Tag 4 der Eskalation im Nahen Osten: Die Kämpfe gehen weiter. Mehrere Golfstaaten haben die Welle von Vergeltungsangriffen des Iran im Nahen Osten als völkerrechtswidrig verurteilt. Israels Regierungschef Netanjahu sagt, der Iran-Krieg werde kein „endloser Krieg“ werden.

US-Präsident Trump erklärte unterdessen, die USA kämen mit ihrem Militäreinsatz schneller voran als geplant. Er schloss den Einsatz von Bodentruppen nicht aus – doch „wahrscheinlich brauchen wir sie nicht“. Was bisher geschah:  28. Februar, 1. März, 2. März.

Alle Entwicklungen vom 3. März hier im Liveticker:

Israelische Armee: „Groß angelegte“ Angriffswelle auf Teheran gestartet

Die israelische Luftwaffe hat nach israelischen Armeeangaben eine „groß angelegte“ Angriffswelle auf die iranische Hauptstadt Teheran begonnen. „Das Militär hat eine neunte Angriffswelle in Teheran gestartet“, erklärte die israelische Armee am Dienstag, dem vierten Tag des Iran-Krieges.

„Die Luftwaffe hat nun eine groß angelegte Angriffswelle gestartet, die auf die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in Teheran abzielt.“

Die israelische Armee teilte am Dienstag außerdem mit, einen hochrangigen iranischen Kommandeur in Teheran angegriffen zu haben. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Iranische Medien: Gebäude des iranischen Expertenrats bei Angriff getroffen

Bei neuen US-israelischen Luftangriffen ist nach Angaben iranischer Medien das Gebäude des Expertenrats getroffen worden, der einen Nachfolger des getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei wählen soll.

Die „amerikanisch-zionistischen Verbrecher“ hätten das Expertenrats-Gebäude in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag. Örtliche Medien zeigten Aufnahmen des schwer beschädigten Gebäudes.

Neue Angriffswelle Israels in Teheran

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine großangelegte Angriffsserie in der iranischen Hauptstadt Teheran begonnen. Ziel der Luftangriffe sei Infrastruktur der iranischen Führung, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Einwohner der Stadt berichteten von heftigen Explosionen. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Irak: Raketenangriff auf Flughafen Bagdad vereitelt

Im Irak haben Sicherheitskräfte mehrere Raketen beschlagnahmt und damit offenbar einen Angriff auf den internationalen Flughafen von Bagdad vereitelt. Eine Abschussvorrichtung mit neun abschussbereiten Raketen sei am Dienstag in der Gegend von Abu Ghraib nahe der Hauptstadt beschlagnahmt worden, teilte die Regierung mit.

Am internationalen Flughafen von Bagdad befindet sich ein militärischer Bereich, der von US-Beratern genutzt wird. Früher waren dort Truppen der US-geführten Militärkoalition stationiert.

Eine Gruppe namens Saraja Aulijaa al-Dam (zu deutsch: Wächter des Bluts) hatte sich am Montag zu Drohnenangriffen auf den Flughafen bekannt. Die Gruppe ist nach eigenen Angaben Teil des Islamischen Widerstands im Irak.

Trump: „Zu spät“ für Gespräche mit dem Iran

US-Präsident Donald Trump hat Gespräche mit der iranischen Führung vorerst ausgeschlossen. „Ihre Luftabwehr, Luftwaffe, Marine und Führung sind weg“, schrieb Trump am Dienstag auf seiner Onlineplattform Truth Social. „Sie wollen reden. Ich habe gesagt: ‚Zu spät!’“

Noch am Sonntag – einen Tag nach Beginn der massiven US-israelischen Luftangriffe im Iran – hatte Trump grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Sie wollen reden und ich habe zugestimmt, zu reden, also werde ich mit ihnen reden“, sagte der Präsident in einem Telefoninterview mit dem US-Magazin „The Atlantic“. „Sie hätten das früher tun sollen.“

Irans einflussreicher Sicherheitsratschef Ali Laridschani lehnte am Montag allerdings jegliche Verhandlungen mit der US-Regierung ab. „Wir werden nicht mit den USA verhandeln“, erklärte Laridschani im Onlinedienst X. Er wies Medienberichte zurück, wonach iranische Vertreter versucht hätten, Gespräche mit Washington aufzunehmen.

