Meine Sichtweise zu den Ereignissen in Venezuela – und meine Zweifel – habe ich bereits ausführlich beschrieben (siehe hier). Klaus Kelle geht in seinem Gastbeitrag einen anderen, sehr meinungsstarken Weg – und bringt eine Perspektive auf den Punkt, die in den sogenannten alternativen Medien eher unter den Tisch fällt. Und aneckt. Genau deshalb halte ich es für wertvoll, Ihnen auch diese Sichtweise zugänglich zu machen. Nicht, um Sie zu belehren – sondern um Ihnen zu ermöglichen, sich auf Grundlage gegensätzlicher Stimmen ein eigenes Urteil zu bilden.

Von Klaus Kelle

Die heutige Entmachtung des sozialistischen Diktators Nicolás Maduro durch ein Delta Force-Team der USA führt zu den erwartbaren Reaktionen. Bürgerliche erschrecken, dass auch die Supermacht im Westen immer noch konsequent und effektiv zu handeln im Stande ist. Und Putin-Fans sind plötzlich empört, dass die USA einfach in die Geschicke anderer Länder militärisch eingreifen. Wohlgemerkt dieselben Leute, die seit vier Jahren die russische Metzelei in der Ukraine nicht mit einem Satz zu kritisieren vermögen. Weil es da ja eine „Vorgeschichte“ gibt.

Nun, die gibt es in Venezuela auch.

Und dabei muss man gar nicht auf Trumps Narrativ vom Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aufgreifen, obwohl das absolut richtig ist.

Man könnt auch zum Beispiel betrachten, wie Maduros „Wahl“ zustande gekommen ist. Denn Maduros „Wahl“ im Sommer 2024 war nichts anderes als Betrug.

Als am Abend des 28. Juli 2024 der regierungstreue Wahlrat (CNE) Nicolás Maduro zum Sieger in Venezuela erklärte, rieben sich Beobachter weltweit die Augen. Trotz aller Umfragen, die einen massiven Vorsprung der Opposition vorhersagten, sollte Maduro plötzlich knapp über 51 Prozent der Wählerstimmen erhalten haben. Schnell wurde aufgedeckt, wie die Sozialisten das hinbekommen haben. Der Betrug basierte damals auf drei Säulen:

Der CNE weigerte sich bis zuletzt, die detaillierten Wahlprotokolle (Actas) der einzelnen Wahllokale zu veröffentlichen. In einer modernen Demokratie ist dies die Grundvoraussetzung für Transparenz.
Und unabhängige Statistiker wiesen nach, dass die verkündeten Zahlen mathematisch einfach unmöglich waren. Es wirkte, als seien die Prozentzahlen vorab festgelegt und dann grob auf die tatsächlichen Wählerzahlen hochgerechnet worden.

Und während die Opposition noch versuchte, ihre Kopien der Protokolle zu sichern, begannen Sicherheitskräfte und regierungstreue Schlägertrupps (Colectivos), Wahllokale zu stürmen und Zeugen einzuschüchtern.

Dass der Betrug überhaupt so lückenlos nachgewiesen werden konnte, war das Verdienst der Opposition unter Führung der mutigen María Corina Machado. Da sie selbst willkürlich von der Wahl ausgeschlossen worden war, trat der besonnene ehemalige Diplomat Edmundo González Urrutia als Einheitskandidat an.