
Die staatlich finanzierte Klimaforschung treibt hierzulande seltsame Blüten. Wie mit einer offenkundig fehlerhaften Klima-Studie Politik gemacht wird
Das Axiom vom „menschengemachten Klimawandel“ ist in der Bundesrepublik Deutschland Teil der Staatsräson. Wer daran zweifelt oder auch nur einzelne Behauptungen hinterfragt, ist ein „Klimaleugner“ (einen fragwürdigeren Kampfbegriff kann man sich kaum ausdenken, denn kein Kritiker bestreitet die Existenz des Klimas), „Schwurbler“, „Wissenschaftsfeind“ und wird mit medialer Verurteilung und sozialer Ächtung bestraft.
Steht man jedoch auf der richtigen Seite der Barrikade, winken nicht nur Politikerlob und mediale Aufmerksamkeit, sondern auch staatliche Förderungen in Millionenhöhe, erst recht, wenn es sich um Institutionen handelt, die sich einer nicht ganz so ergebnisoffenen „Klimaforschung“ verschrieben haben und die Öffentlichkeit in zyklischen Abständen mit Worst-Case-Szenarien der sich anbahnenden Klimakatastrophe in Atem halten.
Fragwürdige Annahmen zum Klima
Welche Blüten die staatlich finanzierte Klimaforschung hierzulande inzwischen trägt, offenbart der Skandal um eine Studie des Potsdamer Instituts für Klimaforschung, die wegen fachlicher Mängel erst kürzlich zurückgezogen werden musste.
Dabei handelte es sich jedoch nicht nur um einen oder zwei (allerdings teilweise haarsträubende) Rechenfehler, wie uns die Medien weismachen wollen, sondern die gesamte Studie strotzt nur so von fragwürdigen Annahmen und ergebnisorientierten Modellen, fehlerhaft berechneten Korrelationen und Ignoranz gegenüber technologischen Entwicklungen.
In besagter Studie geht es in erster Linie um die Kosten, die der Klimawandel bis 2050 angeblich jährlich verursachen wird. Dabei kommen die Autoren auf einen Betrag von 38 Billionen US-Dollar (das ist ein Drittel des heutigen Jahres-BIP!), ein Wert, der jetzt auf „bescheidene“ 32 Billionen reduziert wurde.
Der Analyst Gregory Hopper (Bank Policy Institute) weist in seiner Kritik darauf hin, dass die statistische Vorgehensweise, die im Natur-Studie-Modell zur Ableitung der wirtschaftlichen Schäden genutzt wurde, willkürlich sei und keine solide Grundlage für die dramatischen Verlustprojektionen biete („The paper reviews the new damage function … and finds no basis for its projections.”). Bereits kleine methodische Änderungen würden zu deutlich niedrigeren Schadenserwartungen führen, was die Original-Schlussfolgerungen stark infrage stellt.
Eine schallende Ohrfeige
Bezeichnend ist, dass Hopper sowohl die Autoren als auch die Zeitschrift auf seine Bedenken hinwies, ohne dass eine Reaktion erfolgt wäre. Auch mit der inzwischen korrigierten Version geht er hart ins Gericht und merkt an, dass das Ändern der Modell-Spezifikation aufgrund eines Datenfehlers keine überzeugende wissenschaftliche Praxis darstellt (“Changing to a specification of the model in response to a damning data error … should engender serious skepticism.”)
Noch härter urteilt Dr. Simon Hsiang von der University of North Carolina: „Wissenschaft funktioniert nicht so, dass man den Versuchsaufbau so lange verändert, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt.“ („Science doesn’t work by changing the setup of an experiment to get the answer you want. ”). Eine schallendere Ohrfeige für die Autoren und ihr Institut kann man sich kaum vorstellen.
