Angesichts der höheren Kraftstoffpreise fahren viele Deutsche zum Tanken nach Polen. Am Wochenende führte dies zu Problemen mit Treibstoffnachschub in Świnoujście (Swinemünde) an der Ostsee. Der Bürgermeisterin zufolge ist das Benzin ausgegangen.

Die Preisunterschiede an Tankstellen auf deutscher und polnischer Seite der Grenze hat manche Deutsche dazu bewegt, Treibstoff im Nachbarland einzukaufen. Am vergangenen Wochenende sorgte der Tanktourismus für Probleme beim Nachschub im polnischen Świnoujście (Swinemünde), einige Tankstellen mussten schließen. Laut Bürgermeisterin Joanna Agatowska ging es nicht darum, dass Benzin teuer sei, sondern darum, dass es keines mehr gebe.

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Świnoujście erhalte seine Treibstoffe mit Tankern, deshalb habe es am Wochenende keine Nachlieferungen gegeben, sagte Agatowska. Sie forderte Tankstellenbetreiber auf, den deutschen Kunden nur eine Tankladung plus 20 Liter im Kanister zu verkaufen. Man müsse vor allem den Einwohnern und den städtischen Unternehmen einen sicheren Zugang zu Kraftstoffen gewährleisten.

Auch die deutschen Behörden warnten davor, zu viel Kraftstoff in Polen einzukaufen. Das Hauptzollamt Stralsund informierte, dass Privatpersonen Kraftstoff für den Eigenbedarf aus einem anderen EU-Mitgliedstaat steuerfrei nach Deutschland mitführen dürfen, sofern sich der Kraftstoff im Haupttank des Fahrzeugs befindet. Zusätzlich sei das Mitführen in einem Reservebehälter einer Gesamtmenge von maximal 20 Litern steuerfrei zulässig, es müsse sich jedoch um den gleichen Kraftstoff wie im Haupttank handeln. Treibstoff in Zusatzbehältern sei mit Energiesteuer zu belegen. Die Einfuhrsteuer bei 20 Litern beträgt 13 Euro, berichtete Die Welt. Ein Autofahrer sagte dem Sender Welt TV, die 13 Euro bezahle er lieber als 30 Euro mehr in Deutschland.

Am Mittwochnachmittag war ein Liter E10-Benzin an den grenznahen Greifswalder Tankstellen zwischen 1,90 Euro und 1,95 Euro zu bekommen, führte die Publikation mit Verweis auf Daten von Preisvergleichsportalen aus. In Świnoujście lag der Preis bei 1,43 Euro.

Die Kraftstoffpreise sind wegen des Iran-Krieges weltweit gestiegen, auch in Deutschland und Polen. Die Regierung in Warschau teilte mit, dass die Versorgung stabil sei, das Land über genügend große Vorräte verfüge und weiteres Öl importieren könne.

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