Israel fordert Länder zum Abbruch von Beziehungen zum Iran auf

Israel hat dutzende Länder zum Abbruch ihrer Beziehungen zum Iran aufgefordert.

Außenminister Gideon Saar sagte nach Angaben seines Büros am Dienstag in einer Videokonferenz mit den diplomatischen Vertretern von rund 60 Ländern, dass nach den Angriffen des iranischen Regimes auf alle seine Nachbarn und dem Massaker an der eigenen Bevölkerung Länder auf der ganzen Welt ihre Beziehungen zum Iran abbrechen müssen“.

Saars Büro ließ in der Erklärung offen, ob alle 60 Länder diplomatische Beziehungen zum Iran unterhalten.

Iran stoppt Lebensmittelexporte

Der Iran hat sämtliche Lebensmittelexporte gestoppt. Die Ausfuhr „aller Lebensmittel und Agrarprodukte“ werde „bis auf Weiteres verboten“, meldete die Nachrichtenagentur „Tasnim“ unter Berufung auf eine Regierungserklärung.

Die Regierung habe die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern zur Priorität erklärt. Nach den ersten Angriffen aktivierte die Regierung einen staatlichen Notfallplan.

Erste Raketen- und Drohnenbilanz von Bahrein von VAE

Bahrain meldet, dass seine Luftverteidigungssysteme seit Beginn der Angriffe 73 Raketen und 91 Drohnen zerstört haben, die vom Iran abgefeuert wurden.

Das Verteidigungsministerium der VAE meldet, dass 186 Raketen und 812 Drohnen aus dem Iran gegen die Vereinigten Arabischen Emirate gestartet wurden. Davon wurden 172 Raketen vernichtet, 13 davon im Meer. Von den Drohnen seien 755 abgefangen worden.

Iran droht massive Vergeltung an

Die iranischen Revolutionsgarden kündigen massive Vergeltungsschläge an. „Der Feind muss mit anhaltenden Vergeltungsschlägen rechnen; das Tor zur Hölle wird sich für die USA und Israel weiter und weiter öffnen“, sagte Gardensprecher Ali Mohammad Naini im staatlichen Fernsehen.

Die iranischen Streitkräfte gaben neue Drohnenangriffe auf Israel und einen US-Militärstützpunkt in Katar bekannt. Die Armee habe „Militärgebiete des zionistischen Regimes“ sowie die „Stützpunkte der US-Streitkräfte in Al-Udeid“ mit Kampfdrohnen angegriffen, berichtete die Tageszeitung „Schargh“ unter Berufung auf die Armee.

In Katar befindet sich mit Al-Udeid der größte US-Militärstützpunkt in der Region.

Angriffe auf Flughafen Katar vereitelt

In Katar sind in Doha mehrere Angriffe abgewehrt worden. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums sprach von „mehreren Angriffsversuchen“ auf den Flughafen Hamad International. Alle seien vereitelt worden. Das gesamte Territorium von Katar sei zum Ziel des Iran geworden.

Der Sprecher fügte an, dass Katar seit Beginn der Angriffe auf sein Land nicht mehr im Kontakt mit dem Iran stehe. Das Golfemirat hatte sich am Wochenende einer Erklärung mehrerer Golfstaaten angeschlossen, in denen sie die Angriffe des Iran als „verräterisch“ bezeichnet und sich eine Antwort auf die „Aggression“ vorbehalten hatten.

