unmittelbare Auslaufen des New-START-Vertrags und die damit verbundenen Risiken eines unkontrollierten atomaren Wettrüstens, sowie um drohende Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine. Macgregor sieht die USA auf einem gefährlichen Kurs Richtung Konfrontation – getrieben von neokonservativen Einflüssen im Weißen Haus.

Das Ende des New-START-Vertrags: Keine Grenzen mehr für strategische Atomwaffen

Am 5. Februar 2026 lief der New-START-Vertrag (New Strategic Arms Reduction Treaty) aus – das letzte verbliebene bilaterale Abkommen zwischen den USA und Russland zur Begrenzung strategischer Atomwaffen. Der Vertrag, ursprünglich 2010 unter Präsidenten Obama und Medwedew geschlossen und 2021 um fünf Jahre verlängert, begrenzte beide Seiten auf jeweils 1.550 stationierte strategische Atomsprengköpfe sowie 700 Trägersysteme (Raketen, U-Boote, Bomber) und insgesamt 800 Abschussvorrichtungen.

Dmitri Medwedew, ehemaliger russischer Präsident und aktuell Vizevorsitzender des russischen Sicherheitsrats, kommentierte das Ende des Vertrags auf X mit den Worten: „Das war’s. Zum ersten Mal seit 1972 gibt es kein Abkommen mehr, das strategische Atomstreitkräfte begrenzt.“ Er ergänzte das mit einem düsteren Bild aus Game of Thrones: einem zombieartigen Wesen vor dem Hintergrund eines nuklearen Winters – „Winter is coming“.

Macgregor betont die dramatischen Konsequenzen: Ohne vertragliche Obergrenzen gibt es keine Beschränkungen mehr bei der Produktion neuer Sprengköpfe oder Trägersysteme. Russland befinde sich in einer stärkeren Position, da es bereits mehr Atomsprengköpfe besitze und diese schnell aufstocken könne. Die USA signalisierten damit – ob absichtlich oder nicht – eine Abkehr von früheren Strukturen der Rüstungskontrolle. Für die Russen wirke das wie die Vorbereitung auf einen Angriff: „Sie wollen Dominanz und Hegemonie und werden alles tun, was dafür nötig ist.“

Besonders alarmierend sei die Aufgabe einer No-First-Use-Politik (kein Ersteinsatz von Atomwaffen). Stattdessen sende Washington das Signal: „Friedliche Koexistenz interessiert uns nicht.“ Macgregor sieht darin eine Einladung zu einer neuen Rüstungsspirale – obwohl bereits die bestehenden Arsenale ausreichten, um den Planeten mehrmals zu zerstören. Mehr Sprengköpfe brächten nichts außer Prahlerei und erhöhtem Risiko eines unbeabsichtigten Atomkriegs durch Unfälle oder Fehleinschätzungen.

Präsident Trumps Reaktion und die neokonservative Einflussnahme

Präsident Trump hatte zunächst positiv auf Putins Angebot reagiert, die zentralen Limits freiwillig für ein weiteres Jahr einzuhalten – „Klingt nach einer guten Idee.“ Doch es kam zu keiner Verlängerung. Macgregor vermutet, dass neokonservative Berater im Weißen Haus Trump umgestimmt haben. Das Weiße Haus sei nun „neocon-besetzt“, und die USA bewegten sich auf Konfrontationskurs in mehreren Regionen: Ukraine, Venezuela, Kuba, Iran.

Der Oberst vergleicht die aktuelle Situation mit einem Kernkraftwerk kurz vor der Kernschmelze: Überall loderten Feuer, und Trump scheine sich damit abzufinden, „dass wir überall auf der Welt beschäftigt sind“. Eine Verlängerung des Vertrags hätte ein starkes Signal für Deeskalation gesendet – stattdessen herrsche Schweigen oder Ablehnung.

Ukraine: Kein Druck auf Kiew, trotz Trumps Worten

Macgregor kritisiert, dass Trump zwar öffentlich fordere, die Ukraine müsse Territorium abtreten und einen Deal machen – doch in der Praxis fehle der Druck auf das Selenskyj-Regime. Die Ukraine würde „morgen früh zusammenbrechen“, wenn Washington den Geldhahn zudrehen würde. Stattdessen halte man das Regime künstlich am Leben.

Die Russen sähen die Europäer als Haupttreiber des Konflikts – und Trump als den „guten Amerikaner“, der eigentlich Frieden wolle. Das aktuelle Verhalten zerstöre dieses Bild.

Iran: Vorbereitung auf einen verheerenden Angriff

Das Gespräch wendet sich dem Iran zu. Macgregor sieht keine echten Verhandlungen, sondern Zeitspiel. Ein kürzlicher, von Mossad und CIA inspirierter Putschversuch in Teheran sei gescheitert – basierend auf falschen Annahmen über die Schwäche des Regimes. Nun bereite man einen massiven Schlag vor, der den iranischen Staat zerstören solle: Kontrolle über Öl- und Gasreserven verlieren, Nahrungsmittelimporte und Wasser knapp werden lassen.

Ziel sei, den Nahen Osten „sicher für Israel“ zu machen – Iran müsse „vollständig ausgelöscht“ werden. Die USA dienten dabei als Werkzeug. Doch ein Angriff auf den Iran sei nicht isolierbar: Die Türkei beobachte das Geschehen mit wachsendem Zorn (vor allem wegen Gaza). Die Türken fragten sich: „Wer ist als Nächstes dran?“ Russland und China würden nicht tatenlos zusehen, wenn Iran pulverisiert würde.

Der Ayatollah habe gewarnt: Das werde kein lokaler Krieg wie im Juni des Vorjahres, sondern ein regionaler Konflikt mit globalen Folgen – Macgregor stimmt zu.

Fazit: Eine dunkle Zeit naht

Macgregor malt ein düsteres Bild: Die USA riskieren durch ihre Politik eine Kette von Konfrontationen, die zu einem Atomkrieg führen könnten. Putin wirke depressiv und besorgt – er fürchte, Russland werde in eine neue Katastrophe wie den Zweiten Weltkrieg gedrängt. Trump höre offenbar nicht auf Stimmen der Mäßigung, sondern auf Falken wie Pete Hegseth.

„Winter is coming“, zitiert Macgregor Medwedew abschließend – und Judge Napolitano stimmt zu: „Wir stehen vor einem dunklen Winter.“

Der Oberst appelliert implizit an Vernunft und Zurückhaltung – doch er sieht wenig Hoffnung, dass der richtige Kurs eingeschlagen wird. Die Welt stehe am Abgrund, und die nächsten Tage oder Wochen könnten entscheidend sein.



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