Der Staatschef von Venezuela wird nicht nur gekidnappt – Nicolás Maduro wird wie einer der Gefangenen behandelt, die seinerzeit als „Terrorverdächtige“ in das US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba gebracht wurden, ein Krimineller eben
Protest gegen US-Kidnapping Nicolás Maduros und Staatsterrorismus gegen Venezuela vor der Botschaft der USA in London
Foto: IMAGO/SOPA Images
Der US-Angriff auf Venezuela und die Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro sind nicht schwer zu interpretieren, auch wenn Kanzler Friedrich Merz (CDU) verlautbart, die „rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex“.
Donald Trump hat gehandelt, wie der Präsident eben handelt: Er will Macht beweisen, der mächtigste Mann der Welt sein, der tun kann, was er will. Die Europäer würden nicht lange meckern und mahnen; sie wollen es sich nicht mit Trump verderben, wohl auch mit Blick auf die Ukraine, das konnte man im Voraus annehmen. Demokratische Politiker im US-Kongress klagen, Trump habe sie nicht, wie das die Verfassung vorschreibt, um ihre Zustimmung zum Krieg ersucht. War nicht möglich, wiegelte Außenminister Marco Rubio ab, denn dem Kongress sei nicht zu trauen mit Geheiminformationen.
Trump postete ein Foto von Maduro, angeblich an Bord eines US-Kriegsschiffes. Die Ähnlichkeiten sind frappierend: So sind seinerzeit Gefangene nach Guantánamo verschleppt worden: Maduro ist gefesselt, trägt eine schwarze Brille und Kopfhörer. Trump triumphiert. Der Verlierer soll auch aussehen wie ein Verlierer.
Eine mögliche Militärpräsenz in Venezuela sei möglich, räumte Trump ein
Mit fast verblüffender Offenheit sprach Trump in Mar-a-Lago über das große Thema im Hintergrund seiner Venezuela-Politik: Erdöl. Venezuela besitzt die wohl größten Ölreserven der Welt. Das Land hat die Erdölindustrie schon in den 1970er Jahren verstaatlicht. Trump erklärte, „unsere sehr großen Unternehmen der USA, die größten auf der Welt“ würden nun nach Venezuela gehen, und „die Infrastruktur reparieren“.
Im trumpistischen Weltbild hat Venezuela bei der Nationalisierung die USA bestohlen. Erst einmal würde man die Kontrolle über das Land behalten, sagte Trump, bis zu einem „ordnungsgemäßen Transfer“ der Macht. Wie der aussehen soll, wurde nicht erläutert. Trump sprach von einer „Gruppe“, die das managen solle, darunter Rubio und Kriegsminister Pete Hegseth. Sie sind zuständig für eine wirtschaftlich schwer angeschlagene, rund dreißig Millionen Einwohner zählende Nation mit einer zerklüfteten Elite. Über eine mögliche Militärpräsenz der USA gibt es nichts Genaues. Trump räumte laut CNN ein, eine Präsenz sei möglich. Die USA und die Menschen in Venezuela würden vom Öl profitieren.
Die Idee, dass die MAGA-Bewegung, angeblich vormals beeindruckt von Trumps Versprechen, keine langen Kriege anzufangen, nun entsetzt sei, zieht nicht so recht. Politico zitiert das Lob des MAGA-Publizisten Steve Bannon für den „mutigen und brillanten Angriff“. Solange Venezuela ohne fühlbare Kosten erledigt werden kann, dürften die Anhänger bei dem Mann bleiben, der Stärke und amerikanische Macht repräsentiert wie zu vermeintlich guten alten Zeiten. Gleich zu Beginn der Pressekonferenz betonte Trump, dass kein US-Soldat in Venezuela ums Leben gekommen sei.
Amerika kann „seinen Willen überall jederzeit“ durchsetzen, sagt Pete Hegseth
Bei diesem Angriff, wie schon im vergangenen Juni bei den Schlägen auf die iranischen
Nuklearanlagen hat das US-Militär eine enorme Kapazität zum schnellen und überwältigenden Einsatz bewiesen, die Kuba und Nicaragua Angst machen könnte. Vielleicht auch Grönland. Pete Hegseth hat das so formuliert: Man habe vorgeführt, dass Amerika „seinen Willen überall jederzeit“ durchsetzen kann. Trump meine es todernst, dass er die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre wieder etablieren wolle. Und das Erdöl wieder zurückhaben wolle, „das uns gestohlen worden ist“.