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Das deutsche Auswärtige Amt hat den iranischen Botschafter einbestellt. Dabei habe man das iranische Regime „unmissverständlich dazu aufgefordert, seine rücksichtslosen Angriffe auf Staaten der Region unverzüglich einzustellen“, teilte das Außenministerium mit.

„Wir verurteilen die willkürlichen und unverhältnismäßigen Raketen- und Drohnenangriffe des iranischen Regimes, auch auf zivile Ziele“, hieß es weiter. „Die Angriffe bedrohen unsere Verbündeten, unser Militärpersonal und unsere Staatsangehörigen in der Region.“

Israelische Armee: Präsidialamt in Teheran getroffen

Die israelische Armee hat bei Luftangriffen das iranische Präsidialamt sowie das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrats in Teheran getroffen.

In der Nacht zum Dienstag habe die israelische Luftwaffe „Einrichtungen des Führungskomplexes des iranischen Terrorregimes angegriffen“ und dabei das „Präsidialamt sowie das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrats“ bombardiert, erklärte die Armee.

Zudem flog die israelische Armee erneut Luftangriffe auf als Hisbollah-Hochburgen geltende Vororte im Süden von Beirut.

Gleichzeitig waren in Jerusalem eine regelrechte Serie von Explosionen zu hören. Offenbar handelte es sich um einen iranischen Raketenangriff, der von Israels Luftabwehr abgefangen wurde.

Die israelische Armee erklärte, es seien „Raketen vom Iran aus Richtung des Territoriums des Staates Israel abgefeuert“ worden. „Unsere Verteidigungssysteme sind dabei, die Bedrohung zu bekämpfen.“

Wieder erste Flüge ab Dubai

Der Betrieb an Flughäfen in den Golfstaaten ist zum Teil wieder angelaufen und erste Flugzeuge nach Europa und Deutschland sind gestartet.

Am Vormittag hob ein erster Flieger der Airline Emirates vom Dubai International Airport nach Frankfurt am Main ab, wie aus Daten des Portals Flightradar24 hervorgeht. In Deutschland sollte die Maschine gegen 13:00 Uhr landen.

Drohnentreffer im Oman und Irak

Im Oman und im Irak sind mehrere Drohnenangriffe gemeldet worden. „Etliche Drohnen wurden auf die Treibstofftanks im Handelshafen von Dukm abgefeuert, von denen eine einen Treibstofftank traf“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur „Oman News Agency“ unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Im Norden des Iraks wurde derweil örtlichen Angaben zufolge ein Lager von kurdischen Kämpfern von mutmaßlich iranischen Drohnen getroffen.

Am 3. März 2026 an einer Anlage von ADNOC Gas, einer Tochtergesellschaft der Abu Dhabi National Oil Company, in Abu Dhabi. QatarEnergy hat die Produktion einiger nachgelagerter Produkte in Katar, darunter Harnstoff, Polymeren, Methanol, Aluminium und anderen Produkten, nach Angriffen gestoppt.

Foto: Ryan Lim/AFP via Getty Images

Libanesische Armee zieht Soldaten ab

Die libanesische Armee hat Soldaten von mehreren Stellungen im Süden des Libanon nahe der Grenze zu Israel abgezogen.

Nachdem es zu einer „Eskalation“ seitens der israelischen Armee gekommen sei, habe die Armee ihre Truppen an mehreren Stellungen verlegt, erfuhr AFP aus Kreisen der libanesischen Armee. Die Entscheidung sei getroffen worden, um die Sicherheit der Soldaten zu gewährleisten.

Amazon-Rechenzentren von Drohnen getroffen

Zwei Rechenzentren von Amazon in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind „direkt von Drohnen getroffen“ worden, teilte das Unternehmen mit. In Bahrain sei eine weitere Einrichtung des Konzerns durch einen „Drohnenangriff in unmittelbarer Nähe“ beschädigt worden. Über Verletzte wurde nichts gesagt.

Die Angriffe hätten „strukturelle Schäden verursacht, die Stromversorgung unserer Infrastruktur unterbrochen und in einigen Fällen Brandbekämpfungsmaßnahmen erforderlich gemacht, die zu zusätzlichen Wasserschäden geführt haben“.

