In Kürze:
- Deutscher Kabarettist versuchte in Nuuk, eine US-Flagge zu hissen
- Passanten verhinderten die Aktion, die Polizei wurde informiert
- Der NDR spricht von Satire im Rahmen der Sendung „Extra 3“
Mit einer Provokation in Grönlands Hauptstadt Nuuk hat ein deutscher Kabarettist vor Ort für Unverständnis gesorgt. Am Mittwoch, 28.1., postete der in Grönland ansässige Influencer Orla Joelsen auf X das Video einer Person, die offenbar im Begriff war, eine US-Flagge auf einem Fahnenmast aufzuziehen.
US-Flagge sollte an Fahnenmast vor Kulturhaus gehisst werden
„Der Typ hat versucht, eine amerikanische Flagge vor dem Kulturzentrum in Nuuk zu hissen. Die Fahnenmasten gehören dem Kulturzentrum.“
Der Versuch, die Flagge anzubringen, scheiterte, weil umgehende Passanten an Schafroth herantraten, um ihn daran zu hindern. Die Reaktionen auf die Aktion waren heftig. Joelsen fragte auf seinem X-Account:
„Wenn du unsere Werte nicht respektierst, warum bist du in Nuuk?“
In einem späteren Beitrag klärte er über den Hintergrund auf. Es sei ein deutscher Comedian gewesen, der „versucht hat, witzig zu sein, indem er sich als Vertreter der US-Regierung ausgegeben hat“.
„Schande über dich, Depp!“
Schafroths Aktion sei der Polizei gemeldet worden. In Grönland habe der Vorfall insbesondere auf Facebook „hitzige Emotionen ausgelöst“. Für den Kabarettisten hatte Joelsen nur Unverständnis übrig:
„Schande über dich, Depp!“
Der NDR erklärte, die Aktion habe im Kontext von „Extra 3“ stattgefunden. Dabei habe „ein Mitglied des Teams vorgegeben, eine US-Flagge auf einem öffentlichen Platz hissen zu wollen“. Dafür hätten örtliche Stellen ein Bußgeld verhängt.
Der Sender fügte hinzu, es solle „zu keinem Zeitpunkt während des Drehs der Eindruck entstehen, Ziel der Satire seien Grönländerinnen und Grönländer“. Sollte dieser dennoch entstanden sein, bedauere man dies.
NDR-Provokateur zeigte unangemessenen Umgang mit der US-Flagge
Schafroth soll sich einer Augenzeugin zufolge als Vertreter der US-Regierung ausgegeben haben. Er habe angesichts der Reaktionen Angst bekommen und schnell den Platz verlassen. Der Provokateur habe „eine Menge Chaos verursacht, gerade in der angespannten politischen Situation“.
Die Augenzeugin erklärte weiter, viele Menschen könnten ihn für einen tatsächlichen Vertreter der US-Regierung gehalten haben. Allerdings legen die Aufnahmen diese Schlussfolgerung nur bedingt nahe. Es ist höchst fraglich, ob die USA für eine offizielle Anbringung einer Flagge an einem öffentlichen Gebäude eines staatsrechtlich fremden Staates eine unbegleitete und unbewaffnete Person vorschicken würden.