Mit der Gefangenennahme Maduros lag Trump gar nicht so weit weg vom politischen Konsens in den USA. Die Regierung von Trumps Vorgänger Joe Biden hatte sich nachdrücklich gegen den autokratischen Staatschef gestellt. Biden hat Millionen Dollar Belohnung ausgeschrieben für Informationen, die zu Maduros Festnahme führen könnten. Zuletzt war ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Seit August 2025 lag es bei 50 Millionen Dollar.
Demokratische Politiker im US-Kongress klagen, Trump habe sie nicht, wie das die Verfassung vorschreibt, um ihre Zustimmung zum Krieg ersucht. War nicht möglich, wiegelte Außenminister Marco Rubio ab, denn dem Kongress sei nicht zu trauen mit Geheiminformationen.Trump postete ein Foto von Maduro, angeblich an Bord eines US-Kriegsschiffes. Die Ähnlichkeiten sind frappierend: So sind seinerzeit Gefangene nach Guantánamo verschleppt worden: Maduro ist gefesselt, trägt eine schwarze Brille und Kopfhörer. Trump triumphiert. Der Verlierer soll auch aussehen wie ein Verlierer.Eine mögliche Militärpräsenz in Venezuela sei möglich, räumte Trump einMit fast verblüffender Offenheit sprach Trump in Mar-a-Lago über das große Thema im Hintergrund seiner Venezuela-Politik: Erdöl. Venezuela besitzt die wohl größten Ölreserven der Welt. Das Land hat die Erdölindustrie schon in den 1970er Jahren verstaatlicht. Trump erklärte, „unsere sehr großen Unternehmen der USA, die größten auf der Welt“ würden nun nach Venezuela gehen, und „die Infrastruktur reparieren“.Im trumpistischen Weltbild hat Venezuela bei der Nationalisierung die USA bestohlen. Erst einmal würde man die Kontrolle über das Land behalten, sagte Trump, bis zu einem „ordnungsgemäßen Transfer“ der Macht. Wie der aussehen soll, wurde nicht erläutert. Trump sprach von einer „Gruppe“, die das managen solle, darunter Rubio und Kriegsminister Pete Hegseth. Sie sind zuständig für eine wirtschaftlich schwer angeschlagene, rund dreißig Millionen Einwohner zählende Nation mit einer zerklüfteten Elite. Über eine mögliche Militärpräsenz der USA gibt es nichts Genaues. Trump räumte laut CNN ein, eine Präsenz sei möglich. Die USA und die Menschen in Venezuela würden vom Öl profitieren.Die Idee, dass die MAGA-Bewegung, angeblich vormals beeindruckt von Trumps Versprechen, keine langen Kriege anzufangen, nun entsetzt sei, zieht nicht so recht. Politico zitiert das Lob des MAGA-Publizisten Steve Bannon für den „mutigen und brillanten Angriff“. Solange Venezuela ohne fühlbare Kosten erledigt werden kann, dürften die Anhänger bei dem Mann bleiben, der Stärke und amerikanische Macht repräsentiert wie zu vermeintlich guten alten Zeiten. Gleich zu Beginn der Pressekonferenz betonte Trump, dass kein US-Soldat in Venezuela ums Leben gekommen sei.Amerika kann „seinen Willen überall jederzeit“ durchsetzen, sagt Pete HegsethBei diesem Angriff, wie schon im vergangenen Juni bei den Schlägen auf die iranischenNuklearanlagen hat das US-Militär eine enorme Kapazität zum schnellen und überwältigenden Einsatz bewiesen, die Kuba und Nicaragua Angst machen könnte. Vielleicht auch Grönland. Pete Hegseth hat das so formuliert: Man habe vorgeführt, dass Amerika „seinen Willen überall jederzeit“ durchsetzen kann. Trump meine es todernst, dass er die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre wieder etablieren wolle. Und das Erdöl wieder zurückhaben wolle, „das uns gestohlen worden ist“.Mit der Gefangenennahme Maduros lag Trump gar nicht so weit weg vom politischen Konsens in den USA. Die Regierung von Trumps Vorgänger Joe Biden hatte sich nachdrücklich gegen den autokratischen Staatschef gestellt. Biden hat Millionen Dollar Belohnung ausgeschrieben für Informationen, die zu Maduros Festnahme führen könnten. Zuletzt war ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Seit August 2025 lag es bei 50 Millionen Dollar.