Amazon rief Nutzer auf, wichtige Daten zu sichern und auf Amazon-Server (AWS) in anderen Teilen der Welt auszuweichen. Bereits vor zwei Tagen wurde ein AWS-Rechenzentrum in der VAE getroffen.

Rubio: Die „härtesten Schläge“ gegen den Iran stehen noch bevor

US-Außenminister Marco Rubio sagte am Abend des 2. März, dass weitere Angriffe auf den Iran bevorstehen.

„Ich werde keine Details zu unseren taktischen Maßnahmen preisgeben, aber die härtesten Schläge des US-Militärs stehen noch bevor“, erklärte Rubio gegenüber Reportern, bevor er hochrangige Kongressabgeordnete über den Konflikt informierte.

„Die nächste Phase wird für den Iran noch härter werden als die derzeitige.“

US-Bürger sollen abreisen

US-Amerikaner in Bahrain, Ägypten, Iran, Irak, Israel, der Westbank, dem Gazastreifen, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Jemen sollten jetzt durch alle verfügbaren kommerziellen Transporte abreisen.

Der Großteil des US-Botschaftspersonals aus sechs Staaten wurde abgezogen. Betroffen seien „nicht für Notfälle zuständige Mitarbeiter der US-Regierung“ in Bahrain, dem Irak, Jordanien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Ausreise der Betroffenen sei per Änderung der Sicherheitshinweise beschlossen worden.

Die Aufforderung für den Irak begründete das Außenministerium mit „Sicherheitsbedenken“, zu den anderen fünf Staaten hieß es, es bestehe eine „anhaltende Bedrohung durch Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran“.

Israel geht mit Bodentruppen im Süd-Libanon vor

Israels Premierminister Netanjahu und Verteidigungsminister Katz haben ihre Streitkräfte ermächtigt, „weitere Gebiete im Libanon zu besetzen, um von dort aus die Siedlungen an der Grenze zu schützen“.

Die israelische Armee (IDF) rückte ab 8 Uhr MEZ mit Bodentruppen im Süd-Libanon vor. Mit Angriffen auf die Infrastruktur der Hisbollah soll eine zusätzliche Sicherheitszone für die Bewohner Nord-Israels geschaffen werden.

„Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um ein Manöver, eine Bodenoffensive oder Ähnliches handelt. Es ist eine taktische Maßnahme, um Angriffe der Hisbollah zu verhindern“, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. „Es besteht die reale Möglichkeit, dass sie ihre Einsätze gegen uns ausweiten.“

Schoschani sagte, es handele sich um Aussichtspunkte, von denen aus israelische Ortschaften überblickt werden könnten.

Die Hisbollah könnte von dort aus Wohngebiete direkt beschießen oder gar in diese eindringen, warnte der Militärsprecher. „Und deshalb stationieren wir unsere Truppen dort, um sicherzustellen, dass sie dazu keine Möglichkeit haben.“

Israelische Soldaten waren bislang auf fünf Posten im Südlibanon stationiert. (Archivbild)

Israelische Soldaten waren bislang auf fünf Posten im Südlibanon stationiert. (Archivbild)

Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Kanada schließt seine Botschaft in Riad

Kanada schließt seine Botschaft in Riad „aufgrund der aktuellen Sicherheitslage“. Alle persönlichen Termine bis Freitag, den 6. März, sind abgesagt.

Zeitgleich Angriffe auf Beirut und Teheran

Zeitgleiche Luftangriffe auf Ziele in Beirut und Teheran: Die israelische Luftwaffe habe „gezielte Angriffe auf militärische Ziele des iranischen Terrorregimes und der Terrororganisation Hisbollah begonnen“, erklärten die israelischen Streitkräfte unter Bezug auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon.

Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke, die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufstieg.