Man muss allerdings kein mathematisches Genie sein, um festzustellen, dass die Ergebnisse der Potsdamer Studie hochspekulativ sind. Ohne an dieser Stelle in die Tiefe gehen zu wollen, besteht ein grundlegender Mangel der Studie auch in überhöhten Ausgangswerten: Die modellierte Schadensfunktion führt für das heutige Klima zu einem kumulierten Einkommensverlust von 5 bis 10 Billionen US‑Dollar gegenüber einem hypothetischen Szenario ohne Erwärmung.
Zum Vergleich: Tatsächlich betragen die wetterkatastrophenbedingten Schäden laut Munich Re im Durchschnitt nur rund 210 Milliarden US‑Dollar pro Jahr, von denen nur ein Bruchteil klimabedingt ist. Selbst großzügige Zuschreibungen für klimaerwärmungsbedingte Wachstumsverluste, etwa nach Studien von Callahan und Mankin, liegen bei nur etwa 0,3 % des globalen BIP (für 2022 rund 300 Milliarden US‑Dollar).
Historisch hohe Verluste
Setzt man die Projektion der Potsdamer Studie bis 2050 fort, ergibt sich ein kumulierter Niveauverlust von rund 17 % des Welt-BIP, was nach heutigen Zahlen etwa 32 bis 38 Billionen US‑Dollar entspricht. Während die OECD in ihren Worst-Case-Szenarien für 2060 von wenigen Prozentpunkten BIP-Verlust (0,7 % bis 2,5 % bis 2060) ausgeht, extrapoliert das Potsdamer Institut Verluste in einer Größenordnung, die historisch nur durch globale Krisen wie Weltkriege erreicht wurden – und präsentiert dies als wissenschaftliche Arbeit.
Weitere Kritikpunkte sowie die Verflechtungen zwischen den Verfassern und ihren politischen Unterstützern hat Axel Bojanowski in der „Welt“ aufgelistet, leider hinter der Bezahlschranke.
Es verwundert kaum, dass einer der Autoren besagter Studie, Anders Levermann, bereits seit 2004 Koautor des IPCC ist, also einer jener Institutionen, denen die USA jetzt den Rücken kehren. Eine ähnlich kritische Sicht der Politik auf das Potsdamer Institut für Klimaforschung, das seit Jahren auf fragwürdiger wissenschaftlicher Basis Klimapropaganda betreibt, ist hierzulande leider nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil.
Googelt man nach „Studie, Klimawandel, 38 Billionen“, erhält man Hunderte von Links, von denen nur wenige den Hinweis auf den Rückzug der Studie enthalten und die Google-KI titelt mit dem Satz: „Eine bahnbrechende Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) aus dem Jahr 2024 prognostiziert, dass der Klimawandel bis etwa 2050 weltweite jährliche wirtschaftliche Schäden von rund 38 Billionen US-Dollar verursachen könnte.“ Ja, im Ernst!
Nur die AfD fragt nach
Auch dem Bundeswirtschaftsministerium scheint noch nicht aufgefallen zu sein, dass besagte Studie zurückgezogen werden musste, auch wenn es einräumt, dass eine eigene Studie aus dem Jahr 2022 für Deutschland wesentlich geringeren Kosten ausweist.
Einzig die AfD stellte diesbezüglich eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung, denn immerhin hat die umstrittene Studie ja erhebliche Auswirkungen auf die Politik internationaler Organisationen. Die Antwort der Bundesregierung lässt tief blicken: „Nach Auffassung der Bundesregierung bietet dieser Einzelfall keinen Anlass, die Qualitäts- und Selbstkontrollmechanismen der Wissenschaft, die Orientierung politischer Entscheidungen an wissenschaftlicher Evidenz oder das Potsdam-Institut für Klimafolgenabschätzung selbst in Frage zu stellen.“ Im Klartext heißt das: „Es ist uns egal, ob unsere Potsdamer Freunde wissenschaftlich fragwürdige Behauptungen veröffentlichen, solange sie uns nur politisch nützen.“
Danke, keine weiteren Fragen.