Ein Gastbeitrag von Benjamin Mudlack

Nahezu sämtliche politische Tätigkeit fußt auf der Akzeptanz der Menschen eines Landes. Nur wenn die Menschen die Handlungen der politischen Herrscher, zum Beispiel eine drastische Ausweitung der Staatsschulden, befürworten, können diese auch ihr politisches Programm umsetzen. Insofern liegt es nur auf der Hand, dass das Bestreben der politmedialen Akteure stets die Beeinflussung der öffentlichen Meinung und die Etablierung fester Glaubenssätze ist. Es geht um den Kampf um die öffentliche Meinung, die Deutungshoheit und darum, die Wahrheit über die Auswirkungen der Ausweitung der Staatsschulden zu verschweigen!

Provokant lässt sich die Causa rund um die Glaubenssätze und das Weltbild der Menschen wie folgt auf den Punkt bringen: Durch das Bildungssystem, die „etablierten“ Medien, staatsnahe Intellektuelle (Künstler, Ökonomen etc.) und sonstige prägende Mechanismen werden die Menschen auf Staatsgläubigkeit programmiert. Damit einhergehend die Tatsache, dass die Menschen den Narrativen, die in den Medien permanent in programmierender Art und Weise wiederholt werden, Glauben schenken, oder selbst bewusst oder unbewusst für die Narrative die Werbetrommel rühren.

Frei nach dem großen Aufklärer Immanuel Kant (1724 – 1804) können sich die Menschen nur dann aufklären, wenn sie es denn selbst auch möchten und die Notwendigkeit durch eigenes Denken und durch eigene Urteilskraft erkennen.

So erkennen die Menschen in „gutem Glauben“ oftmals gar nicht, dass ein Staat sich nicht kaputtsparen kann, indem die staatlichen Akteure Projekte wie Bildung, Infrastruktur oder die Sicherheit „verkommen“ lassen. Wie dieser Beitrag veranschaulichen wird, liegt es nicht an den fehlenden „Investitionen“, es liegt an den negativen Anreizstrukturen und der staatlich/planwirtschaftlichen Ordnung, die systemisch bedingt zu einer negativen Ressourcenallokation führt. Davon abgesehen können staatliche Akteure sich denklogisch nicht kaputtsparen, da sie nicht produktiv tätig sind und nur von denjenigen etwas nehmen können, die zuvor auf produktive Art und Weise Güter und Dienste geschaffen haben. Eine Zurücknahme der staatlichen Aktivität würde folglich die Produktivkräfte eines Landes entlasten. Je höher die staatliche Aktivität ist, desto mehr Ressourcen beanspruchen staatliche Entscheider für sich. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Anteil des Staates an der Wirtschaftsleistung – die sogenannte Staatsquote – bei etwas über 30 Prozent, das Kaiserreich operierte mit einer Staatsquote von 15-20 Prozent und heute verwalten staatliche Zentralplaner deutlich mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung.

Entwicklung der Staatsquote in Deutschland von 1890 bis 2020
Datenquellen: Statista und Bundesministerium der Finanzen

Ein vergleichsweise kleinerer Staat nach dem Zweiten Weltkrieg ist zu einem „Riesen“ herangewachsen und dieser Riese steht auf den Schultern der Produktivkräfte. Wenn man die Regulierungswut des Riesen hinzunimmt, dann drohen die produktiv tätigen Menschen und Unternehmen förmlich unter der Last des Riesen erdrückt zu werden. Entgegenwirken kann man nur, in dem der staatliche Riese gewaltig abspeckt und sich aus dem Leben der Produktivkräfte zurückzieht. Es gilt die einfache Formel: Je geringer die Staatsquote ist, desto freier und marktwirtschaftlicher können sich die Menschen der jeweiligen Volkswirtschaft durch freiwillige Kooperation organisieren. Die freiwillige/marktwirtschaftliche Kooperation potenziert die Produktivität und den Wohlstand eines Landes, während die staatlich erzwungene Kooperation vom Wohlstand subtrahiert und folglich für eine Armutszunahme steht.

„Eine Gesellschaft, die zwischen Kapitalismus und Sozialismus wählt, wählt nicht zwischen zwei Sozialsystemen; sie wählt zwischen sozialer Kooperation und dem Zerfall der Gesellschaft.“
Ludwig von Mises (1881-1973)