Daraufhin hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz eigenen Angaben zufolge drei Militärstützpunkte in Israel angegriffen. Ramat David und Meron im Norden Israels seien mit Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen beschossen worden.

Trump: US-Waffenlager ermöglichen endlose Kriegsführung

US-Präsident Donald Trump schreibt auf Truth Social: Die Munitionsvorräte der Vereinigten Staaten seien in der mittleren und oberen mittleren Qualitätsstufe noch nie so hoch und so gut wie heute gewesen.

Man verfüge über einen „praktisch unbegrenzten Vorrat“ an diesen Waffen. Mit diesen Vorräten könnten Kriege „unbegrenzte Zeit“ und sehr erfolgreich geführt werden.

Im „obersten Qualitätsbereich“ verfüge man ebenfalls über einen guten Vorrat, sei aber noch nicht ganz dort, wo man hinwolle, so Trump weiter. Grund sei, dass sein Vorgänger Joe Biden zu viele Waffen an die Ukraine abgegeben habe, ohne sie zu ersetzen.

Vance: Es geht nicht unbedingt um einen Machtwechsel im Iran

Vertreter der US-Regierung sagen, dass es im Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel gehe. In einer „perfekten Welt“ würden die USA es begrüßen, wenn jemand im Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den USA zusammenzuarbeiten, sagte US-Vizepräsident JD Vance dem Sender „Fox News.“ Trumps vorrangiges Ziel sei, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange.

US-Außenminister Marco Rubio sagte, dass es Unterschiede zwischen nachrangigen Wünschen der US-Regierung und konkreten Zielen ihres Einsatzes gebe. Zwar wünsche man sich eine neue Führung im Iran. Entscheidend sei aber, dass, wer auch immer in einem Jahr regiere, nicht über Drohnen und ballistische Raketen verfügen werde.

Noch deutlicher formulierte es der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson: „Das Ziel war nicht ein Regimewechsel.“ Vielmehr stünden die Zerstörung des iranischen Raketenprogramms sowie der iranischen Marine im Fokus.

Israels Botschafter zu Regimewechsel im Iran

Israels Botschafter Ron Prosor sieht keinen fertigen Plan für die Zeit nach einem möglichen Sturz des iranischen Regimes. Auf die Frage, wer ein neues Iran führen könne, sagte er im Berlin Playbook Podcast von „POLITICO“: „Wir müssen erst darüber nachdenken, dass wir keine richtige Antwort dafür haben.“

Entscheidend sei: „Das Wichtigste ist, dass dieses Regime nicht mehr existiert.“ Das Ziel Israels sei es, die Fähigkeiten des Regimes zurückzudrängen. „Der Versuch ist wirklich, die zu schwächen“, sagte Prosor mit Blick auf die Revolutionsgarden. Ein Wandel könne „nur von innen da sein“. Die Bevölkerung habe „wirklich genug und will Freiheit haben“.

Dass Deutschland „die Revolutionäre Garde als Terrorstaat“ eingestuft habe, sei „unheimlich wichtig“, sagte er.

US-Botschaften attackiert

In mehreren Golfstaaten kam es zu Explosionen, in Saudi-Arabien und Kuwait wurden die US-Botschaften mit Drohnen angegriffen.

Dabei seien ein Feuer ausgebrochen und geringer Sachschaden verursacht worden. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte später, acht Drohnen nahe Riad und al-Chardsch abgefangen und zerstört zu haben.

US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“ Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Die US-Botschaft rief US-Bürger in Riad, Dschidda und Dharan auf, in geschlossenen Räumen zu verbleiben.

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Die US-Botschaft in Riad wurde nach saudischen Angaben von Drohnen angegriffen. (Archivbild)

Auch in Kuwait wurde die US-Botschaft mit Drohnen attackiert. Das Gebäude sei direkt getroffen worden. Die Angriffe erfolgten zeitgleich mit einer Welle von Raketen und Drohnen, die auf mehrere Golfstaaten abgefeuert wurden.

Das Verteidigungsministerium der Emirate teilte mit, das Land sei mit ballistischen Raketen aus dem Iran angegriffen worden. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe zwei ballistische Raketen abgefangen.

Die iranischen Revolutionsgarden erklären, einen US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain mit Drohnen und Raketen angegriffen zu haben. Dabei sei das „zentrale Kommandohauptquartier der Basis“ des Stützpunkts im Gebiet Scheich Isa zerstört worden.

US-Bürger sollen Region „sofort verlassen“

Die US-Armee erklärte, Kommandoposten und zentrale Waffensysteme der Iranischen Revolutionsgarden zerstört zu haben. „Iranische Luftverteidigungskapazitäten, Raketen- und Drohnenabschussanlagen sowie Militärflugplätze“ seien getroffen worden. Zuvor hatte die US-Armee erklärt, in den ersten 48 Stunden des Krieges mehr als 1.250 Ziele im Iran angegriffen zu haben.

Das US-Außenministerium rief US-Bürger in fast allen Ländern des Nahen Ostens auf, die Region „sofort“ auf kommerziellem Wege zu verlassen.

Der Aufruf betraf vierzehn Länder der Region: den Iran, Jordanien, Kuwait, den Libanon, den Oman, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Jemen, Ägypten, Bahrain, Saudi-Arabien, den Irak, Syrien sowie Israel und die Palästinensergebiete.

Israel zerstörte Sitz des iranischen Staatsrundfunks

Die israelische Armee verübte mehrere Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon. Bei Angriffen in Teheran sei der Sitz des iranischen Staatsrundfunks „Irib“ „angegriffen und zerstört“ worden, erklärte die Armee. Sie bezeichnete den Sender als „das Kommunikationszentrum des iranischen Terrorregimes“.

„Irib“ berichtete seinerseits von zwei Explosionen nahe seiner Zentrale, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb fortzusetzen.

Zudem setzte Israel seine Angriffe gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon fort. Sie erklärte, „Kommandozentralen und Waffenlager der Hisbollah in Beirut“ anzugreifen und sprach im Laufe des Dienstagmorgens Evakuierungsbefehle für etwa 50 Standorte größtenteils im Süden des Libanon aus, darunter die Viertel Ghobeiri, Hadath und Haret Hreik im Süden Beiruts.

Auswärtiges Amt bereitet Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren vor

Manche der im Nahen Osten gestrandeten deutschen Urlauber können auf eine baldige Rückkehr in die Heimat hoffen. „Ich bin guter Dinge, dass das nach und nach gelingt“, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul im ZDF-„heute journal“. Man sei in engem Kontakt mit den Reiseveranstaltern.

Das Auswärtige Amt bereitet derzeit die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor. Sie will dazu gecharterte Maschinen in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und Maskat (Oman) schicken.

Viele Menschen warten dringend auf die Heimreise - doch dieses Flugzeug fliegt ohne Passagiere.

Viele Menschen warten dringend auf die Heimreise – doch dieses Flugzeug flog ohne Passagiere: Es fehlte die Kabinencrew.

Foto: Malin Wunderlich/dpa

Am Montagabend ist eine Lufthansa-Maschine aus Abu Dhabi in München gelandet – allerdings ohne Passagiere. Es fehlte das Kabinenpersonal. Auch die Erreichbarkeit des Flughafens in Abu Dhabi für viele Fluggäste, der Check-In, die Sicherheitskontrolle und das Boarding seien dort nicht gewährleistet gewesen.

Die Polizei warnt unterdessen vor Fake-Hotlines für angebliche Flugumbuchungen, nachdem eine Frau aus Niederbayern dabei um 2.500 Euro betrogen wurde.

Verbraucher sollten Hotlines ausschließlich über die offizielle Website des Buchungsportals oder der Fluggesellschaft recherchieren – und nicht über teils gekaufte Anzeigen bei Suchmaschinen, empfiehlt das bayerische Landeskriminalamt.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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